Landratsamt Ostallgäu
Schwabenstr. 11
87616 Marktoberdorf

http://www.ostallgaeu.de

Landkreis Ostallgäu

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Ostallgäu
Basisdaten
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Schwaben
Verwaltungssitz Marktoberdorf
Adresse des Landkreises Schwabenstraße 11
87616 Marktoberdorf
Website www.ostallgaeu.de
Der Landkreis Ostallgäu liegt im Südosten des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben. Die kreisfreie Stadt Kaufbeuren ist ganz vom Landkreis Ostallgäu umgeben.

Geographie

Lage

Das Gebiet des Landkreises Ostallgäu umfasst im Süden die Alpen sowie deren Vorland. Im Norden schließt sich die schwäbisch-bayerische Hochebene an. Hier liegt bei Lamerdingen mit 578 m der niedrigste Punkt des Landkreises. Das alpine Gebiet zieht sich hinauf zur Hochplatte () in den Ammergauer Alpen. Das Voralpengebiet besitzt auf rund 800 m Höhe eine Vielzahl von Weihern und Seen, wovon der Forggensee, ein vom Lech durchflossener Stausee, mit rund 16 km² der größte ist. Der Lech durchfließt das südöstliche Kreisgebiet. In der Mitte durchzieht die Wertach, ein linker Nebenfluss des Lechs, die bei Augsburg mündet, den Landkreis Ostallgäu von Süden nach Norden. Ganz im Westen entspringen auf den langgezogenen Riedelhochflächen die westliche und die östliche Günz sowie die Mindel, die bei Günzburg in die Donau münden.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Oberallgäu, Unterallgäu, Augsburg, Landsberg am Lech, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen. Im Süden grenzt er an den Bezirk Reutte im österreichischen Bundesland Tirol.

Geschichte

Landgerichte

Bis 1803 gehörten große Teile des Ostallgäus zum Hochstift Augsburg. Nachdem das Gebiet an Bayern gefallen war, wurden 1804 die Landgerichte Buchloe, Füssen, Kaufbeuren, Oberdorf und Obergünzburg errichtet. 1809 wurde Kaufbeuren eine kreisunmittelbare Stadt. Diese gehörte ebenso wie die Landgerichte zunächst zum Illerkreis, ab 1817 zum Oberdonaukreis, der 1838 in Schwaben und Neuburg (später nur noch Schwaben) umbenannt wurde.

Bezirksämter

Im Jahr 1862 wurden die Landgerichte Kaufbeuren und Buchloe zum Bezirksamt Kaufbeuren und die Landgerichte Oberdorf und Obergünzburg zum Bezirksamt Oberdorf (später Marktoberdorf) vereinigt, aus dem Landgericht Füssen entstand das gleichnamige Bezirksamt.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Füssen, Kaufbeuren und Marktoberdorf.

Landkreis Ostallgäu

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 aus den folgenden Bestandteilen ein neuer Landkreis Marktoberdorf gebildet:

  • Alle Gemeinden des alten Landkreises Marktoberdorf mit Ausnahme der Gemeinde Ingenried, die zum Landkreis Weilheim-Schongau im Regierungsbezirk Oberbayern kam
  • Alle Gemeinden des Landkreises Füssen
  • Alle Gemeinden des Landkreises Kaufbeuren mit Ausnahme der Gemeinden Hirschzell und Oberbeuren, die in die kreisfreie Stadt Kaufbeuren eingegliedert wurden, der Gemeinden Asch, Denklingen, Dienhausen, Ellighofen, Leeder, Oberdießen, Seestall und Unterdießen, die zum Landkreis Landsberg am Lech im Regierungsbezirk Oberbayern kamen sowie der Gemeinde Schlingen, die zum Landkreis Unterallgäu kam.

Der neue Landkreis wurde am 1. Mai 1973 in Landkreis Ostallgäu umbenannt. Sitz des Landratsamtes und damit Kreishauptstadt blieb Marktoberdorf.

