Landkreisverwaltung Ahrweiler
Wilhelmstraße 24–30
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

http://www.kreis.aw-online.de

Landkreis Ahrweiler

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Ahrweiler
Basisdaten
Bundesland Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz Bad Neuenahr-Ahrweiler
Adresse des Landkreises Wilhelmstraße 24–30
Website www.kreis-ahrweiler.de
Landrat Jürgen Pföhler (CDU)

Der Landkreis Ahrweiler ist eine Gebietskörperschaft im Norden von Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Kommune ist die verbandsfreie Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Geographie

Lage

Der Rhein bildet die Ostgrenze des Kreises. Die Ahr, ein linker Nebenfluss des Rheins, durchquert den Kreis von Südwesten nach Nordosten und mündet an der Kreisgrenze.

Der Stadtteil Ahrweiler von Bad Neuenahr-Ahrweiler liegt am Rande der Eifel. Die Berge nördlich der Ahr werden Ahrberge genannt – sie sind allerdings nicht so hoch wie die Hohe Eifel im Süden des Kreises.

Die Wälder der Eifel sind ein Ergebnis der Wiederaufforstung im 19. Jahrhundert. Am häufigsten kommt die Fichte vor, die ursprünglich nicht typisch für die Region war.

Das Rodder Maar, eine mit Wasser gefüllte flache Senke im Osten des Kreises, wurde in den 1950er Jahren trockengelegt und aufgeforstet, aber 1998 renaturiert. Durch Schließung eines kleinen Dammes entstand das Maar neu als Wasservogelparadies mit seltener vorkommenden Tieren. Dass diese Senke vulkanischer Herkunft ist, konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Das Weinanbaugebiet entlang der Ahr ist eines der nördlichsten Weinanbaugebiete in Deutschland, besonders bekannt für Rotwein. Die Nordschleife und der Nürburgring, zwei bekannte Rennstrecken, liegen im Landkreis Ahrweiler rund um die Nürburg.

Höchster Punkt des Kreises und auch der gesamten Eifel ist die Hohe Acht mit 747 m, der tiefste liegt nördlich des Remagener Stadtteils Rolandswerth an der Grenze zur Bundesstadt Bonn.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Kreis Euskirchen, den Rhein-Sieg-Kreis und die kreisfreie Stadt Bonn (alle in Nordrhein-Westfalen) sowie an die Landkreise Neuwied, Mayen-Koblenz und Vulkaneifel (alle in Rheinland-Pfalz).

Geschichte

Die Region wurde von den Römern unter Julius Caesar um 50 v. Chr. erobert. Einige Jahre später wurde das Legionslager Castra Rigomagus gegründet, aus welchem später die Stadt Remagen entstand. Der Vinxtbach, ein naher Bach und Nebenfluss des Rheins, war die Grenze zwischen den römischen Provinzen Germania superior und Germania inferior. In Ahrweiler befindet sich das Museum Römervilla von Bad Neuenahr-Ahrweiler, ursprünglich als römischer Gutshof (Villa Rustica) angelegt, vergrößert, mehrfach umgebaut und gegen 259/60 n. Chr. planmäßig aufgegeben.

Ahrweiler wurde 893 erstmals urkundlich im Prümer Urbar erwähnt, dem Güterverzeichnis der Abtei Prüm. 1180 wählte der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Friedrich I. (Barbarossa), Sinzig als Ort aus, um die Herrscher von Frankreich und Flandern zu treffen. Ein weiterer bedeutender Ort ist das Kloster Maria Laach am Laacher See im Südosten des Landkreises Ahrweiler.

