Bad Freienwalde (Oder)

160pxAbb. 1 Wappen von Bad Freienwalde (Oder)
Basisdaten
Bundesland Brandenburg
Höhe 10 m
Fläche 131.11 km2
PLZ 16259
Vorwahl 03344
Gliederung 7 Ortsteile
Website www.bad-freienwalde.de
Bürgermeister Ralf Lehmann (parteilos)

Bad Freienwalde (Oder) ist eine Stadt im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg (Deutschland) und anerkanntes Moorheilbad.

Geografische Lage

Bad Freienwalde liegt an der Alten Oder am Nordwestrand des Oderbruchs am Übergang zum Barnimplateau. Daher rührt auch der für Brandenburger Verhältnisse extrem große Höhenunterschied von fast 150 m innerhalb des heutigen Stadtgebiets.

Stadtgliederung

Die Stadt hat sieben Ortsteile:

  • Altranft
  • Altglietzen
  • Bralitz
  • Hohensaaten
  • Hohenwutzen
  • Neuenhagen
  • Schiffmühle mit den Wohnplätzen Neutornow und Gabow

Dazu kommt noch der Wohnplatz Sonnenburg südwestlich von Altranft.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung von Freienwalde erfolgte als Vrienwalde im Jahr 1316. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts bis zu ihrem Aussterben im Jahr 1618 war Freienwalde als markgräfliches Lehen im Besitz der märkischen Adelsfamilie von Uchtenhagen. Danach wurde Freienwalde Domänenamt der brandenburgischen Kurfürsten. Im Jahr 1685 beschrieb Bernhard Friedrich Albinus die 1683 entdeckte Heilquelle (heute „Kurfürstenquelle“) und legte damit den Grundstein für Entwicklung des Ortes zur Kurstadt. Durch den Fund von eisenhaltigen Sanden und Alaun entstanden 1716/1718 ein Eisenhammer und ein Alaunwerk. Die Entdeckung von Tonvorkommen führte in den 1880er Jahren zur Gründung einer Schamottefabrik und von 5 Dampfziegeleien. 1866 erfolgte der Eisenbahnanschluss an die Strecke Neustadt Eberswalde – Wriezen, 1877 an die Linie nach Angermünde. Prägend für die Entwicklung der Stadt war jedoch die heutige Fachklinik und Moorbad Bad Freienwalde. Nachdem die Stadt bereits seit dem 23. Oktober 1925 die offizielle Bezeichnung Bad im Namen trug, erhielt sie am 15. Dezember 2003 die endgültige Anerkennung als Moorheilbad. Weil von wohlhabenden Berliner Juden gern als Kurort besucht, wurde Bad Freienwalde von den Nationalsozialisten in diffamierender Absicht als „Judenbad“ bezeichnet. Juden wurde das Betreten des Kurviertels verboten. In der Pogromnacht 1938 wurde von den Nazis die Synagoge in Brand gesteckt.

Während die Stadt seit 1818 bis 1952 Teil des Kreises Oberbarnim war, gehörten die heutigen Ortsteile Altglietzen, Bralitz, Hohenwutzen, Neuenhagen und Schiffmühle bis 1945 zum Landkreis Königsberg Nm. in der Neumark, die heute weitestgehend zu Polen gehört.

Von 1952 bis 1993 war Bad Freienwalde Kreisstadt des gleichnamigen Kreises, bis Oktober 1990 im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder) und danach im Land Brandenburg. Seit 1993 gehört Freienwalde zum Landkreis Märkisch-Oderland.

Eingemeindungen

Im Jahre 1928 wurden die westlich und östlich vor der Stadt gelegenen slawischen Fischerdörfer Altkietz (früher Kietz) und Alttornow (früher Tornow) eingemeindet.

Sonnenburg kam am 1. Januar 1957 zu Bad Freienwalde; Altranft folgte am 6. Dezember 1993.

Am 26. Oktober 2003 wurden durch die Gemeindegebietsreform die Gemeinden Altglietzen, Bralitz, Hohenwutzen, Neuenhagen und Schiffmühle mit den bewohnten Gemeindeteilen Wendtshof, Neukietz, Zuckerfabrik und Herrenwiese eingemeindet.

Am 1. Januar 2009 erfolgte die Eingemeindung der zuvor selbstständigen, zum Landkreis Barnim gehörenden Gemeinde Hohensaaten.

