Magistrat der Stadt
Ober-Ramstadt
Darmstädter Str. 29
64372 Ober-Ramstadt

http://www.ober-ramstadt.de

Ober-Ramstadt

160pxAbb. 1 Wappen von Ober-Ramstadt
Basisdaten
Bundesland Hessen
Höhe 199 m
PLZ 64372
Vorwahl 06154, 06167
Gliederung 3 Stadtteile
Website www.ober-ramstadt.de
Bürgermeister Werner Schuchmann (SPD)

Ober-Ramstadt (im lokalen Dialekt: Owwer-Ramschd) ist eine Stadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen, Deutschland.

Geographie

Geographische Lage

Ober-Ramstadt liegt etwa 10 km südöstlich von Darmstadt entfernt an der B 426 im vorderen Odenwald.Am Fluss „Modau“, der durch Ober-Ramstadt fließt, liegt das Hochwasserrückhaltebecken Ober-Ramstadt, das einen drei Hektar großen Stausee bildet. Die höchste Erhebung in der Gemarkung ist der 337 m ü. NHN liegende „Hohe Rodberg“.

Nachbargemeinden

Ober-Ramstadt grenzt im Norden an die Gemeinde Roßdorf, im Osten an die Stadt Reinheim, im Südosten an die Stadt Groß-Bieberau, im Süden an die Gemeinde Modautal, im Westen an die Gemeinde Mühltal, sowie im Nordwesten an die kreisfreie Stadt Darmstadt.

Gliederung

Zur Stadt gehören seit 1977 neben der Kernstadt Ober-Ramstadt der aus den zwei Ortsteilen Ober- und Nieder-Modau bestehende Stadtteil Modau, 2.877 Einwohner (Stand: 30. Juni 2005) und Wembach-Hahn, 1.004 Einwohner (Stand: 30. Juni 2005). Bereits 1972 schloss sich Rohrbach, 1.534 Einwohner (Stand: 30. Juni 2005), freiwillig an.

Fläche und Nutzung

Von der Gesamtfläche des Stadtgebiets von knapp 4.200 ha entfallen auf die Kernstadt 2.251 ha, auf die Stadtteile Modau 934 ha, Rohrbach 489 ha und Wembach Hahn 512 ha. Die Fläche wird zu jeweils gut 40 Prozent land- und forstwirtschaftlich genutzt. Verkehrs- und Gebäudeflächen haben einen Anteil von jeweils gut sieben Prozent.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte, Römerzeit, bis 500 n. Chr.

  • Bereits aus der Jungsteinzeit (5000–2000 v. Chr.) finden sich erste Spuren in der Ober-Ramstädter Gemarkung. Ab 1963 wurden sechs Hügelgräber An der Ludwigseiche nördlich des Kuhfalltor erforscht. 1964 wurden „Im Goldgrund“ (Buchenhof) Grabungen durchgeführt und die Reste einer Ansiedlung aus der Zeit der Bandkeramik (etwa 2200 v. Chr.) gefunden. Vor Beginn der Arbeiten an der Umgehungsstraße wurden 1997/98 archäologische Grabungen im Gewann „Hinter dem Büche / Faulbach“, unweit des „Michaelshof“ durchgeführt. Gefunden wurden ein Axt-Stück und eine dreieckige Speerspitze aus Feuerstein aus der Jungsteinzeit. Weiterhin fand man Reste einer spätbronzezeitlichen Siedlungsstelle mit teilweise gut erhaltenen Strukturen. In den Abbruchresten einer römischen Villa (200 n. Chr.) wurden hunderte von Scherben, Nägeln und Reste von Krügen gefunden, darunter auch eine Amphore. Weiterhin kamen Reste einer römischen Ofenanlage zu Tage. Dieser Befund ist einzigartig, zu dem es bislang noch keine bekannten Vergleichsbeispiele gibt. 50 Prozent der Funde im Grabungsbereich stammten aus der späten Bronzezeit (1300–800 v. Chr.). Ebenfalls nahezu 50 Prozent des Fundmaterials datiert in die römische Kaiserzeit (27 v. Chr. – 284 n. Chr.). Für den Odenwald muss nach derzeitigem Kenntnisstand davon ausgegangen werden, dass die Römer ein relativ unbesiedeltes Land vorfanden.
  • In der Heyerstraße 8 wurde 1959 ein römerzeitliches Brandgrab (150–180 n. Chr.) mit reicher Ausstattung (15 Gefäße, darunter eine kleine Glasflasche) beim Aushub einer Baugrube gefunden. Das Grab gehörte offenbar zu der 1970 entdecken Villa rustica auf dem Gelände Am Schwimmbad 7 und Lichtenbergstraße 24/26. 1967/68 wurden in der Flur „Ober der Pfingstweide“ die Fundamente eines römischen Gutshofs (Villa rustica) freigelegt. Die Masse des keramischen Materials wurde der Mitte des zweiten bis zur Mitte des dritten Jahrhunderts n. Chr. zugeordnet. In den 1780er Jahren wurden hier viele Fundament-Mauern ausgebrochen und die Steine, die durch einen guten Mörtel verbunden waren, zur Ausbesserung der angrenzenden Straße verwendet. Der ehemalige Standort der Villa rustica befindet sich heute im Betriebsgelände der Deutsche Amphibolin-Werke. Der südhessische Raum gehörte in römischer Zeit zur Civitas Auderiensium in der Provinz Germania superior.
  • Um 260 zerfällt die römische Macht. Die Bucinobanten, ein Teilstamm der Alemannen drängen um 368 n. Chr. in den Odenwald ein und besiedeln das Land zwischen Rhein, Main und Neckar. Von 406–443 teilen sie den Landbesitz mit den Burgundern, die auch auf der rechten Rheinseite gegenüber Worms saßen. Das Gebiet kam nach dem Sieg Chlodwig I. über die Alamannen zu Beginn des 6. Jahrhunderts nahezu geschlossen in fränkischen Fiskalbesitz. Dieser fast geschlossene Königsbesitz wurde spätestens im 7. Jahrhundert in Marken aufgeteilt.

