Landratsamt
Garmisch-Partenkirchen
Olympiastr. 10
82467 Garmisch-Partenkirchen

http://www.lra-gap.de/

Landkreis Garmisch-Partenkirchen

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Basisdaten
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Oberbayern
Fläche 1012.28 km2
Verwaltungssitz Garmisch-Partenkirchen
Fläche 1012.28 km2
Adresse des Landkreises Olympiastraße 10
82467 Garmisch-Partenkirchen
Website www.lra-gap.de
Landrat Anton Speer (Freie Wähler Bayern)
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegt im Südwesten des bayerischen Regierungsbezirks Oberbayern.

Geographie

Lage

Der südliche Teil des Landkreises, das Werdenfelser Land, ist teilweise hochalpin mit den Felsmassiven des Karwendel- und des Wettersteingebirges (Zugspitze mit als höchster Berg Deutschlands) und liegt an der Grenze zu Tirol in Österreich. Nach Norden senkt sich das Gebirge bis hin zur voralpinen Hügellandschaft des Pfaffenwinkels mit Seen und ausgedehnten Mooren.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Ostallgäu, Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen.

Im Süden grenzt er an das österreichische Bundesland Tirol mit den Bezirken Innsbruck Land, Imst und Reutte.

Geschichte

Vor 1800

Um 1000 war das Gebiet Besitz der Welfen, die auch die Burg Werdenfels erbauten. 1249 erwarb das Hochstift Freising den welfischen Besitz sowie 1294 die Grafschaften Mittenwald und Partenkirchen und bildete daraus die reichsunmittelbare Grafschaft Werdenfels, die erst 1803 in der Säkularisation aufgelöst wurde.

Landgericht

Das Gebiet kam zu Bayern, das 1803 das Landgericht Werdenfels errichtete, welches zunächst zum Innkreis und ab 1814 zum Isarkreis (der seit 1838 Oberbayern heißt) gehörte.

Bezirksamt

Das Bezirksamt Werdenfels folgte im Jahr 1862 dem flächengleichen Landgericht älterer Ordnung Werdenfels. Dieses wurde am 20. Oktober 1879 in „Bezirksamt Garmisch“ umbenannt.

Am 1. Januar 1913 erhielt das Bezirksamt Schongau Gemeinden des Bezirksamtes Garmisch.

Nach der Vereinigung der Orte Garmisch und Partenkirchen, die am 1. Januar 1935 wirksam wurde, erhielt auch das Bezirksamt den Doppelnamen Garmisch-Partenkirchen.

Landkreis

Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Im Rahmen der Gebietsreform wurden dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen am 1. Juli 1972 einige Gemeinden der Nachbarlandkreise Weilheim in Oberbayern und Schongau eingegliedert. Damit erhielt er seine heutige Ausdehnung.

Einwohnerentwicklung

Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen gewann zwischen 1988 und 2008 knapp 7000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um ca. 9 %.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2000 2005 2008 2012
Anzahl der Einwohner 14.994 15.989 20.518 31.953 50.689 71.503 70.522 75.424 78.782 86.577 87.351 86.478 84.710

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft im Landkreis ist eher mittelständisch geprägt. Der Landwirtschaft kommt eine erhebliche Bedeutung für die Wirtschaftsstruktur des Landkreises zu. Insgesamt sind ca. 15 % der Landkreisfläche landwirtschaftlich genutzt.

Die Einkommensteuerkraft je Einwohner lag im Jahr 2004 bei 272 Euro (Bundesdurchschnitt 216 Euro). Die Kaufkraft je Einwohner im Jahr 2005 lag bei 7,67 Euro (Bundesdurchschnitt 8,52 Euro). Im Juli 2011 lag die Arbeitslosigkeit im Landkreis bei 3,3 % und damit erheblich unter dem Bundesdurchschnitt.

Die Region um Garmisch-Partenkirchen ist ein klassisches Fremdenverkehrsgebiet und auch ein bekannter olympia- (1936) und weltmeisterschaftserprobter (1978) Wintersportort. Er konnte sich erfolgreich um die Ausrichtung der alpinen Ski-WM 2011 bewerben, nachdem die vorherige Bewerbung für die Ski-WM 2009 gegen das französische Val-d’Isère verloren ging. Einziger Gegenkandidat war Schladming (Österreich).

Verkehr

Die Staatsbahnlinie von München erreichte im Jahre 1879 Murnau. Nachdem die 1889 durch die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft München (LAG) eröffnete Weiterführung bis Garmisch an die Bayerische Staatsbahn übergegangen war, verlängerte diese die Bahn 1912 über Mittenwald bis zur österreichischen Grenze, so dass die Verbindung mit Innsbruck hergestellt war.

Ebenso wurde der Tiroler Bezirk Reutte 1913 von Garmisch her durch die Außerfernbahn erschlossen.