Bevölkerung

Die Tabelle zeigt die historische Entwicklung der Einwohnerzahl in den Ortsteilen und das Jahr der Eingemeindungen.

Jahr Bad Freienwalde Sonnenburg Altranft Altglietzen Bralitz Hohen-
wutzen
Neuglietzen Neuenhagen Schiffmühle Gabow Neu Tornow Hohen-
saaten
1957 Freienwalde 1993 Freienwalde 2003 Freienwalde 2003 Freienwalde 2003
Freienwalde
1945
Hohenwutzen
2003 Freienwalde 2003 Freienwalde 1945 Schiffmühle 1945 Schiffmühle 2009
Freienwalde
1875 7 305 170 1 036 740 937 852 418 1 167 328 481 513 1 056
1910 10 214 111 1 077 859 1 302 868 304 1 760 283 462 454 1 322
1939 11 416 102 956 738 1 045 1 052 268 1 704 298 338 441 1 492
1946 10 667 119 1 161 674 1 247 904 - 1 457 1 196 - - 1 186
1950 12 171 122 1 313 725 1 435 1 074 - 1 596 1 205 - - 1 226
1971 11 786 - 1 025 604 996 979 - 1 310 865 - - 1 204
1990 10 982 - 857 500 774 818 - 1 078 713 - - 937
1993 11 269 - - 504 791 820 - 1 028 737 - - 885
2002 9 818 - - 530 721 819 - 963 695 - - 814
2003 13 310 - - - - - - - - - - 797
2005 12 944 - - - - - - - - - - 795
2008 12 380 - - - - - - - - - - 756
2009 12 964 - - - - - - - - - - -
2010 12 788 - - - - - - - - - - -
2011 12 656 - - - - - - - - - - -
2012 12 491 - - - - - - - - - - -
2013 12 403 - - - - - - - - - - -

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung von Bad Freienwalde besteht aus 22 Stadtverordneten und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

  • Die Linke: 7 Sitze
  • CDU: 5 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • Wählergruppe Inselgemeinden: 2 Sitze
  • Wählergruppe Neuenhagener Carneval Club e.V.: 1 Sitz
  • Kurstadt für alle: 1 Sitz
  • Bündnis 90/Die Grünen: 1 Sitz
  • Einzelbewerberin Elke Stahl: 1 Sitz

Bürgermeister

Ralf Lehmann (parteilos) wurde in der Bürgermeisterwahl vom 27. September 2009 mit 67,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 59,2 %).

Wappen

Das Wappen wurde am 7. Januar 1994 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber eine bewurzelte grüne Eiche (mit 8 Blättern und 5 Früchten), deren Stamm von zwei kleinen silbernen Schilden mit je einem sechsspeichigen roten Rad beseitet ist.“Die sechsspeichigen roten Räder entstammen dem Wappen der Familie von Uchtenhagen.

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften existieren mit Bad Pyrmont in Niedersachsen und Międzyrzecz (deutsch Meseritz) in Polen.

An die seit dem 3. Oktober 1990 bestehende Städtepartnerstadt mit der Stadt Bad Pyrmont erinnert ein großer Findling, der die Inschrift „Stadt Bad Pyrmont“, das Stadtwappen (ein rotes Ankerkreuz) und den Schriftzug „Partnerschaft seit 1990“ trägt. Zusammen mit dem Gedenkstein wurde auch der Pyrmonter Platz, welcher den Standort des Gedenksteines bildet, eingeweiht. Ebenfalls als Zeichen der Verbundenheit wurde in Bad Pyrmont im Jahr 2009 die historische Emmerbücke „An der Saline“ auf den Namen „Bad Freienwalder Brücke“ getauft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Haus des regional bekannten Dichters Karl Weise, die ehemalige Villa Vinea Domini, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Freienwalder Musenhof bekannt, einem geistigen Zirkel um den Geheimen Hof-, Sänitäts- und Medizinalrat Karl Julius Aegidi (1794–1874) und seinem Sohn, den Juristen Ludwig Aegidi. Zu diesem Kreis gehörten auch Paul Heyse, Ernst Haeckel, Georg Bleibtreu, Adolph Menzel sowie später Julius Dörr und Victor Blüthgen.