Mittelalter 500–1500

  • Die Gründung von Ober-Ramstadt lässt sich überwiegend der fränkischen Hauptsiedlungsperiode vom 5. bis in das 8. Jahrhundert zuordnen. Dies belegen Ortsnamenendungen wie -heim, -statt/stadt, -felden, -brücken, -hausen/husen, -rod, und -weiler/wiler. Ober-Ramstadt ist vermutlich aus zwei voneinander rund 500 m entfernt gelegenen fränkischen Gehöft-Gruppen hervorgegangen. Die eine könnte auf dem hochwasserfreien Höhenrücken zwischen Alicestraße und untere Adlergasse gelegen haben, die andere zweifellos bedeutendere Ansiedlung lag unterhalb der Ev. Kirche. Die gewaltige Mauer, die die Kirche und den Kirchhof umgibt, deutet auf eine frühmittelalterliche Befestigungsanlage hin. Scherben und Mauerfunde bei Ausgrabungen belegen karolingischen Ursprung um ca. 900 n. Chr.
  • Der westliche Teil des heutigen Südhessen gehörte im Frühmittelalter zum Oberrheingau (Rinahgowe), der im Herzogtum Franken, später im Herzogtum Westfranken lag. Der nordwestliche Teil des Odenwaldes war bereits zu Beginn des 9. Jahrhunderts vorwiegend in des Reiches Hand. Die umliegenden Wälder gehörten zum kaiserlichen Wildbann Dreieich. Aus einer Niederschrift vom Jahre 1338 ist bekannt, dass in Ober-Ramstadt eine von dreißig Wildhuben unterhalten wurde.
  • König Heinrich II. übertrug 1002 die Grafschaft Bessungen, zu der Ober-Ramstadt vermutlich gehörte und die ein Bestandteil des Königshofes Gerau war, dem Bistum Worms, dann 1009 dem Hochstift Bamberg und schließlich am 21. Juni 1013 an das Hochstift Würzburg. Die Fürstbischöfe übten jedoch lediglich die oberlehensherrlichen Rechte aus. Das Gebiet um Darmstadt wurde im frühen 12. Jahrhundert von den Herren von Hagen-Münzenberg und den Herren von Dornberg (die Dornberger waren Untervögte der Grafen von Henneberg) verwaltet, sie waren Vögte der Bischöfe von Würzburg. 1222 werden die Besitzrechte der reichsunmittelbaren Grafschaft Katzenelnbogen (1095–1479) um Darmstadt-Bessungen als Würzburger Lehen bestätigt und 1257 erwarb Diether V. von Katzenelnbogen Schloss Dornberg bei Groß-Gerau. Der Bischof von Würzburg verlieh 1259 den Königshof Gerau mit Bessungen an die Grafschaft Katzenelnbogen. Mit ihrem hiesigen Lehnsgut sind die Grafen von Katzenelnbogen umgegangen, als ob es Privateigentum wäre; einzelne Lehnsstücke wurden verkauft, verpfändet oder Verwandten zum Gebrauch überlassen. Dem Hochstift Würzburg als dem Eigentümer im juristischen Sinne blieb stets nur übrig, den eigenwilligen Umgang ihrer Vögte mit diesem Kirchengut in förmlichen Zustimmungserklärungen gutzuheißen.
  • Um 1260 teilen sich die Brüder Graf Diether V. und Graf Eberhard I. die Grafschaft. Diether (ältere Linie) erhält zur Nutznießung die Niedergrafschaft Katzenelnbogen mit der Stammburg und Zwingenberg. Eberhard (jüngere Linie) erhält zur Nutznießung die Obergrafschaft Katzenelnbogen mit den Burgen Auerbach und Dornberg. Burg Hohenstein bleibt beiden gemeinsam und dient der jüngeren Linie ab 1260 als Residenz. In der Urkunde der Stadtrechtsverleihung wird Ober-Ramstadt 1310 als Ramstat bezeichnet. Allerdings erscheinen schon ab dem Jahre 1222 in Katzenelnbogener Urkunden Personen mit dem Zusatz von Ramstadt und in einem Teilungsvertrag aus dem Jahre 1306 ist ein Gut zu Ober-Ramstadt erwähnt. Dieses Gut gehörte zum Besitz von Elisabeth von Nassau, Witwe von Graf Gerhard III. von Eppstein-Braubach, dem Schwiegervater von Eberhard I. von Katzenelnbogen.
  • Der deutsche König Heinrich VII. hatte dem Grafen Eberhard I. von Katzenelnbogen (Sohn von Diether IV. von Katzenelnbogen) für dessen Dorf (Oppidum) Ober-Ramstadt am 22. Juli 1310 das Stadtrecht verliehen. Der Graf erhielt dieses Privileg für seine Tätigkeit als Ratgeber und Diplomat im Dienste von drei deutschen Königen, Rudolf I., Adolf von Nassau (Neffe von Eberhard I.) und Albrecht I. So konnte er seine Besitzansprüche im nord-westlichen Odenwald, der niemals im Besitz der Reichsklöster Lorsch und Fulda war, weiter ausbauen und gegen die rivalisierenden Territorialherren der Umgebung verteidigen. Ober-Ramstadt durfte sich in allem der gleichen Freiheiten und Rechte erfreuen, deren sich unser städtische Gemeinde Frankfurt bekanntermaßen erfreut, heißt es in der Urkunde. Dazu zählte das Recht zur Befestigung der Stadt und Abhaltung eines Marktes donnerstags. Die Begrenzung des damaligen Ober-Ramstadt bildeten bis zum 17. Jahrhundert wahrscheinlich der Abhang unterhalb der Schafgrabengasse, der Haingraben (die heutige Grabengasse), die Kirchhofsmauer und die Modau. Es gab drei Zugänge zum Ort. Sicher ist nur, dass in regelmäßigen Abständen das 1326 zum ersten Mal erwähnte Zent- und Landgericht Birckey(n) oder zu „Ramstadt auf dem Berg“ zusammenkam, um über Beleidigungen, Diebstähle und andere kriminelle Delikte zu verhandeln. Das Gericht war jedoch noch für zahlreiche Orte außerhalb der Mark Ramstadt zuständig. 1453 wird es „Landgericht auf dem Landberg bei Ober-Ramstadt“ genannt. 1492 wird es beschrieben als Zentgericht „bei der Kirche unter der Linde“. Gemeint ist die Stelle, wo die Schafgrabengasse in die Schulstraße mündet. Um das Jahr 1600 wurde das Zentgericht nach Lichtenberg verlegt. Nur 1319 wird eine Mark Ober-Ramstadt genannt, die seit dem 14. Jahrhundert fest in Katzenelnbogener Hand bezeugt ist. Ihr Umfang lässt sich nur erschließen; sie muss im Westen von der Pfungstädter, im Süden von der Rodensteiner, im Osten von der Umstädter und im Norden von der Dieburger Mark begrenzt worden sein. Ob nun allerdings wirklich ein Wochenmarkt abgehalten wurde, ist nicht bekannt. Von 1538 bis 1600 hatte Ober-Ramstadt wenigstens einen "Gefreiten Jahrmarkt" auf Martini (11. November). Der Großteil der Bevölkerung ernährte sich weiter von der Landwirtschaft, wobei sie dem Grafen auf dessen Feldern auch Frondienste leisten mussten. Denn Höfe, die besonders gute Erträge versprachen, bewirtschaftete die gräfliche Verwaltung. Für 1326 (1403) lässt sich ein solcher Herrenhof oberhalb der Kirche („gelegen hinder der kirchen“) nachweisen. Genannt werden noch die Höfe „in der gruben vnd der dritte heißet der nider hofe“. Weitere Höfe waren der Herzog-, Rodenberger-, Ketzfeder-, Eigelmann-, Schmarz-, Heinz Peter- und Culmannshof. Getreide wurde angebaut; Schafe versorgten die Bevölkerung mit Milch, Fleisch und Wolle. Die gräfliche Schäferei von Ober-Ramstadt wird erstmals 1451 erwähnt und hatte z. B. Ende des Jahres 1465 einen Bestand von 704 Stück. Einige Handwerker gab es, wie hundert Jahre später die Steuerlisten der Grafen beweisen. Darin wird Ober-Ramstadt im Übrigen als Dorf bezeichnet, was den Schluss nahelegt, dass die Vorteile der Stadtrechte/Marktrechte nicht genutzt wurden. Dazu könnte der Tod des Grafen Eberhard I. bereits ein Jahr nach der Verleihung beigetragen haben und die von ihm angestrebte Stadtrechtsverleihung ist nie rechtswirksam geworden. Aber: Der Grund ist vielmehr wie bei der Fülle anderer derartiger missglückter Versuche des beginnenden 14. Jahrhunderts darin zu suchen, dass die Höchstzahl lebensfähiger wahrer Städte bereits erreicht war. In unserem Fall lagen die Städte Reinheim und Dieburg zu nahe, auch sollte bald Darmstadt als neuer Verwaltungsmittelpunkt, bei einer verkehrsmäßig doch besseren Lage, sich als dritte Konkurrentin im rechtlichen und faktischen zu einer Stadt entwickeln.
  • Nach dem Tod von Eberhard I. im Jahre 1311 und seines drittältesten Sohnes Gerhard (1293–1312) teilten (mutschierten) sich 1318 die Grafen Berthold III. (jüngster Sohn von Eberhard I.) und Eberhard II. (Enkel von Eberhard I.) die Besitztümer der Obergrafschaft auf. Diese Mutschierung (Erhaltung des Gesamteigentums mit geteilter Nutzung) erfolgte erst nach Zustimmung von Graf Bertholds Frau Adelheid von Sayn und Graf Eberhards Mutter Margarethe von der Mark; Ober-Ramstadt fiel Berthold III. († 1321) zu. Ihm folgte sein Sohn Eberhard III. († 1328) (seit 1324 im Dienst von König Johann von Böhmen) und sein Enkelsohn Eberhard IV., der 1354 ohne Nachkommen starb. Seine Grundherrschaft ging deshalb an seinen Großcousin Diether VIII. von Katzenelnbogen über. Dadurch wurde die Obergrafschaft Katzenelnbogen 1354 wieder vereint.
  • An Ostern 1349 erreichte die Pest, von Südeuropa kommend, das Rhein-Main-Gebiet. Ein schweres Erdbeben am 18. Oktober 1356 im Oberrheingraben richtete in vielen Dörfern der Obergrafschaft schwere Schäden an; auf Schloss Auerbach stürzte der Bergfried ein. Wegen der erheblichen Kosten des Wiederaufbaus musste Graf Diether VIII. von Katzenelnbogen neben Ober-Ramstadt verschiedene Dörfer, die er zwischen Rhein, Main und Neckar besaß, 1384 an seinen Schwager, dem Erzbischof von Mainz, Adolf von Nassau-Wiesbaden-Idstein, für 500 Gulden verpfänden (doch findet sich von der Ausübung dieser Pfandschaftsrechte keine Spur).
  • Durch die Heirat (1383) von Anna von Katzenelnbogen und Johann IV. von Katzenelnbogen (Sohn von Diether VIII.) wurde 1402 die Ober- und Niedergrafschaft wieder zusammengeführt. Die Erbfolgebestimmungen werden zur Primogenitur ausgebaut. Im Jahre 1403 setzt Graf Johann IV. von Katzenelnbogen zur Absicherung des Wittums seiner Stiefmutter, Gräfin Anna von Nassau-Hadamar, Ober-Ramstadt zum Pfand ein. Außerdem hätte Ober-Ramstadt jährlich an Michaelis (29. September) 100 Pfund Frankfurter Währung (=2000 Schilling) und 250 Malter Korn Mainzer Maß als Gülte nach Lichtenberg liefern müssen. Gräfin Anna verstarb am 21. Januar 1404. Die Grafen von Katzenelnbogen gehörten anfangs 1422 dem Wetterauer Grafenverein an. Im Jahr 1449 überträgt Graf Philipp I. von Katzenelnbogen, genannt der Ältere (* 1402; † 1479), Ober-Ramstadt seinem Sohn Philipp, der Jüngere (* 1427; † 27. Februar 1453 – er wurde in Brügge erstochen), damit er seinen eigenen Hausstand gründen kann. Nach dem frühen Tode des jüngeren Philipp verschrieb Graf Philipp der Ältere aufgrund seines Ehevertrages mit Anna von Württemberg seiner Frau neben einer jährlichen Rente von 2400 Gulden Burg und Stadt Lichtenberg und andere Orte, darunter auch Ober-Ramstadt, zu lebenslangem Besitz. Graf Philipp der Ältere verpfändet 1457 ein Viertel von Ober-Ramstadt an den Pfalzgrafen Friedrich I.
  • Ober-Ramstadt gehört zu den älteren Zentorten. Die Zent Ober-Ramstadt breitete sich weit über den Rahmen ihrer gleichnamigen Mark aus. Wohl spätestens im 14. Jahrhundert wurden auch die ehemals zur Mark Umstadt gehörenden Orte links der Gersprenz zur Zent Ober-Ramstadt gezogen. Das älteste erhaltene Zentweistum von Ober-Ramstadt wurde im Jahre 1464 verfasst. Der Zentgraf hatte seinen Sitz in Ober-Ramstadt bis ins dritte Viertel des 17. Jahrhunderts und letzter bekannter Zentgraf von Ober-Ramstadt war im Jahr 1798 Carl Joseph Dietz.
  • Lehnsnehmer in Ober-Ramstadt waren im Spätmittelalter die Familien Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg, Johann von Königstein, Friedrich Kuche (von Dornberg), Kalb von Reinheim (die Familie war später Mitglied im Ritterkanton Odenwald), Mosbach-Lindenfels (die Familie war später Mitglied im Ritterkanton Odenwald), von Erligheim, Groschlag zu Dieburg (die Familie war später Mitglied im Ritterkanton Odenwald), von Bibra, von Wallbrunn, Heinrich Räuber, Werberg von Lindenfels, eine im 15. Jahrhundert zeitweise sehr einflussreiche Familie am Heidelberger Hof, Gayling von Altheim (die Familie war später Mitglied im Ritterkanton Odenwald) und von Ortenberg. Peter von Windecken wird Ende des Jahres 1452 als Reisiger (bewaffneter Dienstmann) genannt. Peter soll in Oberramstadt und nirgends anders wohnen, Pferd, Harnisch und Armbrust haben und dem Grafen damit als reisiger Knecht dienen.