Von 1798 bis 1814 gehörte das Gebiet als Canton Adenau und Canton Ahrweiler zum Arrondissement Bonn im Département de Rhin-et-Moselle. Die Kreise Ahrweiler und Adenau wurden 1816 gebildet, als Preußen seine Provinzen, darunter auch die Provinz Großherzogtum Niederrhein (Teil der späteren Rheinprovinz), in Regierungsbezirke und Kreise einteilte. Der Kreis Ahrweiler gehörte zum Regierungsbezirk Koblenz (bis 1999) und war verwaltungsmäßig zunächst in sieben Bürgermeistereien (Ahrweiler, Altenahr, Gelsdorf, Königsfeld, Niederbreisig, Remagen, Sinzig) gegliedert. Insgesamt umfasste der Kreis Ahrweiler 141 Ortschaften, in denen um 1815 24.745 Einwohner lebten.

Am 1. Oktober 1932 wurde ein großer Teil des aufgelösten Kreises Adenau, im Wesentlichen das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr, in den Kreis Ahrweiler integriert.

Die Einnahme der Ludendorff-Brücke durch US-Truppen im März 1945 ist ein bekanntes Ereignis. Im Kinofilm Die Brücke von Remagen (1969) ist es dargestellt.

Am 7. November 1970 wurden die Gemeinden Brenk, Burgbrohl, Engeln, Galenberg, Glees, Hohenleimbach, Kempenich, Niederlützingen, Spessart, Wassenach, Wehr und Weibern aus dem aufgelösten Landkreis Mayen in den Landkreis Ahrweiler umgegliedert. Die Gemeinde Nohn wechselte aus dem Landkreis Ahrweiler in den Landkreis Daun.

Eine Fundgrube heimatkundlichen und geschichtlichen Wissens über den Kreis Ahrweiler ist das von der Kreisverwaltung Ahrweiler herausgegebene und in wesentlichen Teilen über das Internet verfügbare Heimatjahrbuch des Landkreises Ahrweiler.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das Gebiet des heutigen Landkreises Ahrweiler; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:

Jahr Einwohner
1815 40.119
1835 50.317
1871 51.417
1905 63.914
1939 73.995
1950 82.996
Jahr Einwohner
1961 92.757
1970 103.862
1987 111.232
1997 127.566
2005 130.467
2010 127.443
Jahr Einwohner
2015 127.770

Politik

Kreistag

Der Kreistag des Landkreises Ahrweiler besteht aus 46 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem. Nach der letzten Kreistagswahl am 25. Mai 2014 ergibt sich folgende Sitzverteilung:

Wahl SPD CDU Grüne FDP Linke AfD Piraten FWG Gesamt
2014 9 21 5 2 1 3 0 5 46 Sitze
2009 9 21 4 5 7 46 Sitze
2004 9 25 4 3 5 46 Sitze
1999 12 26 3 2 3 46 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Landkreis Ahrweiler e. V.

Landräte

1816–1820 Franz von Gruben 1945 Christian Ulrich
1821–1822 Philipp von Hilgers 1945–1950 Hermann Schüling
1822–1840 Carl von Gärtner 1951–1965 Werner Urbanus
1841–1849 Peter Joseph Schraut 1965–1973 Heinz Korbach
1850–1859 Wilhelm von Hoevel 1973–1976 Christoph Stollenwerk
1859–1889 Rudolf von Groote 1977–1988 Egon Plümer
1889–1923 Albert Heising 1988–1999 Joachim Weiler
1923–1934 Paul Meyers-Platen seit 2000 Jürgen Pföhler
1934–1945 Peter Simmer

Regionale Kooperation

Mit Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis kooperiert der Landkreis Ahrweiler im Regionalen Arbeitskreis Entwicklung, Planung und Verkehr Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler.

Wappen und Flagge

Wirtschaft und Verkehr

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Ahrweiler Platz 216 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.

Verkehr

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen A 61 (Koblenz–Mönchengladbach), die nicht durchgehend befahrbare A 1 (Trier–Köln), die A 571 und die A 573. Ferner durchziehen zahlreiche Bundesstraßen, darunter die B 9, B 258, B 267 und die B 412, das Kreisgebiet.

Im Rheintal erbaute 1844/1856 die Bonn-Cölner Eisenbahngesellschaft flussaufwärts von Köln über Bonn bis Rolandseck eine Strecke, die von der Rheinischen Eisenbahngesellschaft 1858/59 über Remagen und Koblenz bis Bingerbrück verlängert wurde.