Museen

  • Oderlandmuseum, Uchtenhagenstr. 2 (Kulturgeschichte des Oderbruchs, Historie der Kur- und Badestadt)
  • Schloss Freienwalde, Rathenaustr. 3 (Gedenkstätte Walther Rathenau und Sonderausstellungen)
  • Brandenburgisches Freilichtmuseum Altranft, Am Anger 27 (Alltagsleben der ländlichen Bevölkerung)
  • Haus der Naturpflege, Dr.-Max-Kienitz-Weg 2 (Museum und Heuhotel, begründet von Kurt Kretschmann)

Denkmäler in Bad Freienwalde

Siehe auch

Bad Freienwalde mit seinem historischen Stadtgrundriss sowie die das Erscheinungsbild durch die die Stadt prägende Bebauung, Straßen, Plätze und Grünanlagen verfügt über eine Reihe sehenswerter Bauten und Anlagen. Dazu gehören die Pfarrkirche St. Nikolai, die frühere Kirche und heutige Konzerthalle St. Georg, das Schloss und der Schlosspark mit so genanntem Teehäuschen, Gärtnerhaus, Sandstein- und Marmorskulpturen und der Grabstätte von Hermann Graf von Pückler, Freiherr von Groditz sowie der Kurpark, unter anderem mit eisenhaltigen Quellen, Sonnenuhr, zwei Marmorplastiken und dem Papenteich mit Insel. Das ehemalige Freihaus von Uchtenhagen in der Uchtenhagenstraße 2 beherbergt das Oderlandmuseum. Am Ort des ehemaligen jüdischen Friedhofs in der Goethestraße erinnert ein Gedenkstein mit Davidstern an die von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Bürger der Stadt. Auf dem städtischen Friedhof finden sich die Grabstätten und -steine für Ernst Seeger (1900–1970), Erich Hannemann (1900–1970), Willi Jankowski (1906–1975), Emilie Loose (1884–1956), Wilhelm Loose (1887–1967), Julius Dörr (1850–1930), Victor Blüthgen (1844–1920), Paul Hager (1859–1920), Wilhelm Hagen (1814–1890), Carl Hesse (1863–1920), Johannes Thilo (1862–1935), Rudolf Trapp (1872–1942).

Bemerkenswert sind das sowjetische Ehrenmal am Platz der Jugend, das Karl-Weise-Denkmal mit Portraitmedaillon in der Karl-Weise-Straße und die Hochwassermarke von 1947 (Findling vor dem Postamt).

Weitere als Denkmal ausgewiesene Gebäude sind:

  • Neues Postamt, Karl-Marx-Straße 18
  • Grundschule „Theodor Fontane“, Linsingenstraße 15
  • Grundschule „Käthe Kollwitz“, Weinbergstraße 4
  • ehemaliges Logierhaus „Alexandrinenbad“ (heute Albert-Schweitzer-Schule), Wriezener Straße 2
  • ehemaliges Finanzamt, Wriezener Straße 36
  • Katholische Kirche in der Goethestraße
  • Landhaus, Gesundbrunnenstraße
  • Sowjetisches Ehrendenkmal, Berliner Straße
  • Villen in der Straße Heilige Hallen
  • Wohnhaus Bahnhofstraße 24
  • Wohnhaus Karl-Marx-Straße 14
  • Wohnhaus Kurze-Straße 4
  • Wohnhäuser Neue Bergstraße 1, 2, 4 und 31
  • Wohnhaus mit gründerzeitlichem Ladeneinbau, Neue Bergstraße 29
  • künstliche Ruine Sporn des Weinbergs
  • Wohnhäuser Uchtenhagenstraße 3, 13, 13a, 16, 16a, 22 und 28 (teilweise mit Hofbebauung und Grundstückeinfassung)
  • Wohnhaus mit Grundstückseinfassung, Uchtenhagenstraße 13a
  • Wohnhaus mit Hofgebäude, Wriezener Straße 83
  • Aussichtsturm Karl-Weise-Straße/Linsingenstraße

Nicht mehr in der Stadt, aber zum Stadtgebiet gehörend, sind der Bismarckturm an der Bundesstraße 167 und der ehemalige Laugentunnel zwischen Alaunwerk und Teufelssee. Daneben sind die Wegesteine am Gustav-Schüler-Weg, V.-Diemar-Weg und Kühnemann-Weg sowie am Fürstensteig beachtenswert. Unweit der Stadt, an der B 158 in Richtung Berlin gelegen, befindet sich der Bunker Wollenberg, eingetragen in die Liste der Denkmale des Landes Brandenburg.