Neuzeit 1500–1800

  • Die erste Bebauung außerhalb des alten Ortskern bei und unterhalb der Kirche fand um 1450 im engeren Umkreis der heutigen Brückengasse statt. Dort stand 1584 auch das freiadlige Gut Kottwitz von Aulenbach bzw. Fabrice von Westerfeld, das 1727 an das Waisenhaus Darmstadt verkauft wurde. Das Waisenhaus übergab 1737 den Hof als Erblehen an Henrich Christian Rothenhäuser.
  • Nach dem Tod von Graf Philipp I. von Katzenelnbogen im Jahre 1479 fiel die Grafschaft Katzenelnbogen an die Landgrafschaft Hessen, aber schon 1470 wurde die Verwaltung der Obergrafschaft an Heinrich III. von Hessen übertragen, denn sein Schwiegervater Graf Philipp I. hatte ihm diesen Bezirk zur Sicherung seiner Erbansprüche eingeräumt. Bis 1490 war Ober-Ramstadt neben weiteren benachbarten Orten nach altem Herkommen verpflichtet, im Frondienst Brennholz auf das Schloss Lichtenberg zu bringen. Ab 1500 gehörte Ober-Ramstadt zum Gebiet des Oberrheinischen Reichskreis. Das Ober-Ramstädter Gerichtsbuch wurde 1527 begonnen. Im 16. Jahrhundert war der Weinbau stark entwickelt (1650 erloschen).
  • Nach dem Tod von Landgraf Philipp I. (genannt der Großmütige), im Jahre 1567, wurde die Landgrafschaft Hessen in vier Teilherrschaften aufgeteilt. Sein jüngster Sohn Landgraf Georg I. erhielt den südlichsten Teil, aus der die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt hervorging, welche 1806 im Großherzogtum Hessen aufgeht. Ende 1575 zogen einige tausend Reiter durch Ober-Ramstadt, die Pfalzgraf Johann Kasimir (Pfalz-Simmern) für den Prinzen Heinrich v. Condé wegen des Hugenottenkrieges geworben hatte. Die Ober-Ramstädter (Volks-)Schule wurde 1581 gegründet, Landgraf Georg stiftete 100 Gulden zur Schulgründung. Die Kirchenbücher (Taufe/Hochzeit/Beerdigung) wurden 1607 angelegt.
  • Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) wurden durch die Kriegshandlungen und die Pest (1634–1636) ein Großteil der Bevölkerung hinweggerafft, 1650 erfährt man von ganzen 63 Einwohnern. 1621 tauschte Landgraf Ludwig V. seine sieben Höfe in Ober-Ramstadt samt der Schäferei gegen kommunales Waldgebiet ein. Es handelte sich um: 1. Großer Hof (1618) mit der Schäferei (aber ohne die Zehntscheune), 2. Schmarzhof (1582), 3. Rodenberger Hof (1582), 4. Ketzfeders Hof, 5. Culmanns Hof (1582), 6. Herzogshof (1617), 7. Kalben Hof und den landgräflichen Hof (Dippelshof) in der Ober-Traisaer Gemarkung. Nach der Schlacht bei Mingolsheim (Böhmisch-pfälzischer Krieg 1618–1623), im April 1622, begann Peter Ernst II. von Mansfeld seinen als Strafexpedition gedachten Einfall nach Hessen-Darmstadt. Seine Söldner besetzen Darmstadt und errichteten bei Bessungen ein großes Lager mit etwa 18.000 Mann Fußvolk und 5.200 Reiter. Im Mai 1622 kam es zum „Mansfelder Einfall“. Söldnerhaufen des Grafen Peter Ernst II. von Mansfeld, dem Kurfürsten Friedrich V. (Pfalz) und des Markgrafen Georg Friedrich (Baden-Durlach) drangen in Ober-Ramstadt ein und misshandelten die Einwohner, von denen einige durch Folterungen zu Tode kamen. Der Plünderungsschaden betrug 7892 ½ Reichstaler. Nach der Niederlage der Schweden in der Schlacht bei Nördlingen im September 1634 brachten die geschlagenen Truppen die Pest auch in unsere Umgebung. Die nachdrängenden kaiserlichen Truppen mordeten, brandschatzten und plünderten auch in Umstadt, Reinheim, Groß-Bieberau und Ober-Ramstadt. Auch die Ernte im Jahre 1635 war vollkommen verwüstet und der größte Teil der geängstigten Bewohner Ober-Ramstadts floh, alles im Stich lassend, nach Lichtenberg oder nach Darmstadt, um sich zu retten. Viele starben aber auch an Hunger. Während des Hessenkrieg (1645–1648) wurde Darmstadt am 7. April 1647 von zwei Regimentern des französischen Marschall Turenne besetzt, die 44 000 Reichstaler oder Quartier forderten. Auf Anordnung des Zentgraf Johann Buch wurde aus der Kirche von Ober-Ramstadt eine Glocke abgenommen und mit weiteren aus den umliegenden Orten am 21. April 1647 nach Frankfurt/M. überführt. Der Verkaufserlös wurde den französischen Truppen zugeführt. Vom 28. Oktober bis zum 9. Dezember 1672 zogen kurbrandenburgische-, kaiserliche- und lothringische Truppen wegen des Holländischen Krieges durch die Obergrafschaft. Sie richteten vom 20. November bis zum 9. Dezember an der Ober-Ramstädter Kirche erheblichen Schaden an, rissen das Blei vom Kirchturm und Kirchendach, verbrannten die Frauenstühle auf dem Kirchplatz und zerschlugen eine Glocke, die mit weiteren Metallen weggeführt wurde. 1689 wurde der Galgenberg (1450 erstmals erwähnt) gerodet und als Ackergelände nutzbar gemacht. Im Juni 1693 flüchteten die Bewohner der Umgebung wegen der herannahenden französischen Truppen (Pfälzischer Erbfolgekrieg) in die Maingegend in Richtung Aschaffenburg. Im Vormonat hatten diese Truppen Heidelberg eingenommen und zerstört, drangen an der Bergstraße vor und verwüsteten zum wiederholten Male Schloss Auerbach. Ein von französischen Truppen gelegtes Feuer vernichtete die meisten Häuser von Zwingenberg; ihre Reiterei drang in Darmstadt ein, zerstörte einige Häuser und begann die Stadtmauer niederzureißen.
  • 1709 war ein überaus strenger Winter, in dem viele Einwohner, Vieh und Wild umkamen. In dem Jahr wollte auch eine Reihe von Familien nach den Karolinischen Inseln auswandern. Freilich erreichten sie das Ziel ihrer Reise nicht. Von gewissenlosen Agenten ausgebeutet, kehrten sie nach kurzer Zeit bettelarm wieder zurück. 1710 wurde der Versuch unternommen, Weinberge anzulegen. 1722 erwarb Landgraf Ernst Ludwig das Grundstück Darmstädter Straße 52, den ehemaligen Wallbrunn‘schen Hof. 1723 wanderten (Schwabenzug) 80 Personen aus Ober-Ramstadt und zwei aus Frankenhausen mit dem Ziel Banat nach Südungarn aus. 1730 wurde zwischen Nieder-Traisa, Ober-Ramstadt und der Landgrafschaft ein Vergleich geschlossen, wodurch die Ober-Traisaer Gemarkung mit dem Dippelshof und das dazugehörende Ackerland an Nieder-Traisa fiel. Am 18. Mai 1733 wurden deutlich spürbare Erdstöße wahrgenommen. 1794 wurde wegen des ersten Koalitionskrieg auf Befehl des kursächsischen General von Lindt im Rathaus, in den Gasthäusern Zum goldenen Löwen und Zum weißen Ross ein Kriegslazarett eingerichtet. Der Arzt Georg Philipp Carl Büchner (Onkel des Georg Büchner) war hier tätig. Die Bevölkerung wurde zu Kriegshilfsdiensten herangezogen.

