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Karte Bad Tölz-Wolfratshausen
Landratsamt
Bad Tölz-Wolfratshausen
Prof.-Max-Lange-Platz 1
83646 Bad Tölz

http://www.lra-toelz.de/

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
Basisdaten
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Oberbayern
Verwaltungssitz Bad Tölz
Adresse des Landkreises Prof.-Max-Lange-Platz 1
83646 Bad Tölz
Website www.lra-toelz.de
Landrat Josef Niedermaier (FW)
Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen () liegt im Süden des Regierungsbezirks Oberbayern in Bayern. Der jetzige Doppellandkreis entstand 1972, im Wesentlichen durch die Zusammenlegung der ehemaligen Landkreise Bad Tölz und Wolfratshausen. Er zählt – nach Traunstein, Rosenheim und Eichstätt – flächenmäßig zu den größten der 20 Landkreise in Oberbayern und besitzt mit dem Schafreuter () eine der höchsten Erhebungen des Vorkarwendels.

Der Landkreis im Bayerischen Oberland wird von Südwesten nach Norden von der Isar durchflossen, die in ihm den Wandel vom Gebirgsfluss zum breiten Voralpenstrom vollzieht und bei Icking Richtung München abfließt.

Kreisstadt des Landkreises ist die Kurstadt Bad Tölz, verschiedene Ämter und Behörden blieben der ehemaligen Kreisstadt Wolfratshausen allerdings erhalten. Wirtschaftliches Zentrum und größte Stadt des Kreises ist die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Stadt Geretsried.

Geographie

Lage

Der Landkreis gehört zur Region Oberland und wird durch die Flusstäler der Isar und der Loisach sowie viele Seen geprägt. Er umfasst sowohl alpines als auch voralpines Gelände. Der Schafreuter im Karwendel ist mit 2102 m der höchste Berg im Landkreis.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Südwesten beginnend an die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau, Starnberg, München und Miesbach. Im Süden grenzt er an Österreich.

Geschichte

Ämter sowie Land- und Pflegegerichte bis 1800

Das Gebiet des heutigen Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen gehörte zum historischen Bestandteil des Herzogtums Bayern. Im Hochmittelalter war der östliche Teil des heutigen Landkreises dem „Sundergau“ zugeordnet, westlich der Isar schloss sich der „Huosigau“ an; die Grenzen waren fließend. Zwischen den Jahren 1000 und 1100 lag der Raum im Machtbereich der Grafen von Ebersberg, die im Jahr 1045 ausstarben, und der Grafschaft Wolfratshausen der Andechs-Meranier, die 1248 erloschen. Nachfolger waren die Wittelsbacher, die 1180 die Herzogswürde erhalten hatten. Auch das Erbe der Edelfreien von Tölz, die 1265 ausstarben, fiel an die Wittelsbacher. Ebenso erlangten sie die Vogteirechte über die wichtigen Klöster Schäftlarn, Tegernsee und Benediktbeuern. Die Burgen Wolfratshausen und Tölz entwickelten sich als neue Zentralorte und dienten als herzogliche Stützpunkte. Die dortigen Urbarämter – spätestens ab 1281 wird Tölz als eines der bedeutendsten Ämter des Herzogtums Bayern im Landesurbar genannt – bildeten die ersten Strukturen einer sich entwickelnden Verwaltung, der die Kastenämter und später die Land- und Pflegegerichte Wolfratshausen und Tölz folgten, die bis zur Säkularisation in den Jahren 1802/1803 bestanden. Daneben existierten die Hofmarken Hohenburg, Greiling-Reichersbeuern-Sachsenkam, Harmating, Ascholding, Hechenberg, Königsdorf, Eurasburg sowie Hornstein. Gleichzeitig entfaltete ab der Mitte des 12. Jahrhunderts das Kloster Benediktbeuern als Klostergericht seine Macht.

Landgerichte

Nach der Säkularisation und Auflösung der Klöster 1803 wurden im heutigen Kreisgebiet die Landgerichte älterer Ordnung Tölz und Wolfratshausen gebildet. Sie gehörten ab 1808 zum Isarkreis (Hauptstadt München) und ab 1838 zu Oberbayern.

Bezirksämter

Im Jahr 1862 wurde aus dem Landgerichtsbezirk Tölz das gleichnamige Bezirksamt errichtet. Der Landgerichtsbezirk Wolfratshausen wurde zunächst dem Bezirksamt München rechts der Isar, ab 1879/80 dem Bezirksamt München II zugeteilt. Letzteres wurde 1902 aufgelöst. Danach entstand das Bezirksamt Wolfratshausen.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Bad Tölz und Wolfratshausen.