Einwohnerentwicklung

Der 1972 neu entstandene Landkreis Ostallgäu gewann bis 2005 über 28.000 Einwohner hinzu (=26,6 %). Von 1988 bis 2008 wuchs er um über 18.000 Einwohner bzw. um rund 16 %. Ab 2006 war die Einwohnerzahl leicht rückläufig; sie stagniert zwischen 2008 und 2013 bei rund 134.000. Seither steigt sie wieder deutlich an.Nach dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist der Landkreis Ostallgäu der am dünnsten besiedelte Landkreis in Südbayern. Ein Drittel der Kreisbevölkerung lebt in den drei Städten Buchloe (9 %), Füssen (11 %) und Marktoberdorf (13 %), zwei Drittel in den 42 ländlichen Gemeinden. Der Ausländeranteil beträgt 5,1 %.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1972 1979 1987 1990 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 47.366 59.033 68.901 107.029 99.038 105.135 106.414 109.542 114.547 121.743 127.068 131.546 134.766 133.881 137.709

Politik

Kreistag

Die Kommunalwahlen 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:

2008 2014
CSU 26 26
Freie Wähler Ostallgäu 15 11
SPD 6 7
GRÜNE 6 7
BP 2 4
FDP 2 1
Junges Ostallgäu 2 2
ÖDP 1 2
Gesamt 60 60

Wappen

Finanzen

Der Kreishaushalt 2018 beläuft sich auf 139,6 Mio. € (u. a. für Soziales 35,1 Mio. €, für Bildung 20,8 Mio. €, für Straßen 5,5 Mio. €). Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt 2018 bei 216 €.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Landkreis belegt lt. Magazin Focus Money 2014 bei der Wirtschaftskraft unter 387 untersuchten Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland den 8. Platz. Im „Zukunftsatlas“ von Prognos liegt das Ostallgäu unter den vorderen 20 % von 402 Kreisen und kreisfreien Städten.

Bedeutende Unternehmen im Landkreis sind der Automobilhersteller Alpina Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG und die Karwendel-Werke in Buchloe, sowie der Traktorenhersteller AGCO Fendt in Marktoberdorf, eine Niederlassung der Nestlé S.A. in Biessenhofen, die Otto Bihler Maschinenfabrik GmbH&Co KG in Halblech und Füssen und die Firma Deckel Maho in Pfronten.

Während im südlichen Landkreis der Tourismus („Königswinkel“) eine große Rolle spielt, sind die Mitte und der Norden neben zahlreichen mittelständischen Betrieben noch stärker landwirtschaftlich (Milchwirtschaft) geprägt.

Die Arbeitslosigkeit ist traditionell niedrig (Oktober 2018: 1,9 %).

Gemeinden

Der Landkreis Ostallgäu hat 45 Gemeinden, davon 3 Städte und 7 Märkte.

(Einwohner am )

Städte

  1. Buchloe ()
  2. Füssen ()
  3. Marktoberdorf ()

Märkte

  1. Irsee ()
  2. Kaltental ()
  3. Nesselwang ()
  4. Obergünzburg ()
  5. Ronsberg ()
  6. Unterthingau ()
  7. Waal ()

Weitere Gemeinden

  1. Aitrang ()
  2. Baisweil ()
  3. Bidingen ()
  4. Biessenhofen ()
  5. Eggenthal ()
  6. Eisenberg ()
  7. Friesenried ()
  8. Germaringen ()
  9. Görisried ()
  10. Günzach ()
  11. Halblech ()
  12. Hopferau ()
  13. Jengen ()
  14. Kraftisried ()
  15. Lamerdingen ()
  16. Lechbruck am See ()
  17. Lengenwang ()
  18. Mauerstetten ()
  19. Oberostendorf ()
  20. Osterzell ()
  21. Pforzen ()
  22. Pfronten ()
  23. Rettenbach am Auerberg ()
  24. Rieden ()
  25. Rieden am Forggensee ()
  26. Roßhaupten ()
  27. Rückholz ()
  28. Ruderatshofen ()
  29. Schwangau ()
  30. Seeg ()
  31. Stötten am Auerberg ()
  32. Stöttwang ()
  33. Untrasried ()
  34. Wald ()
  35. Westendorf ()

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Biessenhofen
    (Gemeinden Aitrang, Bidingen, Biessenhofen und Ruderatshofen)
  2. Buchloe
    (Stadt Buchloe, Markt Waal und Gemeinden Jengen und Lamerdingen)
  3. Eggenthal
    (Gemeinden Baisweil, Eggenthal und Friesenried)
  4. Obergünzburg
    (Markt Obergünzburg und Gemeinden Günzach und Untrasried)
  5. Pforzen
    (Markt Irsee und Gemeinden Pforzen und Rieden)
  6. Roßhaupten
    (Gemeinden Rieden a.Forggensee und Roßhaupten)
  7. Seeg
    (Gemeinden Eisenberg, Hopferau, Lengenwang, Rückholz, Seeg und Wald)
  8. Stötten am Auerberg
    (Gemeinden Rettenbach a.Auerberg und Stötten a.Auerberg)
  9. Unterthingau
    (Markt Unterthingau und Gemeinden Görisried und Kraftisried)
  10. Westendorf
    (Markt Kaltental und Gemeinden Oberostendorf, Osterzell, Stöttwang und Westendorf)