In Remagen schloss sich 1880 die Ahrtalbahn bis Ahrweiler an, die von der Preußischen Staatsbahn 1886 bis Altenahr und 1888 bis Adenau weitergeführt wurde. Aus strategischen Gründen kam 1912 eine Abzweigung in Dümpelfeld nach Lissendorf hinzu. Die Verbindung aus dem Ahrtal auf die rechte Rheinseite über die Ludendorff-Brücke und ihre Zufahrten wurden erst 1919, ein Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, vollendet. In der Schlussphase des Zweiten Weltkrieges spielte diese, später als Brücke von Remagen bekannt, eine entscheidende Rolle.

Bergbau und Industrie des Brohltales wurden 1901 durch eine Schmalspurbahn der Brohltal-Eisenbahn-Gesellschaft AG erschlossen, die von Brohl am Rhein – teilweise mit Zahnradbetrieb – nach Kempenich 20 Kilometer durch den Kreis führte. Der Personenverkehr wurde dort 1960/61 eingestellt. Im Staatsbahnnetz betraf dies weitere Strecken von 33 Kilometern, so dass das Netz heute halbiert ist:

Jahr Strecke Länge
1945 Unkel – Ludendorff-Brücke bei Remagen – Bodendorf 4 km
1973 Dümpelfeld – Müsch – Ahrdorf – Lissendorf 16 km
1985 Ahrbrück – Hönningen – Dümpelfeld – Adenau 13 km

Den Nahverkehr zwischen den beiden damals noch selbständigen Städten Bad Neuenahr und Ahrweiler bediente von 1906 bis 1919 die Elektrische gleislose Bahn Ahrweiler, eine frühe Oberleitungsbus-Linie.

Städte und Gemeinden

Der Landkreis Ahrweiler besteht aus 74 Gemeinden, von denen alle bis auf vier verbandsfreie Gemeinden den vier Verbandsgemeinden angehören.

(Einwohner am )

Verbandsfreie Gemeinden:

  1. Bad Neuenahr-Ahrweiler, Stadt ()
  2. Grafschaft ()
  3. Remagen, Stadt ()
  4. Sinzig, Stadt ()

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:

(Sitz der Verbandsgemeinde *)
  • 1. Verbandsgemeinde Adenau
  • Adenau, Stadt * ()
  • Antweiler ()
  • Aremberg ()
  • Barweiler ()
  • Bauler ()
  • Dankerath ()
  • Dorsel ()
  • Dümpelfeld ()
  • Eichenbach ()
  • Fuchshofen ()
  • Harscheid ()
  • Herschbroich ()
  • Hoffeld ()
  • Honerath ()
  • Hümmel ()
  • Insul ()
  • Kaltenborn ()
  • Kottenborn ()
  • Leimbach ()
  • Meuspath ()
  • Müllenbach ()
  • Müsch ()
  • Nürburg ()
  • Ohlenhard ()
  • Pomster ()
  • Quiddelbach ()
  • Reifferscheid ()
  • Rodder ()
  • Schuld ()
  • Senscheid ()
  • Sierscheid ()
  • Trierscheid ()
  • Wershofen ()
  • Wiesemscheid ()
  • Wimbach ()
  • Winnerath ()
  • Wirft ()
  • 2. Verbandsgemeinde Altenahr
  • Ahrbrück ()
  • Altenahr * ()
  • Berg ()
  • Dernau ()
  • Heckenbach ()
  • Hönningen ()
  • Kalenborn ()
  • Kesseling ()
  • Kirchsahr ()
  • Lind ()
  • Mayschoß ()
  • Rech ()
  • 3. Verbandsgemeinde Bad Breisig
  • Bad Breisig, Stadt * ()
  • Brohl-Lützing ()
  • Gönnersdorf ()
  • Waldorf ()
  • 4. Verbandsgemeinde Brohltal
  • Brenk ()
  • Burgbrohl ()
  • Dedenbach ()
  • Galenberg ()
  • Glees ()
  • Hohenleimbach ()
  • Kempenich ()
  • Königsfeld ()
  • Niederdürenbach ()
  • Niederzissen * ()
  • Oberdürenbach ()
  • Oberzissen ()
  • Schalkenbach ()
  • Spessart ()
  • Wassenach ()
  • Wehr ()
  • Weibern ()

Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz

Die folgenden Gemeinden des Landkreises Ahrweiler wurden eingemeindet oder schieden aus dem Landkreis aus:

  • Ahrweiler, am 7. Juni 1969 zu Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Bad Neuenahr, am 7. Juni 1969 zu Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Bad Niederbreisig, am 7. Juni 1969 zu Bad Breisig
  • Bengen, am 16. März 1974 zu Grafschaft
  • Birresdorf, am 16. März 1974 zu Grafschaft
  • Blasweiler, am 30. März 1971 zu Heckenbach
  • Blindert, am 7. November 1970 zu Hümmel
  • Bodendorf, am 7. Juni 1969 zu Sinzig
  • Breidscheid, am 1. Oktober 1952 zu Adenau
  • Brohl, am 7. November 1970 zu Brohl-Lützing
  • Brück a./Ahr, am 7. Juni 1969 zu Ahrbrück
  • Eckendorf, am 16. März 1974 zu Grafschaft
  • Engeln, am 10. Juni 1979 zu Kempenich
  • Franken, am 7. Juni 1969 zu Sinzig
  • Gelsdorf, am 16. März 1974 zu Grafschaft
  • Gilgenbach, am 7. November 1970 zu Leimbach
  • Gimmigen, am 7. Juni 1969 zu Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Heimersheim, am 7. Juni 1969 zu Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Holzweiler, am 16. März 1974 zu Grafschaft
  • Jammelshofen, am 7. November 1970 zu Kaltenborn
  • Karweiler, am 16. März 1974 zu Grafschaft
  • Kirchdaun, am 7. Juni 1969 zu Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Koisdorf, am 7. Juni 1969 zu Sinzig
  • Kreuzberg, am 7. Juni 1969 zu Altenahr
  • Lantershofen, am 16. März 1974 zu Grafschaft
  • Leimersdorf, am 16. März 1974 zu Grafschaft
  • Liers, am 1. März 1972 zu Hönningen
  • Löhndorf, am 7. Juni 1969 zu Sinzig
  • Lohrsdorf, am 7. Juni 1969 zu Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Lückenbach, am 1. Oktober 1976 zu Dümpelfeld
  • Niederadenau, am 1. Oktober 1976 zu Dümpelfeld
  • Niederlützingen, am 7. November 1970 zu Brohl-Lützing
  • Nierendorf, am 16. März 1974 zu Grafschaft
  • Nohn, am 7. November 1970 zum Landkreis Daun
  • Oberbreisig, am 7. Juni 1969 zu Bad Breisig
  • Oberwinter, am 7. Juni 1969 zu Remagen
  • Obliers, am 30. März 1971 zu Lind
  • Oedingen, am 7. Juni 1969 zu Remagen
  • Pitscheid, am 7. November 1970 zu Hümmel
  • Plittersdorf, am 30. März 1971 zu Lind
  • Pützfeld, am 7. Juni 1969 zu Ahrbrück
  • Ramersbach, am 16. März 1974 zu Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Rheineck, am 7. Juni 1969 zu Bad Breisig
  • Ringen, am 16. März 1974 zu Grafschaft
  • Rolandswerth, am 7. Juni 1969 zu Remagen
  • Staffel, am 1. März 1972 zu Kesseling
  • Unkelbach, am 7. Juni 1969 zu Remagen
  • Vettelhoven, am 16. März 1974 zu Grafschaft
  • Westum, am 7. Juni 1969 zu Sinzig

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen AW zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Ehrenbürger

Am 15. Juni 2005 wurde Philipp Freiherr von Boeselager zum ersten und bisher einzigen Ehrenbürger des Landkreises ernannt.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Ahrweiler

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