Stadtplan Würzburg
Stadt Würzburg
Rückermainstraße 2
97070 Würzburg

http://www.wuerzburg.de

Würzburg

160pxAbb. 1 Wappen von Würzburg
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 177 m
Fläche 87.63 km2
PLZ 97070–97084
Vorwahl 0931
Kfz
Gliederung 13 Stadtbezirke
mit 25 Stadtteilen
Adresse der Verwaltung Rückermainstraße 2
97070 Würzburg
Website www.wuerzburg.de
Geschäftsführender Oberbürgermeister Adolf Bauer (CSU)

Würzburg ist eine kreisfreie Stadt in Bayern (Bezirk Unterfranken). Die Stadt ist Sitz des Regierungsbezirkes Unterfranken, des Landratsamtes Würzburg und Bischofssitz der Diözese Würzburg in der römisch-katholischen Kirche. Die nächstgelegenen größeren Städte sind Frankfurt am Main, rund 120 Kilometer nordwestlich, Nürnberg 115 Kilometer südöstlich, Stuttgart 140 Kilometer südwestlich und Mannheim 180 Kilometer südwestlich. Die weltberühmte Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz wurde 1981 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Im Jahr 2004 konnte Würzburg das 1300-jährige Stadtjubiläum feiern.

Gegenwärtig hat die Stadt am Main, die eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern ist, 124.297 Einwohner und steht damit auf der Liste der größten Städte Bayerns an sechster Stelle hinter München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt. Deutschlandweit steht sie an 57. Stelle.

Mit der Julius-Maximilians-Universität, die in der Tradition der 1402 gegründeten Hohen Schule zu Würzburg steht und damit die älteste Universität Bayerns ist, zählt die Stadt wie Freiburg, Göttingen, Heidelberg, Marburg und Tübingen zu den klassischen deutschen Universitätsstädten.

Geografie

Würzburg liegt zu beiden Seiten des Mains im mittleren Maintal und im sogenannten Maindreieck. Die Stadt wird überragt von der Festung Marienberg auf der westlichen Höhe einer Muschelkalkplatte, in die sich der Main eingesenkt hat.

14 Städte und Gemeinden des Landkreises Würzburg grenzen an die Stadt Würzburg. Im Norden beginnend und dem Uhrzeigersinn folgend sind dies:

Veitshöchheim, Güntersleben, Rimpar, Estenfeld, Rottendorf, Gerbrunn, Randersacker, Eibelstadt, Reichenberg, Eisingen, Höchberg, Waldbrunn, Waldbüttelbrunn und Zell am Main

Nr. Stadtbezirk Bevölkerung
(31. Dezember 2008)
01 Altstadt 19.647
06 Frauenland 18.548
07 Sanderau 14.411
02 Zellerau 11.515
08 Heidingsfeld 10.066
12 Lengfeld 9.886
04 Grombühl 9.892
09 Heuchelhof 9.142
11 Versbach 7.306
03 Dürrbachtal 6.941
05 Lindleinsmühle 6.272
10 Steinbachtal 4.976
13 Rottenbauer 3.506
Würzburg 132.108

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Würzburg ist heute in 13 Stadtbezirke eingeteilt, wovon sich das Dürrbachtal nochmals in die drei Stadtteile Dürrbachau, Unterdürrbach und Oberdürrbach gliedert. Die heutige Einteilung basiert auf der Neugliederung des Stadtgebiets von 1976.

Raumordnung

Würzburg ist das Oberzentrum der Planungsregion Würzburg, zu der die kreisfreie Stadt Würzburg und die Landkreise Kitzingen, Main-Spessart und Würzburg gehören. Dem Oberzentrum Würzburg sind folgende Mittelzentren zugeordnet: Kitzingen, Karlstadt, Lohr am Main, Marktheidenfeld und Ochsenfurt.

Hydrologie

Der Wasserstand des Mains wird mit dem Messstab am Alten Kranen gemessen: Normalstände an der Ufermauer des Mains, Hochwasserstände am Mauerwerk des Gebäudes Alter Kranen.

Extreme Hochwasserstände des 14. bis 19. Jahrhunderts sind am rechten Türpfosten am Eingang zum Grafeneckart markiert: das Jahrtausendhochwasser am Magdalenentag des 21. Juli 1342, weitere am 29. Februar 1784, am 27. Januar 1682 und am 30. März 1845.

