Landkreis
Erlangen-Höchstadt
Marktplatz 6
91054 Erlangen

http://www.erlangen-hoechstadt.de/

Landkreis Erlangen-Höchstadt

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Erlangen-Höchstadt
Basisdaten
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Mittelfranken
Verwaltungssitz Erlangen
Adresse des Landkreises Marktplatz 6
91054 Erlangen
Website www.erlangen-hoechstadt.de
Landrat Alexander Tritthart (CSU)

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt liegt im Norden des bayerischen Regierungsbezirks Mittelfranken.

Geographie

Lage

Das Kreisgebiet umfasst im Wesentlichen das Mittelfränkische Becken mit ausgedehnten Kiefernwäldern. Im Osten durchfließen die Regnitz und der Main-Donau-Kanal in Nord-Süd-Richtung das Kreisgebiet. Im Norden fließt die Aisch, ein Nebenfluss der Regnitz, etwa in West-Ost-Richtung durch das Kreisgebiet. Hier besteht eine Weiherlandschaft, in der Fischzucht betrieben wird. Im Osten des Kreisgebiets steigt die Landschaft zum Albvorland auf. In der Gemeinde Vestenbergsgreuth im Westen des Landkreises befindet sich der Mittelpunkt Frankens (bei ).

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend, an die Landkreise Bamberg, Forchheim und Nürnberger Land, an die kreisfreien Städte Nürnberg und Erlangen sowie an die Landkreise Fürth und Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim.

Die kreisfreie Stadt Erlangen ragt von Süden her in das Kreisgebiet hinein, das sich wie ein umgekehrtes U um diese Stadt erstreckt.

Geschichte

Bis 1810

Um 1000 wurden Orte des späteren Landkreises erstmals urkundlich erwähnt. 1413 wurden die zum Teil heute noch betriebenen Wasserschöpfräder an der Regnitz erstmals urkundlich bezeugt. 1449/1450 fand der Erste, von 1552 bis 1555 der Zweite Markgrafenkrieg statt, bei denen es zahlreiche Verwüstungen gab.

1715 wurde mit dem Bau des Schlosses Hemhofen begonnen. Zum Höhepunkt der Wasserradnutzung 1805 waren an der Regnitz zwischen Fürth und Forchheim etwa 190 Wasserschöpfräder im Einsatz.

Landgerichte

1812 wurden im heutigen Kreisgebiet die Landgerichtsbezirke Erlangen, Herzogenaurach und Höchstadt an der Aisch eingerichtet, die alle zum Rezatkreis gehörten. Gleichzeitig wurde Erlangen eine kreisunmittelbare Stadt. Seit 1838 gehörten das Landgericht Erlangen zu Mittelfranken und die Landgerichte Herzogenaurach und Höchstadt zu Oberfranken. 1852 wurden Distriktgemeinden errichtet.

Bezirksämter

Im Jahr 1862 wurde aus dem Landgerichtsbezirk Erlangen das gleichnamige Bezirksamt und aus den Landgerichtsbezirken Herzogenaurach und Höchstadt an der Aisch das Bezirksamt Höchstadt an der Aisch. Durch das Gemeindeedikt von 1881 wurde die kommunale Selbstverwaltung wiederhergestellt.

Von 1886 bis 1900 wurden die Eisenbahnlinien nach Herzogenaurach, Höchstadt, Schlüsselfeld und Eschenau gebaut. 1919 trat das neue Selbstverwaltungsgesetz der Gemeinden in Kraft.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Erlangen und Höchstadt a.d.Aisch.

1946 trat die Landkreisordnung (Kommunalverfassung der Bayerischen Landkreise) in Kraft. Daraufhin wurde 1952 der Landrat erstmals von der Bevölkerung gewählt.

Landkreis Erlangen-Höchstadt

Im Rahmen der Gebietsreform wurden am 1. Juli 1972 die Großteile der beiden bisherigen Landkreise Erlangen und Höchstadt mit einigen Gemeinden der bisherigen Landkreise Bamberg, Forchheim, Scheinfeld und Lauf an der Pegnitz zu einem neuen Landkreis vereinigt, der zunächst Landkreis Erlangen hieß und am 1. Mai 1973 in Landkreis Erlangen-Höchstadt umbenannt wurde. Durch die Gebietsreform wurden oberfränkische Gebiete nach Mittelfranken umgegliedert. Die Stadt Erlangen wurde durch Eingemeindungen vergrößert und blieb kreisfrei.

Am 1. Juli 1976 trat der Landkreis Erlangen-Höchstadt die Gemeinde Beerbach an den Landkreis Nürnberger Land ab.