Jüngere Geschichte, 1800 bis zur Gegenwart

  • Im 19. Jahrhundert begann Ober-Ramstadt sich zunehmend von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einer industriellen zu wandeln. Im Jahr 1806 hatte Ober-Ramstadt einen Bestand von 195 Wohnhäusern. Wegen der Napoleonischen Kriege kam es im Jahr 1806 in Ober-Ramstadt zu zahlreichen Truppendurchmärschen und Einquartierungen. Marschall Charles Pierre François Augereau bezog hier vom 27. bis zum 30. Januar mit seinem Stab Quartier im Gasthaus Zum Goldenen Löwen. Nach dem Rückzug Napoleons über den Rhein, wegen der Völkerschlacht bei Leipzig, rückten Soldaten der Gegenpartei im November 1813 in Ober-Ramstadt ein. Von den ca. 3.500 Soldaten, die das junge Großherzogtum Hessen als Napoleons Verbündeter für diesen Feldzug bereitstellen musste, kehrten nur knapp 10 % zu ihren Familien nach Hessen zurück. Die Kriegsschulden aus dieser Zeit beliefen sich für Ober-Ramstadt auf 6.466 Gulden. Die Gemeinde ließ deshalb im Jahr 1814 den Gemeindewald „Eiche“ abholzen, um durch die Versteigerung des Holzeinschlags (überwiegend Tannenholz) die Schulden etwas auszugleichen.
  • Der Schießberg wurde von 1816 bis 1830 bebaut, die Berg-, Schul- und Schießbergstraße, sowie die Ackermannsgasse entstehen. Zu jener Zeit errichtete der Revierförster Heyer sein Haus am Eingang zur Ammerbachstraße, später genannt Walter’sches Anwesen, heute Familie Lautz. Die Zehntscheune ist am 5. Januar 1819 abgebrannt. In der Zeit von 1821 bis 1841 wanderten 58 Ober-Ramstädter nach Amerika aus. Ab 1823 wurde die Straße nach Nieder-Ramstadt gebaut. Das Brandkataster der Gemeinde wurde 1827 erstellt. Im Jahr 1840 wurde die Provinzialstraße von Ober-Ramstadt nach Hahn und Lengfeld gegen Höchst gebaut. 1847 wurde in der Hirschapotheke – zuvor war dies das Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“ – (Bachgasse 1) eine Postexpedition (Thurn-und-Taxis-Post) eingerichtet, die 1866 in das Kaufhaus von Balthasar Breitwieser (Darmstädter Straße 33) verlegt und 1876 mit einer Telegraphenleitung versehen wurde. Die Postsendungen wurden ab Juli 1864 per Carriolpost vom Großherzoglichen Oberpostamt Darmstadt mit Personenbeförderung nach hier zugestellt. Ab 1. April 1883 wird zweimal täglich ab Bahnhof Ober-Ramstadt eine Fahrpost mit Personenbeförderung bis nach Brandau errichtet. 1851 wurde das alte Pfarrhaus abgetragen.
  • Auf Initiative von Georg Schulz III. wurde im Oktober 1863 der Arbeiterbildungsverein gegründet. Schulz war Wirt des Gasthauses Zum Ochsen, seit 1864 Gemeinderat und von 1886 bis 1892 Bürgermeister. Im November 1866 wird eine Busverbindung (Pferdeomnibus) an Sonntagen, zwischen Reichelsheim, über Ober-Ramstadt – Eberstadt, nach Darmstadt eingerichtet. Im Januar 1869 werden starke Erdstöße verspürt, 1871 erfolgte ein starkes Erdbeben. Am 27. Dezember 1870 wird der Zugverkehr Darmstadt – Ober-Ramstadt durch die Hessische Ludwigsbahn (Odenwaldbahn) in Betrieb genommen. 1870 wurde das Bahnhofsgebäude errichtet, 1880 und 1895 durch Anbau und Aufstockung vergrößert. Ab 2. Januar 1871 wird eine Busverbindung (Pferdeomnibus) zwischen Gadernheim und dem Bahnhof Ober-Ramstadt eingerichtet. Drei Ober-Ramstädter Soldaten sind im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gefallen. Die Kleinkinderschule wurde 1886 gegründet und 1892 ist das neue Postgebäude in der Ernst-Ludwig-Straße 9 errichtet worden.
  • 1895 gründete Eduard Murjahn in Ober-Ramstadt die „Deutsche Amphibolin-Werke“. Bis heute hat die Firma hier ihren Hauptsitz und ist Europas modernste Produktionsstätte für Dispersionsfarbe sowie ein europaweit führender Anbieter von Beschichtungssystemen. Die Krankenschwesternstation wurde im August 1898 gegründet und befand sich in der Kleinkinderschule, Schulstraße 6. 1899 erschien die erste Ausgabe der „Odenwälder Neueste Nachrichten“, die Lokalzeitung wurde vom Verleger August Xandry und dem Redakteur F. C. Alfred Lauenstein gegründet.
  • Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts können als zentraler Zeitraum der Entwicklung der Stadt gesehen werden. Seit 1901 besteht eine zentrale Wasser- und seit 1907 eine Elektrizitätsversorgung. 1906 wurde der Festplatz An der Fohlenweide (zw. oberer Adlergasse und Ammerbachstraße) hergestellt. Das Elektrizitätswerk wurde 1913 an die Hessische Eisenbahnaktiengesellschaft übertragen. Die Planungen für die Auslegung von unterirdischen Fernsprechkabeln in Ober-Ramstadt beginnen im Jahr 1908. Am 16. November 1911 wurden heftige Erdstöße verspürt. Das Beben geschah um 22.26 Uhr und richtete erhebliche Sachschäden in Süddeutschland an. Auch am 20. Juli 1913 wurde ein ziemlich heftiges Erdbeben wahrgenommen, das aber schwächer war als das vom 16. November 1911. Im Jahr 1912 wurden die Häuser mit Hausnummern versehen. Der Erste Weltkrieg kostete 145 Ober-Ramstädtern das Leben. Die Hofreite in der Ammerbachstraße 65 wurde 1927 von W. Fritsch errichtet und ca. 1993 in eine Wohnanlage mit 36 Einheiten umgebaut. 1928 wird das Kino in der damaligen Wehrstraße Nr. 5, heute Leuschnerstraße (Penny-Markt), errichtet und im gleichen Jahr wurde die Omnibuslinie Darmstadt – Ober-Ramstadt eröffnet, die 1944 auf Oberleitungsbusse umgestellt wurde. 1932 wird die Straße Ober-Ramstadt – Rohrbach angelegt und am 1. Juni 1933 für den Verkehr freigegeben. Die erweiterte Wasserversorgungs-Anlage auf dem „Eiche“ wurde am 6. November 1938 in Betrieb genommen.
  • Am Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge in der Hammergasse Nr. 3 und das Wohn- und Geschäftshaus der Familie Abraham Wartensleben, Baustraße Nr. 6, niedergebrannt. Aber schon 1911 wurde an der Synagoge, erbaut vor 1885, Sachbeschädigung begangen. Am Samstag, dem 24. März 1945, gegen 23.00 Uhr, besetzten US-Truppen nach der Rheinüberquerung und vom Mühltal her kommend Ober-Ramstadt; die US-Militärregierung nimmt ab 9. April 1945 ihren Dienst auf. Von 1952 bis 1956 wird die Eichesiedlung erbaut. Nach 1970 wurde der Marktplatz neu gestaltet, zuvor wurde das 1877 errichtete Krieger-Denkmal abgetragen. Die seit 1887 hier ansässige ehemalige Großherzogliche Oberförsterei Ober-Ramstadt wurde am 31. Dezember 1975 aufgelöst.
  • Im Jahr 2005 gab Bürgermeister Werner Schuchmann Ober-Ramstadt den Leitspruch „Stadt der Farben“ und rief die Bürger dazu auf, bei Renovierungen ihre Häuser in bunten Farbtönen zu streichen, um der Stadt ein schöneres Aussehen zu verleihen. Zu diesem Zweck wurde ein Stadtentwicklungsplan ausgearbeitet, der bereits in Teilen Anwendung fand. In den Jahren 2006 bis 2008 gab die Umgestaltung und Komplettsanierung der Hauptstraße Ober-Ramstadt ein neues Gesicht. In den Jahren 2014 und 2015 werden mehrere Erdstöße in der Region verspürt.

Die Geschichte der Stadt lässt sich im Museum Ober-Ramstadt, das 1732 von dem Vater Georg Christoph Lichtenbergs als Rathaus gebaut wurde, nachvollziehen.

Verwaltungszugehörigkeit

Die Obergrafschaft Katzenelnbogen (bis 1479) war in die Kellereien/Rentamt (Finanz-Verwaltungsbezirke) Auerbach, Zwingenberg, Lichtenberg, Reinheim, Darmstadt, Dornberg/Groß-Gerau und Rüsselsheim aufgeteilt. Diese unterstanden der Landschreiberei Darmstadt. Ober-Ramstadt mit Staderstatt(Wüstung bei Ober-Ramstadt) gehörte zuerst zur Kellerei Lichtenberg.

  • 1440 bis 1451: Kellerei Lichtenberg
  • 1451 bis 1497: Kellerei Darmstadt
  • 1497 bis 1820: Oberamt und Kellerei Lichtenberg
  • 1820 bis 1821: Amt Reinheim, das ab 1806 zur Provinz Starkenburg des Großherzogtums Hessen gehörte
  • 1821 bis 1832: Landratsbezirk Reinheim der Provinz Starkenburg
  • 1832 bis 1848: Kreis Dieburg, mit der Einführung von Kreisen im Großherzogtum Hessen
  • 1848 bis 1852: Regierungsbezirk Dieburg, während der Einteilung der Provinz Starkenburg in Regierungsbezirke
  • 1852 bis 1938: Kreis Darmstadt mit der Wiedereinführung von Kreisen in der Provinz Starkenburg
  • 1938 bis 1977: Landkreis Darmstadt. Im Zuge der Gebietsreform 1938 werden die drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen in Kreise aufgelöst und der Kreis Darmstadt erhielt den Namen Landkreis Darmstadt
  • ab 1977: Landkreis Darmstadt-Dieburg, in den der Landkreis Dieburg im Zuge der Gebietsreform in Hessen aufgeht.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Januar 1977 die bis dahin selbständigen Gemeinden Modau, die am 1. Juli 1971 durch freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Nieder-Modau und Ober-Modau entstanden war, und Wembach nach Ober-Ramstadt per Gesetz eingegliedert. Bereits am 1. April 1972 wurde die Gemeinde Rohrbach freiwillig nach Ober-Ramstadt eingegliedert.

Historische Namensformen

In erhaltenen Urkunden wurde Ober-Ramstadt unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):

  • Ramstat (1310)
  • Ramstatt (1318)
  • Oberramstadt (1319)
  • Ramistath (1325)
  • Oberingrozen Ramstat (1384)
  • Rambstat (1384)
  • Obir-Ramstad (1403)
  • Großenramstadt (1403)
  • Ober Ramstatt (1470)
  • Ramstat (1482)
  • superior Ramstat (16. Jahrhundert)
  • Oberrambstatt (1647)

Einwohnerentwicklung

Belegte Einwohnerzahlen sind:

  • 1440: 70 Landsiedel- und Hubenleute (Hubengut) (etwa)
  • 1630: 400 Einwohner
  • 1650: 63 Einwohner (Dreißigjähriger Krieg u. Pestzeit)
  • 1669: 197 Einwohner
  • 1708: 448 Einwohner
  • 1806: 1365 Einwohner
  • 1829: 1946 Einwohner
  • 1900: 3513 Einwohner
  • 1910: 4367 Einwohner
  • 1939: 5599 Einwohner
  • 1961: 7610 Einwohner
  • 1970: 8623 Einwohner

Wüstung Staderstatt

In den Katzenelnbogener Urkunden wird mehrfach die Siedlung Staderstatt genannt; erstmals im Jahre 1287 und somit 23 Jahre vor der Stadtrechtsverleihung an Ober-Ramstadt. In der letzten Urkunde aus dem Jahre 1456 sind Einnahmen und Ausgaben verzeichnet. Im Vergleich der Abgaben (Zehnt) zu den benachbarten Orten könnte Staderstatt ein Gehöft gewesen sein. Die Lage der Wüstung ist bis heute nicht bekannt. Lehnsnehmer von Staderstatt waren im Spätmittelalter Ludwig Blache (1287), Johann von Larheim (1413) und Richwin von den Erlen (1425) – 1391 Burgmann zu Katzenelnbogen. Der Stammsitz der Familie war der „Erlenhof“, welcher zur Burg Greifenstein gehörte. Das Geschlecht ist 1489 erloschen.