Die Liste der Denkmäler des Ortsteils und Museumsdorfes Altranft mit seinem historischen Dorfkern mit Angerbebauung, Gutshaus und ländlichem Park, Dorfkirche sowie Objekten des Freilichtmuseums befindet sich im entsprechenden Artikel. Im Ortsteil Sonnenburg steht das Gutshaus mit Park und Wirtschaftsgebäuden unter Denkmalschutz. Dieses war zeitweise der Wohnsitz des ehemaligen Reichsaußenministers Joachim von Ribbentrop.

Im Fontanehaus im Ortsteil Schiffmühle lebte Louis Henry Fontane, der Vater des Schriftstellers Theodor Fontane.

Die komplette Liste eingetragener Denkmäler findet sich in der Liste der Baudenkmale in Bad Freienwalde (Oder).

Aussichtstürme

Im Stadtgebiet von Bad Freienwalde befinden sich vier Aussichtstürme. Für Wander- und Turmfreunde wird zur Besteigung aller vier Türme das Turm-Ticket angeboten und anschließend ein Turm-Diplom verliehen.

  • Der 26 m hohe Aussichtsturm auf dem Galgenberg (Rundschauturm) wurde 1879 am Südrand des Ortes als Kriegerdenkmal errichtet.
  • Der 28 m hohe Bismarckturm (Bad Freienwalde) wurde 1895 auf dem 3 km westnordwestlich des Ortes nahe der Bundesstraße 167 gelegenen Schlossberg errichtet.
  • Der Eulenturm ist ein 2004 errichteter 13 m hoher Holzturm (südwestlich des Ortes nahe der Bundesstraße 158 gelegen).
  • Der 32 m hohe Schanzenturm ist Teil der 2008 eingeweihten Schanze K 60 der Schanzenanlage am Papengrund. Er steht ebenfalls südwestlich des Ortes an der Bundesstraße 158.

Parks

  • Kurpark mit marmorner Statue eines Stiers des Berliner Bildhauers Louis Tuaillon
  • Schlosspark mit Schloss, Teehäuschen und der Grabstelle von Hermann Graf von Pückler. Der Park wurde von Peter Joseph Lenné entworfen.

Sport

  • Bereits 1923 wurde der erste Wintersportverein gegründet, der unter anderem Rodeln, Eis- und Skilanglauf und ab Januar 1929 die erste Skisprungschanze betrieb. Innerhalb des Stadtgebiets gibt es einen Höhenunterschied von 155 m, im thüringischen Oberhof zum Vergleich 125 m. Bad Freienwalde ist noch heute das nördlichste Skisprungzentrum Deutschlands. Am Papengrund befinden sich vier Skisprungschanzen. Im Oktober 2003 wurde eine neue Schanzenanlage eröffnet, Attraktion ist dort die neue 40-m-Schanze.
  • Jährlich am 1. Mai findet der vom Sportverein Athleticon 97 Bad Freienwalde e. V. organisierte Baasee-Lauf statt, der vom Jahn-Stadion über den Brunnenweg zum Baasee und über den Sieben-Hügel-Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt führt. Bei zwei Runden ist die Strecke 25 km lang.
  • Ebenfalls jährlich führt das Elite-C-Radrennen Berlin-Bad Freienwalde-Berlin durch die Stadt.

Verkehr

In Bad Freienwalde kreuzen sich die Bundesstraßen 158 (Berlin–Angermünde/Hohenwutzen) und 167 (Lebus–Eberswalde–Wusterhausen/Dosse). Der nächste Autobahnanschluss befindet sich in Finowfurt an der A 11 und ist etwa 27 Kilometer entfernt.

Der Bahnhof Bad Freienwalde war bis in die 1960er Jahre ein regionaler Eisenbahnknotenpunkt an der Bahnstrecke Eberswalde–Frankfurt (Oder) mit Abzweigen nach Angermünde sowie nach Hohenwutzen. Nach der Stilllegung der beiden letzten in den Jahren 1997 beziehungsweise 1967 wird heute lediglich die Verbindung Frankfurt (Oder)–Eberswalde von der Regionalbahnlinie RB60 der NEB bedient. In Eberswalde bestehen Anschlüsse nach Berlin, Stralsund, Joachimsthal und Szczecin, in Frankfurt gibt es Anschlussverbindungen nach Warschau und Gdynia, nach Cottbus und über Fürstenwalde oder Storkow ebenfalls nach Berlin.