Verkehr

Straßenverkehr

An das deutsche Autobahnnetz ist der Landkreis Ostallgäu über die Bundesautobahn 7 angeschlossen, welche seit 1992 in mehreren Bauabschnitten durch den Landkreis bis Füssen verlängert wurde. Ebenfalls quert im Norden die Bundesautobahn 96 bei Buchloe den Kreis. Weitere Hauptverkehrsadern sind die Bundesstraße 12 und die Bundesstraße 16. Weitere Bundesstraßen sind die Bundesstraße 17 und die Bundesstraße 310 im südlichen Landkreis. In Marktoberdorf endet zudem die Bundesstraße 472, die vom Irschenberg über Miesbach, Bad Tölz und Schongau ins Allgäu führt. Die frühere Bundesstraße 309 von Kempten zur Bundesgrenze bei Pfronten wurde zum 1. Januar 2016 zur Staatsstraße 2520 herabgestuft.

Bahnverkehr

Schon 1847 führte die Ludwigs-Süd-Nord-Bahn ihre Strecke von Augsburg nach Süden bis Kaufbeuren und 1852 weiter nach Kempten. Die Ost-West-Linie der Bayerischen Staatsbahn von München nach Memmingen kam 1872/74 hinzu und machte Buchloe zum wichtigen Knotenpunkt.

Von der Süd-Nord-Bahn zweigt seit 1876 in Biessenhofen eine Nebenbahn zur Kreisstadt Marktoberdorf ab, die 1899 ihre Fortsetzung nach Lechbruck fand. Eine weitere Stichbahn ins Alpenvorland, von Marktoberdorf weiter nach Füssen, war schon 1889 von der Lokalbahn Aktien-Gesellschaft München in Betrieb genommen worden.

Den äußersten Süden des Kreises liegt die Außerfernbahn Kempten–Reutte der Bayerischen Staatsbahn, die 1895 Pfronten-Ried erreichte und 1905 über die Grenze nach Tirol geführt wurde. 1913 wurde diese Verbindung bis ins oberbayerische Garmisch-Partenkirchen verlängert.

Eine Verbindung zwischen dem Endpunkt Füssen und dem nur vier Kilometer davon entfernten Haltepunkt Ulrichsbrücke-Füssen an der Außerfernbahn wurde immer wieder geplant, jedoch nie gebaut.

Eine letzte Ergänzung des Bahnnetzes stellte 1922/23 die Verbindung Kaufbeuren–Schongau durch die Deutsche Reichsbahn her. Diese Strecke wurde 1972 wieder stillgelegt, während die Bahn Marktoberdorf–Lechbruck schon 1963 aus dem Kursbuch verschwunden war. Das Netz, das maximal 153 km umfasst hatte, war um fast ein Drittel auf immerhin noch 111 km reduziert worden.

Auf den ehemaligen Bahnlinien Marktoberdorf–Lechbruck und Kaufbeuren–Schongau verläuft heute ein beliebter Radwanderweg, die ca. 80 km lange „Dampflokrunde“.

Baudenkmäler

Siehe Baudenkmäler im Landkreis Ostallgäu

Schutzgebiete

Natur- und Landschaftsschutzgebiete

Im Landkreis gibt es 6 Naturschutzgebiete und 18 Landschaftsschutzgebiete.

Geotope

Im Landkreis befinden sich 43 (Stand September 2013) vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope.

Kfz-Kennzeichen

Als offizielles Unterscheidungszeichen dieses neuen Landkreises sollte das am 1. Juli 1956 für den Landkreis Marktoberdorf eingeführte Unterscheidungszeichen MOD fungieren. Das Kfz-Kennzeichen des Landkreises Füssen (FÜS) blieb nach der Auflösung dieses Landkreises am 1. Juli 1972 insbesondere wegen heftiger Proteste jedoch noch für einige Jahre gültig. Erst seit dem 1. August 1979 gilt für den gesamten Landkreis uneingeschränkt das am 12. Februar 1979 eingeführte Kfz-Kennzeichen OAL.

Seit dem 10. Juli 2013 sind die Unterscheidungszeichen FÜS und MOD im Landkreis Ostallgäu wieder erhältlich.

Weblinks

    Hinweis

    Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Ostallgäu

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