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Bei der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 der Landkreis Bad Tölz und der größte Teil des Landkreises Wolfratshausen zum neuen Landkreis Bad Tölz vereinigt; dazu kam noch die Gemeinde Schlehdorf des Landkreises Weilheim. Einige Gemeinden des Landkreises Wolfratshausen kamen an die Landkreise München, Starnberg und Miesbach. Am 1. Mai 1973 erhielt der neue Landkreis Bad Tölz seine heutige Bezeichnung Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Einwohnerentwicklung

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gewann von 1988 bis 2008 über 20.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um rund 20 %.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 22.262 27.886 42.830 67.521 69.526 85.060 98.579 106.262 110.995 116.017 120.633 121.801 124.930

Politik

Landräte

  • 1972–1996: Otmar Huber (CSU)
  • 1996–2008: Manfred Nagler (CSU)
  • Seit 1. Mai 2008: Josef Niedermaier (Freie Wähler)
  • Stellvertretender Landrat ist Thomas W. Holz (CSU)
  • Weiterer stellvertretender Landrat ist Klaus Koch (Bündnis 90/Die Grünen)

Kreistag

Der Kreistag besteht aus 60 Mitgliedern:

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Wappen

Wirtschaft

Die Einkommensteuerkraft je Einwohner lag im Jahr 2004 bei 329 Euro (Bundesdurchschnitt 216). Die Kaufkraft je Einwohner im Jahr 2005 lag bei 9.761 Euro (Bundesdurchschnitt 8.523). Im Juli 2011 lag die Arbeitslosenquote im Landkreis bei 2,4 % und damit erheblich unter dem Bundesdurchschnitt.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Platz 61 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „hohen Zukunftschancen“.

Verkehr

Durch den westlichen Landkreis verläuft auf einer Länge von etwa 15 Kilometern die A 95. Weiter erschließen Teilstücke von vier Bundesstraßen den Landkreis. Die B 11 verläuft ungefähr in Nord-Süd-Richtung von Icking über Wolfratshausen und Geretsried bis zur B 472, von dieser bei Bichl wieder abzweigend über Kochel am See, Kesselberg zur Landkreisgrenze südlich des Walchensees. Die B 13 kommt ebenfalls aus nördlicher Richtung bei Sachsenkam in den Landkreis, verläuft über Bad Tölz und Lenggries zum Sylvensteinspeicher, wo sie in die B 307 mündet. Die B 472 quert den Landkreis von Ost nach West und führt an Bad Tölz vorbei. Die B 307 führt von Osten kommend entlang des Sylvensteinspeichers bis Vorderriß.

Gemeinden

(Einwohner am )

Städte
  1. Bad Tölz ()
  2. Geretsried ()
  3. Wolfratshausen ()

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Benediktbeuern
    (Gemeinden Benediktbeuern und Bichl)
  2. Kochel a.See
    (Gemeinden Kochel a.See und Schlehdorf)
  3. Reichersbeuern
    (Gemeinden Greiling, Reichersbeuern und Sachsenkam)

Gemeindefreie Gebiete
(7,99 km², beide unbewohnt)

  1. Pupplinger Au (3,72 km²)
  2. Wolfratshauser Forst (4,27 km²)
Weitere Gemeinden
  1. Bad Heilbrunn ()
  2. Benediktbeuern ()
  3. Bichl ()
  4. Dietramszell ()
  5. Egling ()
  6. Eurasburg ()
  7. Gaißach ()
  8. Greiling ()
  9. Icking ()
  10. Jachenau ()
  11. Kochel a.See ()
  12. Königsdorf ()
  13. Lenggries ()
  14. Münsing ()
  15. Reichersbeuern ()
  16. Sachsenkam ()
  17. Schlehdorf ()
  18. Wackersberg ()

Kfz-Kennzeichen

Am 5. August 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Bad Tölz gültige Unterscheidungszeichen TÖL zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Seit dem 10. Juli 2013 ist auch das Unterscheidungszeichen WOR des ehemaligen Landkreises Wolfratshausen wieder erhältlich.

Schutzgebiete

Im Landkreis gibt es elf Naturschutzgebiete, 20 Landschaftsschutzgebiete, 16 FFH-Gebiete und mindestens 55 ausgewiesene Geotope. (Stand April 2016)

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

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