Der Betreiber des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Bad Freienwalde ist die Barnimer Busgesellschaft.

Filme

  • Die Polizeiruf-110-Folge Blütenstaub (1972) wurde zu großen Teilen in Bad Freienwalde gedreht, so sind zum Beispiel, der Bahnhof, das alte Krankenhaus oder die Staatsbankfiliale (heute Volksbankfiliale) Drehorte gewesen. Die im Film beraubte Apotheke befand sich in der Gesundbrunnenstraße. Namentlich wurde die Stadt jedoch nicht benannt, es wird nur von einer Kleinstadt gesprochen.
  • Die Folge Falscher Jasmin (1990) des Polizeiruf 110 spielte ebenfalls in Bad Freienwalde. Außenaufnahmen wurden im heutigen Kurviertel (Gesundbrunnenstraße) und am ehemaligen Krankenhaus gedreht.
  • Die ARD-Dokumentation „Rabatz-Jugendliche im Osten“ wurde 2005 in Bad Freienwalde gedreht. Sie thematisiert, wie zwei junge Abiturientinnen sich von den Nazis in ihrem augenscheinlich malerischen Kurort nicht unterkriegen lassen wollen.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • August Alexis Eduard Graf von Haeseler auf Harnekop (1800–1889), von 1845 bis 1874 Landrat des Landkreises Oberbarnim
  • Wilhelm Hagen (1814–1890), Kaufmann und verdienstvoller Stadtrat in Freienwalde (Hagenstift in der Hagenstraße, Grabmausoleum auf dem Evangelischen Friedhof in Bad Freienwalde)
  • Heinrich Adolf Eduard Leist (1797–1867), Kommissionsrat in Wriezen, Ehrenbürgerwürde in Anerkennung für seine Tätigkeit bei der Legung der Eisenbahn von Wriezen nach Neustadt-Eberswalde
  • Felix von Bethmann Hollweg auf Hohenfinow (1824–1900), Landrat des Landkreises Oberbarnim von 1874 bis 1885
  • Theobald von Bethmann Hollweg auf Hohenfinow (1856–1921), Landrat des Landkreises Oberbarnim von 1885 bis 1896, 1899 Regierungspräsident in Bromberg, Preußischer Minister des Inneren, 1909 bis 1917 Reichskanzler
  • Hermann Graf von Pückler, Freiherr von Groditz (1797–1892), Ober-Hof- und Hausmarschall im Dienste König Wilhelms I. ab 1861, außerdem Wirklicher Geheimer Rat, Oberstallmeister und Intendant der Königlichen Schlösser, ab 1887 als Ruheständler in Freienwalde („Haus zu den vier Linden“ = Schlossparkambulanz; Grabstätte im Schlosspark)
  • Gustav von Diemar (1814–1912), Rittmeister a. D., seit 1857 in Freienwalde, Ratsmann und Beigeordneter, lange Jahre Direktor des Gesundbrunnens, Verdienste um die Wohlfahrtspflege in der Stadt, finanzielle Unterstützung der entsprechenden Vereine
  • Victor Blüthgen (1844–1920), Dichter und Schriftsteller, bedeutender Vertreter der Kinderliteratur, seit 1881 in Freienwalde (Grabstätte auf dem Evangelischen Friedhof)
  • Emil Baeskow (1844–1933), Hofmaurer- und Zimmermeister, Ehrenbürgerwürde für seine Verdienste um die Entwicklung der Stadt in den 30 Jahren seiner Stadtverordneten- und Beigeordnetentätigkeit
  • Hans Keilson (1909–2011), Nervenarzt und Psychoanalytiker in den Niederlanden, als Arzt von 1940 bis 1945 im holländischen Widerstandskampf, nach 1945 Gründung einer Hilfsorganisation für jüdische Kriegswaisen, seit 1933 auch Schriftsteller („Das Leben geht weiter“) und Lyriker, Präsident des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland; Ehrenbürger seit dem 3. Februar 1990
  • Erna Kretschmann (1912–2001) Kurt Kretschmann (1914–2007) Beide setzten sich mehr als 50 Jahre für die Belange des Natur- und Umweltschutzes ein. Kurt Kretschmann galt als der „Vater der Eule“, er entwickelte 1954 das Naturschutzsymbol, das zunächst nur für die DDR galt und nach der Wiedervereinigung für ganz Deutschland empfohlen wurde. Auf Initiative der Eheleute Kretschmann entstand das „Haus der Naturpflege“ in Bad Freienwalde, heute Museum, in dem der Besucher unter anderem die Vielfalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt studieren kann. Das Haus, das die Kretschmanns von 1960 bis 1982 betreuten, kann auf mehr als 100.000 Besucher verweisen. Erna und Kurt Kretschmann waren verantwortlich für das Anlegen und Markieren von Lehrpfaden und Wanderwegen in der Umgebung von Bad Freienwalde, auf denen das heute vorhandene Wanderwegenetz basiert. 1978 hat Kurt Kretschmann in Bad Freienwalde den später europaweit bekanntgewordenen „Arbeitskreis Weißstorch“ ins Leben gerufen. In den 1990er Jahren hat das Wirken der Eheleute breite öffentliche Würdigung erfahren: 1991 Wahl Kurt Kretschmanns zum Ehrenpräsidenten des NABU; 1991 Verleihung des Umweltpreises des Landes Brandenburg; 1993 gemeinsame Ehrung als Gesamtsieger im Rahmen des „Europäischen Umweltpreises 1993“. Beide sind seit dem 2. März 1999 Ehrenbürger der Stadt.
  • Siegfried Schumacher (* 9. August 1926 in Oderberg), Kinderbuchautor, Ehrenbürgerschaft für das schriftstellerische Schaffen und das kulturelle Wirken für Bad Freienwalde
  • Ingrid Linke (* 19. September 1938 in Bad Freienwalde), Ehrenbürgerwürde für ihr Wirken zum Erhalt und für die Sanierung der „Kleinen Kirche“, einem der bedeutendsten Bauwerke der Stadt, und dafür, dass sie seit 10 Jahren mit der jetzigen Nutzung als Konzerthalle unter ihrer ehrenamtlichen Leitung dem Haus eine neue Bestimmung gab