Kapelle St. Wendelin

In der Zeit vor der Reformation hatte Ober-Ramstadt zwei Gotteshäuser besessen: Die Kirche Unserer lieben Frauen im Dorf und die Kapelle zu St. Wendelin am südlichen Ausgang des Dorfes auf der östlich der Helgertsmühle (Hellgarthen Mühle) gelegenen Anhöhe (Helgen = die Heiligen, Helgenhaus = Feldkapelle). Diese Kapelle wurde im 15. Jahrhundert errichtet und in der Reformationszeit abgebrochen (vor 1557), um 1888 waren dort noch Mauerreste sichtbar, die Pfarrkirche dagegen war bis zum Jahre 1716 in Gebrauch.

Forsthaus Eiserne Hand

Das Anwesen gehört zu Ober-Ramstadt. Die Namensherkunft und Bedeutung ist nicht geklärt. Möglicherweise stand die Bezeichnung im Zusammenhang mit der dortigen Straßen- und Weggabelung sowie dem Wegweiser. Um 1800 befand sich dort eine Holzmacherhütte, 1828 ein Wirtshaus, später dann bis in die heutige Zeit ein Forsthaus. 2013 ging das Anwesen in Privatbesitz über.

Weiler Dilshofen

Dilshofen (Dieslhoffen), erstmals 1338 urkundlich erwähnt, war ursprünglich eine Wildhube und gehörte zum Wildbann Dreieich. 1454 wird ein Heylle Dyelßhoiffer genannt, der eine Bede von 6 Schilling für einen Garten zahlt. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges war das Gehöft unbewohnt. Der westliche Hof (Kleinschmidtscher Hof) des Weiler Dilshofen gehört zu Ober-Ramstadt, der restliche Teil zu Zeilhard bzw. jetzt Reinheim.

Bergbaugeschichte

In der Grube „Zur Gnade Gottes“, die oberhalb des Nieder-Modauer Wegs zwischen Ober-Ramstadt und Nieder-Modau liegt und zur Gemarkung der „Kernstadt“ gehört, wurden silberhaltige Kupfererze geschürft und an Ort und Stelle in der Schmelzhütte aufgeschmolzen.

Geschichte der Stadtteile

Nieder- und Ober-Modau

Der Begriff „Muotdaha“ wird im Lorscher Codex das erste Mal im Jahre 804 urkundlich erwähnt (Urkunde 216). Einige Zeit später tauchen auch die Bezeichnungen Moda, Muda, Maudava und Modach auf. Aus ihnen lassen sich die Begriffe Sumpf und Wasser herauslesen.Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Ober-Modau stammt um das Jahr 1360. Damals war es ein Zehntort des Grafen Diether VIII. von Katzenelnbogen.

Auf dem Schlossberg bei Nieder-Modau stand eine Burg. Letzter Burgherr war angeblich Werner Kalb von Reinheim, der ein Vasall von Diether VIII. von Katzenelnbogen war. Kalb, der zeitweise auch Verwalter von Burg Tannenberg war, ging als Raubritter in die Geschichtsbücher ein. Die Burg Nieder-Modau wurde angeblich 1382 von Reisigen (bewaffnete Dienstleute) der Städte Frankfurt, Mainz und Worms zerstört und nicht wieder aufgebaut. Ihre Ruine wurde als Steinbruch genutzt. Heute sind noch die ehemaligen Burgwälle sichtbar (Wanderweg Ober-Ramstadt O4).

Am 1. Juli 1971 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinden Ober-Modau und Nieder-Modau zur Gemeinde Modau.

Waldenser in Rohrbach, Wembach, Hahn

1699 fanden in den Ortschaften Rohrbach, Wembach und Hahn Waldenser aus der Gemeinde Pragela im Herzogtum Piemont (dem heutigen Pragelato, Partnerstadt Ober-Ramstadts) eine neue Heimat, nachdem sie 1685 nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes wegen ihres reformierten Glaubens die Heimat verlassen mussten.

Die waldensische Bewegung, die auf das 12. Jahrhundert zurückgeht und deren Anhänger schon seit dieser Zeit Verfolgungen ausgesetzt waren, schloss sich 1532 der Reformation an. Bei evangelischen Fürsten Deutschlands fanden sie ebenso wie Tausende anderer Verfolgter, zum Beispiel die Hugenotten, Aufnahme. Ihre Ansiedlung, die – durch Privilegien zum Teil erleichtert – auch umworben war, war für die deutschen Fürstentümer kulturell wie wirtschaftlich eine Bereicherung.

Nach Verhandlungen ermöglichte Landgraf Ernst Ludwig 1699 knapp 400 Waldensern aus Pragela auf seinen Hofgütern Rohrbach, Wembach und Hahn einen Neubeginn. Um diese landgräflichen Hofanlagen entstand in der Folgezeit eine planmäßige Neubebauung, die in Rohrbach besonders konsequent durchgeführt und heute noch nachvollziehbar ist. Für Hugenotten wurden zu dieser Zeit ganze Innenstädte neu angelegt, etwa in Hanau, Neu-Isenburg, Mannheim oder Freudenstadt.

Während Wembach und Hahn sich als Siedlung entlang einer Straße entwickelten, war für Rohrbach das (heute nicht mehr vorhandene) zentrale Hofgut zum Orientierungs- und Mittelpunkt des neuen Dorfes gewählt worden. In den ersten 30 Jahren nach 1699 entstand die regelmäßige Bebauung mit typischen Fachwerkhäusern und U-förmig dahinter angeordneten Nebengebäuden. Die Grundstücksparzellen waren gleich groß, und nach Gleichheitsgrundsätzen wurden auch alle Ackerflächen aufgeteilt.

Die Kirche in Rohrbach fand zusammen mit einem Pfarrhaus und Friedhof ihren Platz auf einer langgestreckten Freifläche in der Mitte der Gemeinde. Als Fachwerkkirche 1708 für alle drei Kolonien gebaut, wurde sie 1767 durch einen massiven Saalbau ersetzt. Im Innern sehr schlicht gehalten, entsprach sie den strengen Vorschriften der reformierten Lehre. Die Wembacher Kirche wurde nach diesem Vorbild bis 1835 errichtet. Um 1830 wanderten mehrere Familien der Waldenserkolonie nach Pennsylvania aus.

Vermutlich waren es Waldenser, die die Kartoffel – die schon seit Mitte des 17. Jahrhunderts in Südfrankreich kultiviert wurde – in Südhessen heimisch gemacht haben. In Deutschland sollen die ersten Kartoffeln während der Regierung Ferdinand III. 1647 in Pilgramsreuth (Rehau), Oberfranken angebaut worden sein. In einem lukrativen Nebenerwerb wirkten viele der Waldenserfamilien Strümpfe, deren Qualität regional sehr geschätzt wurde.

Zugehörigkeit zum Kreis Dieburg

Die ehemaligen selbständigen Gemeinden Nieder-Modau, Ober-Modau, Rohrbach, Wembach-Hahn (mit Koloniewald) gehörten zum Kreis Dieburg und wurden am 1. November 1938 in den Landkreis Darmstadt eingegliedert.

Religionen

In Ober-Ramstadt und seinen Stadtteilen befinden sich

  • die evangelische,
  • die katholische,
  • die evangelisch-freikirchliche sowie
  • die neuapostolische Kirchengemeinde.

Die evangelische Gemeinde Ober-Ramstadts, die die größte Gemeinde des Ortes ist, gehört zu der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Die katholische Pfarrgemeinde bestand bis zur Reformation und ist urkundlich erstmals im Jahr 1318 erwähnt. Sie zählte zum Landkapitel Groß-Gerau und zum Archidiakonat St. Viktor vor Mainz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie von Heimatvertriebenen neu gegründet und gehört zum Bistum Mainz.

Jüngste Glaubensbewegung in der Stadt ist die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 50,3 19 44,8 17 48,3 18 55,4 20
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 18,5 7 24,1 9 26,4 10 23,3 9
BFO/GRÜNE Bürger für Ober-Ramstadt/Grüne 11,8 4 22,1 8 13,5 5 9,5 3
Auf gehts Auf gehts, bürgernahe Politik in Ober-Ramstadt 14,1 5 6,0 2
FDP Freie Demokratische Partei 5,4 2 3,1 1 4,6 2 4,5 2
FWG Freie Wählergemeinschaft Ober-Ramstadt 6,3 2 7,3 3
PBC Partei Bibeltreuer Christen 0,9 0
gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 50,8 49,6 47,1 55,0

Magistrat

Der Magistrat der Stadt Ober-Ramstadt setzt sich aus acht Mitgliedern, zzgl. Bürgermeister, zusammen (SPD 5; CDU 2; Auf geht’s 1).

Bürgermeister

Mit der Einführung der hessischen Landgemeindeordnung endete am 17. Januar 1821 die Ära der herrschaftlichen Schultheißen als Spitze der örtlichen Kommunalverwaltung. Johann Georg Ramge war seit 1820 „Gemeinderechner“ und übernahm im April 1822 das Amt vom Oberschultheiß Karl Pfersdorf (1808–1822).

  • 1822–1841 Ramge, Johann Georg
  • 1841–1848 Breitwieser, Georg Peter
  • 1848–1857 Heim, Wilhelm
  • 1857–1859 Simmermacher, Georg
  • 1859–1879 Breitwieser, Johann Balthasar II.
  • 1879–1880 Fritsch, ?
  • 1880–1886 Fischer, Hermann
  • 1886–1892 Schulz, Georg III.
  • 1892–1900 Jacoby, Georg III.
  • 1900–1911 Fritsch, Georg
  • 1911–1933 Rückert, Adam III.
  • 1933–1939 Jörgeling, Anton Ernst (kommissarisch)
  • 1939–1942 Jörgeling, Anton Ernst (hauptamtlich)
  • 1942–1945 Muhl, Heinrich (kommissarisch)
  • 1945–1946 Braband, Jakob (kommissarisch)
  • 1946–1966 Frankenberger, Peter IV.
  • 1966–1986 Kleppinger, Georg
  • 1986–2004 Hartmann, Bernd
  • 2004 bis heute Schuchmann, Werner

Ortsbeirat Rohrbach

Im Stadtteil Rohrbach gibt es einen Ortsbeirat mit neun Mitgliedern (SPD 3; CDU 3; BfO/Grüne 3).

Kinder- und Jugendbeirat

Von der Stadt begleitet wird der neunköpfige Kinder- und Jugendbeirat Ober-Ramstadts.