Hochwasserstände des 20. Jahrhunderts sind an der Mauer des Alten Kranens dokumentiert: am 7. Februar 1909, 16. Januar 1920 und am 25. Februar 1970 (Wasserpegel 670 cm).

Klima

Die mittlere Januar-Temperatur beträgt −0,6 °C, im Juli liegt die mittlere Temperatur bei +18,4 °C. Über das gesamte Jahr gesehen ergibt sich eine mittlere Temperatur von +9,2 °C. Die höchste je gemessene Temperatur stellen +38,5 °C am 28. Juli 1921 dar, die maximale Tiefsttemperatur waren −24,0 °C am 10. Februar 1956.

Geschichte

Gründung und frühe Geschichte

Für die Zeit um 1000 v. Chr. (Urnenfelderkultur) ist eine keltische Fliehburg auf dem Marienberg nachgewiesen, die oft, jedoch ohne historische Belege, mit Segodunum der Römerzeit identifiziert wird. Da die Kelten befestigte Plätze („brig(a)“) oft nach Namen herausragender adeliger Führer benannten, besteht die Möglichkeit, dass sich der Name Virtibriga, die Burg des Virtius, als Vorläufer von Virteburch etabliert hat.

Nach den Völkerwanderungen ließen sich – vermutlich im ausgehenden 4. Jahrhundert, sicher aber im 5. Jahrhundert n. Chr. – die Alemannen nieder. Im 6. und 7. Jahrhundert fand die fränkische Landnahme statt. Ab etwa 650 war Würzburg Herzogssitz des fränkischen Königsgeschlechts der Merowinger. Vermutlich in den Jahren 685–689 missionierten die iro-schottischen Missionare Kilian, Kolonat und Totnan die Gegend und starben hier im Jahr 689 als Märtyrer. Die erste Erwähnung in einer Schenkungsurkunde von Herzog Hedan II. für den Bischof Willibrord datiert auf den 1. Mai 704, die Urkunde ist ausgestellt in castello Virteburch. Der Geograph von Ravenna erwähnt im 7. Jahrhundert den um 300 Jahre älteren Namen Uburzis. Weitere Namensformen: Wirzaburg (742), Wirziburg, latinisiert: Vuirziburga mit dem Adjektiv Vuirziburganensis (779) und Wirciburc in der Passio minor sancti Kiliani. In der Folgezeit kam der Name Herbopolis/Herbipolis (griech./lat. für Kräuterstadt) auf.

Mittelalter und frühe Neuzeit

Im 11. Jahrhundert gelangte eine Silbermünze aus Würzburg bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt. Das erste Ritterturnier auf deutschem Boden wurde im Jahr 1127 in der Stadt am Main ausgetragen.

Am 17. Juni 1156 heiratete Friedrich I. Barbarossa in Würzburg in zweiter Ehe die noch sehr junge Beatrix von Burgund, Tochter des Grafen Rainald III. und Erbin der Freigrafschaft Burgund (heute Franche-Comté). Auf dem Reichstag zu Würzburg 1168 wurde der damalige Bischof Herold durch Friedrich I. Barbarossa mit der Herzogswürde belehnt. Die Bischöfe der Stadt konnten sich fortan Fürstbischöfe nennen und den Titel „Herzog in Franken“ führen.

Fürstbischof Johann von Egloffstein gründete am 10. Dezember 1402 die heutige Julius-Maximilians-Universität Würzburg als Hohe Schule zu Würzburg. Kurz nach dem Tod des Fürstbischofs musste der Lehrbetrieb aus Geldmangel und anderen Gründen ausgesetzt werden. Am 19. Juli 1476 wurde der Prediger Hans Böhm – in Würzburg vor allem bekannt als „Pfeifer von Niklashausen“ – wegen Häresie in einem Ketzerprozess verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Im Deutschen Bauernkrieg wurde die Festung Marienberg im Mai 1525 erfolglos berannt. Die aufständischen Bauern erlitten bei Würzburg eine schwere Niederlage. Das Bauernkriegsdenkmal am Ende der Tellstiege zwischen Alter Mainbrücke und der Festung Marienberg erinnert an die Haufen der Bauern und ihre Anliegen, die in 12 Artikeln proklamiert wurden. Besonders wurden persönliche Freiheit, Ende der Erbuntertänigkeit unter den Fürstbischof und Mäßigung bei Steuer- und Fronforderungen gefordert. Das Denkmal stellt mehrere Wurzeln dar, die an einer schräg gestellten Mauer emporranken, aber oben absterben. Tilman Riemenschneider soll sich als Mitglied des Stadtrates auf die Seite der Bauern gestellt haben und wurde deshalb auf der Festung Marienberg gefoltert und inhaftiert. Das historische Gasthaus Hof zum Stachel (in der Gressengasse) war damals ein Treffpunkt der aufbegehrenden Bürger und Bauern und war für Eingeweihte am Morgenstern (Stachel) als Wirtshausschild zu erkennen.