Am 1. Januar 1977 wurde die Gemeinde Rosenbach in den Markt Neunkirchen am Brand eingegliedert und kam damit vom Landkreis Erlangen-Höchstadt zum Landkreis Forchheim.

Einwohnerentwicklung

Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Erlangen-Höchstadt um über 22.000 Einwohner bzw. um rund 21 %. Später hat sich das Wachstum abgeschwächt.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 32.639 31.729 39.867 59.495 67.453 79.752 106.113 124.192 128.939 130.489 131.448 134.136

Politik

Landrat

Landrat ist seit dem 1. Mai 2014 Alexander Tritthart (CSU). Sein Vorgänger war Eberhard Irlinger (SPD).

Kreistag

Der Kreistag besteht in der Amtszeit 2014‒2020 aus 60 Kreisräten und dem Landrat:

  • CSU 22 Sitze und Landrat Alexander Tritthart
  • SPD 13 Sitze
  • FW 13 Sitze
  • GRÜNE 9 Sitze
  • FDP 3 Sitze

Bundes- und Landtagswahlergebnisse

Für die Bundestagswahlen bildet der Landkreis gemeinsam mit der Stadt Erlangen den Wahlkreis Erlangen. Direkt gewählter Abgeordneter ist seit 2002 Stefan Müller (CSU). Bei der Bundestagswahl 2013 zog aus dem Gebiet des Bundeswahlkreises Erlangen die Müller unterlegene Martina Stamm-Fibich (SPD) über die Landesliste Bayern in den Deutschen Bundestag ein.

Für die Landtagswahlen ist der Landkreis in zwei Stimmkreise geteilt. Die meisten Gemeinden bilden den Stimmkreis Erlangen-Höchstadt, wobei Möhrendorf und Heroldsberg zusammen mit der Stadt Erlangen zum Stimmkreis Erlangen-Stadt gehören. Direkt gewählte Abgeordnete sind für den Stimmkreis Erlangen-Höchstadt Walter Nussel (CSU) und für den Stimmkreis Erlangen-Stadt Joachim Herrmann (CSU).

Für den Bezirkstag von Mittelfranken bestehen die gleichen Stimmkreise wie bei der Landtagswahl. Direkt gewählte Bezirksrätin für den Stimmkreis Erlangen-Höchstadt ist Dr. Ute Salzner (CSU), für den Stimmkreis Erlangen-Stadt Dr. Max Hubmann (CSU). Aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt gehört außerdem Karin Knorr (FW) dem Bezirkstag an.

Wappen

Blasonierung: „Gespalten; vorne in Gold ein linksgewandter, mit einer silbernen Schräglinksleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe; hinten in Blau mit von Rot und Silber gestücktem Bord ein halbes goldenes Wasserschöpfrad.“

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt besteht aus den beiden alten Landkreisen Erlangen und Höchstadt an der Aisch. Im Landkreiswappen ist der alte Landkreis Höchstadt an der Aisch durch das Wappen des Hochstiftes Bamberg, den Bamberger Löwen vertreten, da das Hochstift Bamberg bis 1802 mit dem Oberamt Höchstadt den umfangreichsten Besitz in diesem Gebiet hatte.

Der gestückte Schildbord aus dem Wappen der Nürnberger Burggrafen und der Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth weist auf deren Besitzung, das Amt Baiersdorf im alten Landkreis Erlangen hin. Die Farben Blau und Gold sind dem Wappen der Stadt Nürnberg entnommen, zu deren Territorium bis 1805 große Gebiete im Landkreis gehörten. Das Wasserschöpfrad erinnert an die einst zahlreichen Wasserschöpfräder an der Regnitz, die ein Wahrzeichen der Landschaft bildeten und noch teilweise zu sehen sind. Die meisten verbliebenen Wasserschöpfräder (etwa zehn) befinden sich bei Möhrendorf.

Die beiden Bilder waren Bestandteile der früheren Landkreiswappen von Höchstadt an der Aisch und Erlangen; das neue Wappen stellt somit auch die Entwicklung der Kreisorganisation dar.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die kreisfreie Stadt Erlangen ist seit 1844 Station der Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Nürnberg nach Bamberg. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Universitätsstadt auch Ausgangspunkt zweier Lokalbahnen der Bayerischen Staatseisenbahnen: 1886 nach Gräfenberg über Eschenau, das seit 1908 auch mit Nürnberg verbunden ist und 1894 vom Vorort Bruck nach Herzogenaurach.