Seniorenbeirat

Um die Belange der Bürger ab 60 Jahren kümmert sich unter anderem seit 1998 der Seniorenbeirat Ober-Ramstadts, unterstützt von der Seniorenbeauftragten der Stadt Ober-Ramstadt. Der Seniorenbeirat wird jeweils für vier Jahre gewählt.

Wappen

Das Wappen von Ober-Ramstadt zeigt „In Silber eine grüne Rosenstaude mit drei roten Rosen“. Der Hessische Innenminister Wilhelm Leuschner hat der Stadt Ober-Ramstadt am 5. August 1930 die Führung dieses Stadtwappens genehmigt.Die älteste bekannte Darstellung des Rosenwappens befindet sich auf dem Pergamenteinband einer Urkunde aus dem 16. Jahrhundert.

Nach einer anderen Deutung zeigt das Stadtwappen „drei Kornraden, eine heute gefährdete Art aus der Familie der Nelkengewächse, die früher häufig in der Umgebung Ober-Ramstadts anzutreffen war“. Für die Deutung als Rosen argumentiert der Verein für Heimatgeschichte e. V. Ober-Ramstadt. Nebst der Abbildung des Rosenwappens aus dem 16. Jahrhundert, wird auf die gängige heraldische Darstellung der Rosen hingewiesen, deren 5-blättrige Grundform von Heckenrosen abgeleitet ist. Weiter wird auf Bezüge von Maria, der Namenspatronin der vorreformatorischen Kirche von Ober-Ramstadt und Graf Eberhard I. von Katzenelnbogen, der für Ober-Ramstadt 1310 die Stadtrechte erlangte, zu Rosen-Darstellungen verwiesen.

Städtepartnerschaften

  • Cogoleto (Italien) seit 1959
  • Saint-André-les-Vergers (Frankreich) seit 1970
  • Pragelato (Italien) seit 1974
  • Thurm (Sachsen) seit 1990
  • Vermezzo (Italien) seit 2003
  • Zelo Surrigone (Italien) seit 2003
  • Fethiye (Malatya) (Türkei) seit 2004
  • Bartholomäberg (Österreich) seit 2012

Kultur, Sport und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Die Laienspielgruppe der SKG Wembach-Hahn führt alljährlich zweimal ein Lustspiel in der Waldenserhalle auf.
  • Die Laienspielgruppe der Waldensergemeinde Rohrbach führt alljährlich jeweils ein Theaterstück viermal im Bürgerhaus Rohrbach auf. Weiterhin wird alle 25 Jahre das Stück „Glaube und Heimat“ aufgeführt, das die Vertreibung der Waldenser aus Pragelato zum Inhalt hat.
  • Seit 1995 finden in der Wacker Fabrik einmal jährlich im Herbst die Theatertage mit etwa 10 Aufführungen statt.

Musik

Ober-Ramstadt hat mehrere Musikvereine. Viele davon nehmen an den Ober-Ramstädter Musiktagen teil. Die mehrtägige, alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung gibt es seit 2004.

  • Chor ’56 e. V. Ober-Ramstadt mit den Abteilungen Gemischter Chor ’56, Jazzchor ’56, Kinderchor ’56, Jugendchor 56 (seit 10/2008)
  • Evangelischer Kirchen- und Posaunenchor Ober-Ramstadt
  • Gesangverein „Eintracht 1880“ Rohrbach (Männerchor) mit ChorPusdelicti (Gemischter Chor)
  • Harmonikaspielring 1938 in der SKG Ober-Ramstadt
  • Stadtorchester Ober-Ramstadt
  • Sängervereinigung „Frohsinn ’03“ Modau
  • Sängervereinigung 1871 Ober-Ramstadt e. V., (Frauen- und Männerchor)
  • Die Stadtstreicher Ober-Ramstadt (Streichorchester)

Regelmäßige Veranstaltungen

  • September: 1. Wochenende, Kerb. Die Einweihung der Ev. Kirche Ober-Ramstadt fand am 11. September 1718 (2. Wochenende) statt.
  • Oktober: 3., Grenzgang. Dieser Brauch geht auf frühere Zeiten zurück, damals war es ein offizieller Gang unter dem „Geläut“ der Glocken, wobei die Schöffen voranschritten. Das Kontrollieren der Gemarkungssteine hat damals die Dorfgemeinschaft in feierlicher Form vollzogen.
  • Dezember: 2. Adventwochenende, Weihnachtsmarkt.

Restaurants

In Ober-Ramstadt gibt es mehrere Restaurants, auch aus dem Ausland wie etwa türkisch, griechisch u. v. a. m. Eines der ältesten Gasthäuser in Ober-Ramstadt war die Wirtschaft Zur Sonne, Darmstädter Straße 70a (Ecke Sonngasse). Johann Peter Stromberger * 1660 in Groß-Zimmern; † 1711 in Ober-Ramstadt war dort Bierbrauer und Gastwirt.

Museen

Der Verein für Heimatgeschichte e. V. Ober-Ramstadt betreibt seit 1964 das „Museum Ober-Ramstadt“ im alten Rathaus, das von Georg Christoph Lichtenbergs Vater im Jahr 1732 erbaut wurde.

In Rohrbach gibt es in der alten Schule das „Waldensermuseum“, ein von der EU gefördertes LEADER-Projekt.

Kunst- und Kulturausstellungen

  • Atelier Freifarbe
  • Atelier und Künstlergemeinschaft Helgertsmühle
  • Restaurant und Galerie „Die Goldene Nudel“
  • Gasthof „Darmstädter Hof“ mit Kunstscheune „rive gauche“
  • Atelier „ImFluss“ in der Regenbogenmühle

Sport

Als Weltmeister 2004 sowie mehrfacher Europameister im Rollkunstlauf hat die TGS 1900 Ober-Ramstadt e. V. internationale Bedeutung.Weiterhin wird hier Judo betrieben.

Bauwerke

Altes Rathaus

  • Das alte Rathaus wurde 1732, an der Stelle eines abgetragenen Vorgängerbaus aus dem Jahre 1580/1621, errichtet und diente in dieser Funktion bis 1929. Das Gebäude von 1732 ist nach den Plänen und unter der Aufsicht von Pfarrer Johann Conrad Lichtenberg, dem Vater von Georg Christoph Lichtenberg, vom Maurermeister Johann Franz Blattner erbaut worden. Die Gemeinde lieh sich für den Neubau von Frau Maria Catharina Wiemer, aus der Eberstädter Wiesenmühle, 1000 Gulden. Auch Pfarrer J. C. Lichtenberg beteiligte sich mit 253 Gulden an der Finanzierung des Gebäudes. Das Wachhäuschen war 1812 als Unterbringung für die Feuereimer gebaut worden. Als 1859 eine Feuerspritze angeschafft wurde, ist das Spritzenhaus mit Schlauchturm unterhalb des Rathauses angebaut worden.

Neues Rathaus

  • Das neue Rathaus steht auf dem Platz eines ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens, in dem sich auch die Gaststätte „Zur Goldenen Traube“ befand. Die Gemeinde hat das alte Gebäude 1919 von Peter Rodenhäuser XIV. käuflich erworben, 1928 abtragen lassen und 1929 darauf das neue Rathaus errichtet.Hammermühle
  • An die örtliche Wirtschaftsgeschichte sowie die Inbetriebnahme des ersten Eisenhammers 1688/89 erinnert die Anlage der ehemaligen Hammermühle in der Innenstadt. Die Hammermühle war eine von insgesamt zehn Mühlen im frühen 17. Jahrhundert in Ober-Ramstadt. Auf einer schmalen Insel zwischen Hammerbach und Modau stand die ehemalige Loh- und Ölmühle, die 1629 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Für die Lohe, zum Gerben des Leders, wurde Eichenrinde gemahlen. Öl wurde meist aus Leinsamen oder Raps hergestellt. Im Jahre 1708 wurde im Auftrag von Landgraf Ernst Ludwig das Anwesen zum Bau einer Hammerschmiede für die Eisenverarbeitung angekauft. Eisenerzbau und -verarbeitung fand bereits im 16. Jahrhundert in und um Ober-Ramstadt statt. Ab 1720 hatte die Hammermühle das Monopol zur Lieferung für die Obergrafschaft Katzenelnbogen inne, 1817 wurde der Hammer mangels Roheisen wegen Unrentabilität aufgegeben. Die Hammerhofreite bestand aus einem Hammerhaus mit dem vom Mühlrad angetriebenen Blasebalg und Hammer, dem Wohnhaus des Hammerschmieds und einer Kohlenscheuer. Das zur Hammermühle gehörende Herrschaftliche Wohnhaus mit Nebengebäuden stand gegenüber an der Ecke Darmstädter Straße 48 / Schafgrabengasse (1966 wurde auf dem Grundstück der Neubau der Sparkasse errichtet, heute Kfz-Zulassungsstelle). Nach 1817 kaufte Johann Michael Breitwieser den Mühlplatz, riss die Gebäude bis auf das Kellergeschoss ab und erbaute eine Getreidemahlmühle mit Wohnhaus, Scheune und Stallungen. Später kam eine Hanfreibe hinzu, zum Aufspleißen der Hanfstängel für die Gewebeherstellung. 1839 war Johann Michael Breitwieser bereits gestorben und seine Witwe stellte den Neubau noch fertig. Ihr Wappen ist noch heute am Mühlgraben zu sehen: ein Mühlstein mit gekreuzten Hämmern und der Initiale MBW = Michael Breitwieser Witwe. Nach 1945 wurde der Mühlen- und landwirtschaftliche Betrieb zu Gunsten eines Betriebs zur Herstellung von Handschuhen aufgegeben. Nach dem Ankauf durch die Stadt Ober-Ramstadt wurde 1979 der Auftrag zur Herstellung eines Bürgerzentrums vergeben und in die Verantwortung des Verein für Heimatgeschichte gelegt, die Einweihung erfolgte im Mai 1984.Weitere Mühlen
    Name der Mühle Erste Nennung Anmerkungen
    Neue Schloßmühle 1839 heute einziger Mühlenbetrieb in Südhessen
    Helgertsmühle 1696 Helgen = die Heiligen
    Obere Eichelmannsmühle 1554 auch Hannmichelsmühle/Pulvermühle
    Untere Eichelmannsmühle 1450 auch Schneider Mühle, mit Hammermühlenwehr
    Ehemalige Göpel-Ölmühle 1863 Anwesen Wink, Antrieb: Dampfmaschine
    Hammermühle 1629 mit Wasserrad und Mühlengetriebe
    Rauhmühle 1398 auch Schwanzers-Mühle, Bero-Mühle = Bensch-Raumühle
    Vereinigte Hirse- und Haferschälmühlen Müller & Göckel 1925 Antrieb: E-Motor
    Hohe Rain Mühle 1403 auch Eis Mühle
    Waldmühle 1600
    Obere Schachenmühle 1553 1700 auch Schleifmühle
    Mittlere Schachenmühle 1303 auch Heilebertsmühle/Burger Mühle
    Untere Schachenmühle 1629 auch Bender-Mühle, durch Teilung der Mittleren Schachenmühle entstanden