Söhne und Töchter der Stadt

  • Christoph Starke (1684–1744), evangelischer Theologe
  • Fritz Eunike (1831–1892), Landschaftsarchitekt
  • Ottilie von Below (1837–1894), Schriftstellerin
  • Max Staegemann (1843–1905), Schauspieler, Kammersänger, Theaterdirektor
  • Alfred Blaschko (1858–1922), Mediziner
  • Lisbeth Eisner, geb. Hendrich (1867–1949), Dichterin; erste Frau Kurt Eisners
  • Gustav Schüler (1868–1938), Dramatiker, Heimatdichter
  • Ferdinand Friedrich Zimmermann (1898–1967), Journalist und Publizist sowie SS-Sturmbannführer
  • Hans Keilson (1909–2011), niederländischer Psychoanalytiker und Schriftsteller
  • Eberhard Günther (1911–1994), Syndikatsjurist und später Präsident des Bundeskartellamts
  • Erwin Wickert (1915–2008), Diplomat und Schriftsteller
  • Wolfgang Richter (1940–2013), Festkörperphysiker
  • Volkmar Sigusch (* 1940), Sexualforscher
  • Olaf B. Rader (* 1961), Historiker
  • Marian Lux (* 1982), Komponist und Pianist

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Bernhard Friedrich Albinus (1653–1721), Mediziner, beschrieb 1685 die Freienwalder Heilquelle
  • Friedrich Wilhelm von Seydlitz (1721–1773), preußischer Kavallerieoffizier
  • Louis Henry Fontane (1796–1867), Apotheker, Vater des Schriftstellers Theodor Fontane
  • Elisa Radziwill (1803–1834), Jugendliebe Kaiser Wilhelms I.
  • Karl Weise (1813–1888), regionaler Volksdichter
  • Georg Mickley (1816–1889), Orgelbauer
  • Waldemar Kopp (1825–1881), Rektor des Gymnasiums, Schriftsteller und Schulbuchautor
  • Walther Rathenau (1867–1922), erwarb 1909 Schloss Freienwalde
  • Berta Lask (1878–1967), Dichterin und Journalistin
  • Joachim von Ribbentrop (1893–1946), Reichsminister des Auswärtigen während der Zeit des Nationalsozialismus, betrieb Pferdezucht auf dem zum Ortsteil Altranft gehörenden Rittergut Sonnenburg
  • Dimiter Gotscheff (* 1943), Theaterregisseur

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bad Freienwalde (Oder)

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