Die ehemalige Kreisstadt Höchstadt erhielt 1892 eine Bahnlinie von Forchheim her. Einige Gemeinden im Norden des Kreises liegen an der im Jahre 1900 eröffneten Lokalbahn Bamberg – Schlüsselfeld.

Das Eisenbahnnetz erlangte damit eine Ausdehnung von 75 km Länge. Davon wurden für den Personenverkehr folgende 51 km stillgelegt:

  • 1961/63: Erlangen – Eschenau 12 km
  • 1977: Strullendorf – Mühlhausen – Schlüsselfeld 31 km (davon 7 km auf jetzigem ERH-Gebiet)
  • 1984: Forchheim – Hemhofen – Höchstadt (Aisch) 23 km und Erlangen-Bruck – Herzogenaurach 9 km

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt existieren insgesamt acht Bahnhöfe bzw. Haltepunkte für den Bahn-Personenverkehr: Bubenreuth und Baiersdorf an der Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg (angefahren von der Linie S1 der S-Bahn Nürnberg, Baiersdorf auch vereinzelt von Regionalexpressen) sowie Heroldsberg, Heroldsberg-Nord, Kalchreuth, Großgeschaidt, Eschenau und Forth an der Gräfenbergbahn. Ansonsten erfolgt die Erschließung des Landkreises für den öffentlichen Personennahverkehr über Buslinien, die Knotenpunkte in Erlangen sowie in Höchstadt an der Aisch aufweisen. Der Landkreis ist Mitglied des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg.

Diskutiert wird seit Anfang der 1990er Jahre der Bau einer Stadt-Umland-Bahn von Erlangen ausgehend nach Herzogenaurach sowie in den östlichen Landkreis, wo unterschiedliche Endpunkte diskutiert wurden. Derzeitige Planungen sehen die Endhaltestelle bereits in Uttenreuth vor. Gegenwärtig ist geplant, bis zum Sommer 2012 einen Grundsatzbeschluss über den Bau der Stadt-Umland-Bahn in allen beteiligten Gebietskörperschaften (neben dem Landkreis Erlangen-Höchstadt die Städte Erlangen und Nürnberg sowie Herzogenaurach) zu treffen.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am )

Städte
  1. Baiersdorf ()
  2. Herzogenaurach ()
  3. Höchstadt an der Aisch ()

Märkte

  1. Eckental ()
  2. Heroldsberg ()
  3. Lonnerstadt ()
  4. Mühlhausen ()
  5. Vestenbergsgreuth ()
  6. Wachenroth ()
  7. Weisendorf ()

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Aurachtal (4150)
  2. Heßdorf (5834)
  3. Höchstadt (6733)
  4. Uttenreuth (11.584)

Gemeinden

  1. Adelsdorf ()
  2. Aurachtal ()
  3. Bubenreuth ()
  4. Buckenhof ()
  5. Gremsdorf ()
  6. Großenseebach ()
  7. Hemhofen ()
  8. Heßdorf ()
  9. Kalchreuth ()
  10. Marloffstein ()
  11. Möhrendorf ()
  12. Oberreichenbach ()
  13. Röttenbach ()
  14. Spardorf ()
  15. Uttenreuth ()

Gemeindefreie Gebiete (102,72 km², unbewohnt)

  1. Birkach (3,25)
  2. Buckenhofer Forst (8,76)
  3. Dormitzer Forst (10,18)
  4. Erlenstegener Forst (11,78)
  5. Forst Tennenlohe (10,81)
  6. Geschaidt (8,49)
  7. Kalchreuther Forst (6,11)
  8. Kraftshofer Forst (12,17)
  9. Mark (20,98)
  10. Neunhofer Forst (10,18)

Schutzgebiete

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt befinden sich sechs Naturschutzgebiete, sieben Landschaftsschutzgebiete, acht Geotope und acht ausgewiesene FFH-Gebiete. (Stand März 2016)

Siehe auch:

  • Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Erlangen-Höchstadt
  • Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Erlangen-Höchstadt
  • Liste der FFH-Gebiete im Landkreis Erlangen-Höchstadt
  • Liste der Geotope im Landkreis Erlangen-Höchstadt

Kfz-Kennzeichen

Am 5. August 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Erlangen gültige Unterscheidungszeichen ER zugewiesen. Am 12. Februar 1979 wurde es vom bis heute gültigen Unterscheidungszeichen ERH abgelöst. Seit dem 2. Februar 2015 ist auch das Unterscheidungszeichen HÖS (Höchstadt an der Aisch) erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Erlangen-Höchstadt

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