Die Lokalbahn Murnau – Oberammergau wurde im Jahre 1900 von der AG E-Werke vorm O. L. Kummer & Co. erbaut und 1905 durch die LAG elektrifiziert.

Rein touristischen Zwecken dient die Strecke der Bayerischen Zugspitzbahn, die 1929/30 von Garmisch zum Schneefernerhaus eröffnet worden ist und seit 1992 auch zum Zugspitzplatt führt.

Alle Bahnlinien sind bis heute in Betrieb.

Das Straßennetz umfasst eine Bundesautobahn (A 95), drei Bundesstraßen (B 2, B 11 und B 23) sowie ein relativ dichtes Netz von Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen.

Politik

Landrat

Anton Speer (Freie Wähler), vorher Vize-Landrat, steht seit 2014 an der Spitze des Landkreises. Sein Vorgänger Harald Kühn (CSU), im Amt seit 1. Mai 2002, wurde 2013 in den Bayerischen Landtag gewählt. Vor ihm stand vom 1. Mai 1984 bis 30. April 2002 Helmut Fischer (1932–2014) an der Spitze des Landkreises.

Kreistagswahlen

Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:

Partei / Liste 2002 2008 2014
CSU 32 25 22
Freie Wählergemeinschaft der Landkreisgemeinden 11 10 11
Christlich Soziales Bündnis-Bürger für GAP/ Freie Landkreisbürger n.a. 7 6
SPD 8 6 7
ödp 4 4 4
Freie Wählergemeinschaft GAP/Oberes Loisachtal 4 3 2
GRÜNE n.a. 3 4
BP n.a. 1 3
FDP 1 1 1
Gesamt 60 60 60

Wappen

Blasonierung: Über gekürzter und eingeschweifter Spitze, darin die bayerischen Rauten, gespalten von Silber und Gold; vorne ein links gewendeter roter Greifenlöwe; hinten ein rot gekrönter Mohrenkopf mit rotem Ohrring, als Hinweis auf die Zugehörigkeit der Grafschaft Werdenfels zum Hochstift Freising.

Märkte und Gemeinden

(Einwohner am )

Märkte
  1. Garmisch-Partenkirchen ()
  2. Mittenwald ()
  3. Murnau am Staffelsee ()

Gemeindefreies Gebiet

  1. Ettaler Forst (83,46 km²)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Ohlstadt
    (Gemeinden Eschenlohe, Großweil, Ohlstadt und Schwaigen)
  2. Saulgrub
    (Gemeinden Bad Bayersoien und Saulgrub)
  3. Seehausen am Staffelsee
    (Gemeinden Riegsee, Seehausen am Staffelsee und Spatzenhausen)
  4. Unterammergau
    (Gemeinden Ettal und Unterammergau)

Gemeinden

  1. Bad Bayersoien ()
  2. Bad Kohlgrub ()
  3. Eschenlohe ()
  4. Ettal ()
  5. Farchant ()
  6. Grainau ()
  7. Großweil ()
  8. Krün ()
  9. Oberammergau ()
  10. Oberau ()
  11. Ohlstadt ()
  12. Riegsee ()
  13. Saulgrub ()
  14. Schwaigen ()
  15. Seehausen am Staffelsee ()
  16. Spatzenhausen ()
  17. Uffing am Staffelsee ()
  18. Unterammergau ()
  19. Wallgau ()

Märkte und Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform 1971/78

Bis zur Gebietsreform 1971/78 hatte der Landkreis Garmisch-Partenkirchen 16 Gemeinden (siehe Liste unten).

Im Süden und Südwesten grenzte der Landkreis an das österreichische Bundesland Tirol. Im Westen grenzte der Landkreis an den Landkreis Füssen, im Nordwesten an den Landkreis Schongau im Norden an den Landkreis Weilheim i.OB. und im Osten grenzte er an den Landkreis Bad Tölz.

Die Gemeinden des Landkreises Garmisch-Partenkirchen vor der Gemeindereform 1971/78 . (Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben.)

frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis
Eschenlohe Eschenlohe Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Ettal Ettal
Farchant Farchant
Garmisch-Partenkirchen (Markt) 1 Garmisch-Partenkirchen
Grainau 2 Grainau
Bad Kohlgrub Bad Kohlgrub
Krün Krün
Mittenwald (Markt) Mittenwald
Oberammergau Oberammergau
Oberau Oberau
Ohlstadt Ohlstadt
Saulgrub Saulgrub
Schwaigen Schwaigen
Unterammergau Unterammergau
Wallgau Wallgau
Wamberg Garmisch-Partenkirchen
1: 1935 entstanden aus den Gemeinden Garmisch (Markt) und Partenkirchen
2: 1937 entstanden aus den Gemeinden Obergrainau und Untergrainau

Schutzgebiete

Im Landkreis gibt es 16 Naturschutzgebiete, acht Landschaftsschutzgebiete, 19 FFH-Gebiete und mindestens 64 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope (Stand August 2016).

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen GAP zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Garmisch-Partenkirchen

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