Petri Villa

  • Die etwa 1850 erbaute und denkmalgeschützte Petri-Villa trägt den Namen ihres letzten Besitzers. Der erste Gebäudeteil wurde von Dr. med. Knös errichtet. Dr. Friedrich Alefeld, Arzt und Botaniker wohnte ab 1. Juli 1867 in dem Haus und war ab 1868 der Besitzer des Anwesens. Nach Alefeld erwarb der Steinbruchbesitzer Louis Breitwieser das Gebäude und ließ es ab 1901 durch Anbauten erweitern. 1909 wurde die Villa von Philipp Ludwig Petri(y) aus Reinheim erworben. Heute ist die Villa im Besitz der Stadt Ober-Ramstadt, wird seit dem Jahr 2000 als städtische Begegnungsstätte genutzt und bietet vielfältige Möglichkeiten der Kommunikation, Information, Bildung, Geselligkeit, Freizeitgestaltung, Beratung und Unterstützung besonders für ältere Menschen und Frauen.Hochwasserrückhaltebecken
  • Am südlichen Ortsrand befindet sich das Hochwasserrückhaltebecken Ober-Ramstadt.

Parks

An die Petri-Villa schließt sich der fast einen halben Hektar große Petri-Park an.

In der Nähe liegt der Hammergarten, in dem sich seit Mai 2008 ein Boulodrome befindet. Bei gutem, warmem Wetter ist dies ein beliebter Treffpunkt für Boulespieler.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige ehemalige und heutige Unternehmen

  • G. F. Heim Söhne, Schildpattwarenfabrik, gegr. 1862. Georg Friedrich Heim Junior gründete die erste Fabrik in Ober-Ramstadt, Ernst-Ludwig-Straße 1 u. 3. Nach 1908 wurde das Zweigwerk in der Bahnhofstraße 14 errichtet. In der Nacht vom 26. auf den 27. September 1911 brach in der Firma ein Brand aus. Im Jahre 1912, als der Betrieb sein 50-jähriges Jubiläum zu einer Zeit der Blüte des Werkes feierte, waren 185 Personen beschäftigt. Die Betriebskrankenkasse der Firma wurde am 1. Juli 1938 aufgelöst und ging in die AOK über. Das Produktsortiment umfasst heute Löffel, Salatbestecke, Zangen, Eieruhren, Tabletts, Messerbänkchen usw. Die Familie Huse führt das Unternehmen heute bereits in der 5. und 6. Generation.
  • Die früheren Nicolai’schen Steinbrüche wurden von Dr. med. Friedrich Alefeld erworben. Sein Sohn August Alefeld erwirbt 1873 den von seinem Vater gegründeten Steinbruch am Roßberg und führte um 1884 einen Gärtnereibetrieb. Das seit 1887 der Firma Breitwieser & Co. gehörige (früher August Alefeldsche) Basaltwerk Roßberg ist 1898 an die Odenwälder Hartstein-Industrie übergegangen, die ihren Sitz in Ober-Ramstadt, Darmstädter Straße 31, hatte; 1904 wurde der Sitz nach Darmstadt, Rheinstraße 12 ½, verlegt. Generaldirektor war Philipp Leferenz, Direktor war Karl Breitwieser.
  • Größter Arbeitgeber vor Ort sind die 1895 hier gegründeten Deutschen Amphibolin-Werke (DAW) mit rund 5.600 Beschäftigten weltweit, davon rund 1.400 am Standort Ober-Ramstadt. DAW ist der viertgrößte Farbenhersteller in Deutschland und Europas größter Baufarbenhersteller. Bekannte Marken und Produkte von DAW sind vor allem Caparol und Alpina. Die in Ober-Ramstadt produzierte Dispersionsfarbe Alpinaweiß, ist nach Betriebsangaben Europas meistverkaufte Innenfarbe und in Deutschland die bekannteste Dispersionsfarbe überhaupt. Das Werk prägt die Stadt bis heute und verhalf ihr zum Beinamen „Stadt der Farben“.
  • Die Küchenmöbelfabrik Schröbel war einst deutschlandweit bekannt. In den besten Produktionszeiten größter Arbeitgeber in Ober-Ramstadt mit bis zu 500 Mitarbeitern. Ludwig Schröbel baute 1901 die Schreinerei in der Bahnhofstraße auf, zuvor betrieb er seine Schreinerei in der Schießbergstraße 23. Nach der Weltwirtschaftskrise erreichte die Produktion den Höhepunkt mit 30.000 Küchen pro Jahr. Am 14. Januar 1937 zerstörte ein Großfeuer die Möbelfabrik Schröbel. Die Firma unterhielt 1939 einen eigenen Spielmannszug. Anfang der 1970er Jahre konnte die Küchenmöbelfabrik nicht mehr mit dem Zeitgeist mithalten und die Produktion lief aus.
  • Ehemaliges Industriegelände „Im Ochsenbruch“ 1915–1993. 1915 gründete Max Walbinger im Gewann „Im Ochsenbruch“ die „Deutsche Munitionsfabrik Max Walbinger“, welche Zünder für Sprenggranaten für den Ersten Weltkrieg herstellte. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges verlegte sich Walbinger erfolglos auf die Herstellung von Jagdmunition und Schreibmaschinen (Senator), das Unternehmen ging 1921 in Konkurs. Walbinger war 1925 Inhaber der „Ober-Ramstädter Haarschmuck- und Celluloidwarenfabrik“ – Max Walbinger, die er von Albert März übernommen hatte. Die Fabrik befand sich an der Nieder-Ramstädter Straße 50. 1922 übernahmen die Falcon Automobilwerke aus Sontheim bei Heilbronn die Fabrik „Im Ochsenbruch“ und produzierten dort zwei Automobiltypen, den CA 6 und den T 6. Inflation und ausländische Konkurrenz machten den Falcon Werken das Leben schwer. 1926 musste das Werk Insolvenz anmelden und die Fabrikation einstellen. Zeitgleich gründete Hans Gustav Röhr mit finanzieller Hilfe der MIAG, dessen Vorstandsvorsitzender Hugo Greffenius verantwortlich für die finanzielle Einlage war, die Röhr Auto AG. Im stillgelegten Werk der Falcon Automobilwerke begann unverzüglich die Produktion des Röhr 8. Das erste Auto lief im Frühjahr 1927 als Röhr 8 Typ R 8/40 PS vom Band. Technisch der Zeit um 10 Jahre voraus, war das Auto ein wirtschaftlicher Reinfall. Mit der Weltwirtschaftskrise endete 1930 Hans Gustav Röhrs Engagement in Ober-Ramstadt mit dem Konkurs. Durch neue Gelder einer Schweizer Finanzholding konnte die Produktion unter dem Firmennamen Neue Röhr-Werke AG mit zwei Automobiltypen, dem Röhr 8 und dem Röhr Junior, bis 1935 fortgeführt werden. 1935 endete auch diese Epoche des Automobilbaus in Ober-Ramstadt mit dem Konkurs. 1937 übernahm die „Mühlenbau und Industrie Aktiengesellschaft“ (MIAG) das Werksgelände und stellte u. a. Kräne, Gabelstapler und Flurförderfahrzeuge her. Nach Ende des 2. Weltkriegs beschlagnahmte die US-Militärbehörde den Betrieb und richtete ein Reifenrunderneuerungswerk ein. Die Fabrik (Tire-Depot) war die größte ihrer Art in Europa. 1953 gab die MIAG, der nur begrenzte Räumlichkeiten geblieben waren, den Standort Ober-Ramstadt auf und verlegte die Produktion in das Hauptwerk nach Braunschweig. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde das Werk aus der Verantwortung der US-Armee genommen und an die „MIP-Instandsetzungsbetriebe“ übergeben. Es ist 1993 wegen des Abzugs der US-amerikanischen Truppen geschlossen worden. 2008 erwarb die Stadt das Gelände und begann im Jahr darauf, nach einem Teilabriss, mit der Bebauung von Wohnhäusern, einem unterirdischen Regenüberlaufbecken sowie sozialen- und Freizeiteinrichtungen.
  • Die Bosch-Tochter Bosch Rexroth stellt Druckventile, Steuerungselemente und Zwischenbleche für Industriehydraulik her.

Verkehr

Ober-Ramstadt liegt an der B 426 und der Landesstraße L 3104 und ist durch die Odenwaldbahn an Darmstadt, Frankfurt am Main sowie Erbach und Eberbach angebunden.

Die Buslinien O, K 56 und 678 (nur Spätverkehr) verbinden Ober-Ramstadt mit Darmstadt, Modautal, sowie Fischbachtal und Roßdorf. Die Stadtbuslinien OR1 und OR2 sind in der Stadt Ober-Ramstadt stündlich ebenso unterwegs, wie das kommunale Ruftaxi „midKom“.

Eine schon im Jahr 1953 geplante Ortsumgehung führt seit 2001 im Süden an Ober-Ramstadt vorbei. Die Ortsdurchfahrt wurde in den Jahren 2006 bis 2008 erheblichen Umbaumaßnahmen unterzogen, die zur Verkehrsberuhigung beitragen sollen. In weiteren Baumaßnahmen soll unter anderem ein drittes Parkhaus in der Nähe des Rathauses entstehen. Bereits jetzt existiert jeweils ein Parkhaus im „Zentrum am Rathaus“ und im „Zentrum am alten Markt“.

Seit einiger Zeit gibt es Planungen, die eine zweite Umgehung im Osten der Stadt zum Ziel haben. Begründet wird diese Umgehung mit der Ausweisung von größeren Gebieten für den Wohnungsbau im sogenannten „MIAG-Gelände“ und von „Eiche-Ost-Ost“ bis 2015. Um diese Trasse zu verhindern wurde eine Bürgerinitiative gegründet, da diese befürchtet, dass Verkehr aus dem Umland angezogen werden könnte.

Gesundheit

Es sind neben einer ärztlichen Notdienstzentrale in der Hammermühle (schloss am 21. Dezember 2012, seit Dezember 2015 ist dort wieder die DRK-Sozialstation eingerichtet) mit Feiertags- und Wochenendbereitschaft Mediziner folgender Fachrichtungen in Ober-Ramstadt ansässig:

  • Allgemeinmedizin
  • Augenheilkunde
  • Chirurgie, Unfallchirurgie
  • Frauenheilkunde
  • Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
  • Innere Medizin
  • Kardiologie
  • Neurologie
  • Psychoanalyse und -therapie
  • Zahnmedizin

Weiterhin sind folgende Gesundheitsberufe vor Ort vertreten:

  • Apotheken
  • Hebammen
  • Logopäden
  • Krankengymnastik und Massage
  • Hippotherapie

Öffentliche Einrichtungen

Kindergärten

  • AWO-Kindergarten „Pusteblume“
  • Evangelische Kindertagesstätten „Eiche“ und „Pfarrgarten“ in der Kernstadt sowie in den Stadtteilen Modau, Rohrbach und Wembach
  • Kindertagesstätte „Nina und Phillipp Ackermann“
  • drei Krabbelgruppen sowie ein Tagesmütter-VermittlungsbüroDie Ober-Ramstädter Kleinkinderschule (Kindergarten) wurde 1886, in der Amtszeit von Pfarrer Johann Georg von Wachter gegründet, befand sich im Anwesen Schulstraße 6, dem ehemaligen zweiten (1779) Schulgebäude, das im Jahre 1906 von der evangelischen Kirchengemeinde erworben wurde und in der sich auch die Krankenschwesternstation befand. Der AWO-Kindergarten befand sich früher auf einem Grundstück zwischen der Georg-Sachse-Straße und dem Fröbelweg.

Schulen

  • Eiche-Schule
  • Hans-Gustav-Röhr-Schule
  • Betreuende Grundschule (Schießbergschule)
  • Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule mit gymnasialer OberstufeIn Ober-Ramstadt unterwies der Pfarrer Christoph Orth (1531–1607) seit 1554 im Pfarrhaus die Kinder. Die erste Ober-Ramstädter Schule wurde im Jahre 1581 durch den Vater der hessischen Volksschule, den Superintendenten Johannes Angelus ins Leben gerufen. 1867 wurde eine höhere Bürgerschule errichtet. Die Gewerbeschule ist 1887 gegründet worden. Die Geschichte der Ober-Ramstädter Schule ist im Aufsatz von Konrektor Franz Hahn ausführlich dargestellt.

Sporteinrichtungen

  • Ballsporthalle Dieselstraße
  • Sportgelände In der Aue, 1926 von Mitgliedern des SPD-Ortsvereins und des Arbeiter-Sportverein „Vorwärts“ errichtet
  • Großsporthalle Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule
  • Schulsport- und Trainingsanlage der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule
  • Turnhalle der Hans-Gustav-Röhr-Schule
  • Turnhalle der Eiche-Schule
  • Sporthalle des TV 1877 e. V.
  • Sportgelände Modau
  • Sportgelände Rohrbach
  • Sportgeeignete Mehrzweckhallen in Modau, Rohrbach und Wembach-Hahn

Polizei

Die Polizeistation Ober-Ramstadt wurde am 6. Dezember 1874 errichtet und ist mit zwei Gendarmen des „Großherzoglich Hessischen Gendarmeriekorps“ besetzt worden. Sie wurde ein paar Jahre später geschlossen und ist am 1. April 1905 erneut wieder eingerichtet worden. Vor 1874 waren zur Leistung des Sicherheitswache-Dienstes alle Ortsbürger vom vollendeten 26. bis zum vollendeten 48. Lebensjahr verpflichtet. Die Polizei befand sich zuerst im alten Rathaus und die staatlichen Gendarmen wurden durch kommunale Nachtschutzleute unterstützt. Im Jahre 1923 wurde das Gendarmerie Haus in der Baustraße Nr. 90 errichtet. Die nach dem Krieg 1945 aufgestellte Gemeindepolizei bestand bis 1965 und hatte einen Dienstraum im neuen Rathaus zur Verfügung. Die Stärke betrug am 1. Januar 1962 sechs Polizeibeamte. Nach deren Verstaatlichung 1965 erfolgte der Umzug 1967 in das Gebäude der früheren Knabenschule, später Kochschule, Darmstädter Straße Nr. 60. Im Jahr 1971 bezogen Feuerwehr, Polizei und DRK das neu errichtete Gebäude in der Brückengasse Nr. 2. Die Dienststelle gehört heute zum Polizeipräsidium Südhessen.

Brand- und Katastrophenschutz

Der Brandschutz und die allgemeine Hilfe in Ober-Ramstadt wird seit 1899 durch eine Freiwillige Feuerwehr in der Kernstadt sowie durch drei kleinere Freiwillige Feuerwehren in den Stadtteilen Modau, Rohrbach und Wembach-Hahn sichergestellt.Im Stadtteil Wembach-Hahn ist seit 1984 ein Ortsverband des Technischen Hilfswerks angesiedelt. Seit 2013 befindet sich eine Rettungswache des Malteser Hilfsdienst, Baustraße Nr. 3, gegenüber der Feuerwehr.

Sonstige

  • Bücherei
  • Begegnungsstätte Petri-Villa
  • Museum Ober-Ramstadt
  • Freibad (1927 von Mitgliedern der Schwimmbad-Gesellschaft errichtet)
  • Naturfreundehaus (1950 eröffnet)
  • Prälat-Diehl-Haus
  • Städtisches Jugendzentrum Trio

Ehrenbürger und Persönlichkeiten

  • Johann Conrad Lichtenberg (1689–1751), Pfarrer in Neunkirchen und Ober-Ramstadt (1729–1745), ab 1745 Erster Stadtprediger in Darmstadt und ab 1749 Superintendent.
  • Ludwig Christian Lichtenberg (1738–1812), deutscher Physiker und Herausgeber.
  • Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799), deutscher Schriftsteller, Experimentalphysiker und Philosoph.
  • Friedrich Alefeld (1820–1872) war ein deutscher Arzt und Botaniker und lebte bis zu seinem Tode in Ober-Ramstadt.
  • Johann Georg von Wachter (1822–1904), Pfarrer, unter ihm wurde 1886 die Kleinkinderschule gegründet.
  • Johann Georg Goebel (1830–1900), Fabrikant der „Gandenberger’sche Maschinenfabrik Georg Goebel“ in Darmstadt, in Ober-Ramstadt geboren.
  • August Fritz (1843–1895), Tier- und Landschaftsmaler. Begleitete häufig Großherzog Ludwig IV. als Maler auf dessen Jagdreisen. In Ober-Ramstadt geboren.
  • Friedrich Karl von Wachter (1847–1926), Generalmajor in Berlin, Darmstadt und Mainz, in Ober-Ramstadt geboren.
  • Wilhelm Neuroth (1856–1940), Musiker, Dirigent, Vorsitzender des Odenwälder Musiker-Verbandes.
  • Daniel Bonin (1861–1933), Gymnasialprofessor und Historiker (Waldenserforscher), Ehrenbürger (1899) der Waldensergemeinde Rohrbach, geboren in Rohrbach.
  • Heinrich Perron, Ehrenbürger (1900) der Waldensergemeinde Rohrbach, geboren in Rohrbach.
  • Willy Hof (1880–1956), Industrieller, Verkehrsplaner, Mitgründer und erster Geschäftsführer des Vereins HaFraBa, gilt als einer der Väter der deutschen Autobahnen. Er lebte bis zu seinem Tode in Ober-Ramstadt.
  • Georg Wink (1894–1967), 1945–1963 Landrat im Landkreis Darmstadt. Er förderte die Gründung des Schuldorf Bergstraße und lebte bis zu seinem Tode in Ober-Ramstadt.
  • Hans Gustav Röhr (1895–1937), einer der fortschrittlichsten deutschen Automobilkonstrukteure, gründete in Ober-Ramstadt die Röhr Auto AG.
  • Ludwig Breitwieser (1900–1965), Grafiker und Lehrer, Gründungsmitglied der expressionistischen Vereinigung „Die Dachstube“. In Ober-Ramstadt geboren.
  • Werner Deparade (* 1901 in Magdeburg), Ehrenbürger (1965) von Ober-Ramstadt.
  • Karl Schlechta (1904–1985), war ein deutsch-österreichischer Nietzsche-Forscher und Herausgeber (sog. „Schlechta-Ausgabe“ der Werke Nietzsches).
  • Julius Bendorf (* 1915 in Ober-Ramstadt; † 2016 in USA), Überlebender des Holocaust, Ehrenbürger (2011) von Ober-Ramstadt.
  • Georges Royer († 2016), Bürgermeister der Schwesterstadt Saint-André-les-Vergers, Ehrenbürger (1975) von Ober-Ramstadt.
  • Alex Berton, Bürgermeister der Schwesterstadt Pragelato, Ehrenbürger (1976) von Ober-Ramstadt.
  • Franz Würtenberger, Kreisbrandinspektor, Ehrenbürger (1979) von Ober-Ramstadt.
  • Luigi Poggi, Bürgermeister der Schwesterstadt Cogoleto, Ehrenbürger (1979) von Ober-Ramstadt.
  • Giacorno Grattarola, Bürgermeister der Schwesterstadt Cogoleto, Ehrenbürger (1989) von Ober-Ramstadt.
  • Arnulf Zitelmann (* 1929), deutscher Schriftsteller, lebt und arbeitet ebenfalls in Ober-Ramstadt.
  • Werner Bickelhaupt (* 1939), deutscher Fußballtrainer (unter anderem Nationalmannschaft von Thailand).
  • Gerhard Kleppinger (* 1958), ist deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Profifußballer.

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ober-Ramstadt

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