Unter dem Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn wurde 1582 im Zuge der Gegenreformation die Universität Würzburg wiederbegründet. Unter der Regentschaft des Würzburger Fürstbischofs Philipp Adolf von Ehrenberg nahmen die Hexenverfolgungen in Würzburg große Ausmaße an. Sie erreichten zwischen 1626 und 1630 während der Rekatholisierung ihren Höhepunkt. Im Stift brannten über 900 „Hexen“, in der Stadt Würzburg an die 200. Am 21. Juni 1749 fand der letzte Hexenprozess in Würzburg statt. Die Subpriorin des Klosters Oberzell, Maria Renata Singer von Mossau, wurde am Hexenbruch verbrannt.

Im Dreißigjährigen Krieg eroberte der Schwedenkönig Gustav Adolf im Oktober 1631 die Stadt. Bis 1634 waren große Teile des Hochstifts wieder zurückerobert.

Die Würzburger Residenz wurde von 1719 bis 1744 erbaut.

Würzburg im Kurfürstentum und Königreich Bayern

Durch den Reichsdeputationshauptschluss fielen Stadt und Hochstift Würzburg 1803 an das Kurfürstentum Bayern, ein Dominikanerkloster in der Innenstadt wurde aufgelöst und fiel dadurch in städtischen Besitz. Würzburg wurde 1805 Hauptstadt des gleichnamigen Großherzogtums, mit dem Ferdinand III. aus der toskanischen Nebenlinie des Hauses Habsburg ausgestattet wurde. Die Stadt wurde 1814 erneut bayerisch gleichzeitig direkt der Regierung unterstellt und später als kreisfreie Stadt bezeichnet. Ferner wurde die Stadt faktisch Nebenresidenz des bayerischen Königshauses und Sitz eines Verwaltungsbezirks, aus dem später der Landkreis Würzburg hervorging. 1817 wurde Würzburg Hauptstadt des Untermainkreises, der ab 1837 als Unterfranken bezeichnet wurde. Im gleichen Jahr gründeten Friedrich Koenig und Andreas Bauer im Kloster Oberzell die Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer. Im Jahr 1821 wurde Prinz Luitpold, der spätere Prinzregent Luitpold, in Würzburg geboren. Der Pegel Würzburg wurde 1823 in Betrieb genommen und ist damit der älteste in Betrieb befindliche Pegel am Main. Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte 1895 die nach ihm benannten Strahlen.

Nationalsozialistische Zeit

Würzburg wurde 1934 Großstadt. Die Nationalsozialisten nutzten die Würzburger Burg Marienberg als „SA-Hilfswerklager“, dessen „wichtige soziale und erzieherische Aufgabe es ist, arbeitslose junge SA-Kameraden umzuschulen“.

Würzburg spielte eine wichtige Rolle bei der sogenannte Aktion T4, bei der mehr als 100.000 Psychiatrie-Patienten und behinderte Menschen durch SS-Ärzte und -Pflegekräfte systematisch ermordet wurden. Zentrale Figur dabei war Werner Heyde, Professor für Psychiatrie und Neurologie an der Universität Würzburg sowie Leiter der „medizinischen Abteilung“ der „Euthanasie“-Zentrale und Obergutachter der Euthanasie-Aktion. Heyde war ab Oktober 1934 als Mitarbeiter, später als Kreisamtsleiter im Rassenpolitischen Amt in der Klinikstraße 6 tätig. Als Beisitzer im dortigen Erbgesundheitsgericht entschied er über Anträge auf Zwangssterilisationen.

Heyde gilt zudem wegen seiner Beziehungen innerhalb der SS und seiner Erfahrung als Gutachter bei der Ermordung von KZ-Häftlingen bei der „Aktion 14f13“ als Initiator der Idee, auf dem Gelände der Nervenklinik des Universitätsklinikums in Würzburg ein Außenlager des KZ Flossenbürg einzurichten, in dem zwischen April 1943 und März 1945 KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter gefangen gehalten wurden. Die Häftlinge waren anfänglich in einer eigenen Baracke in der Friesstraße untergebracht, einem improvisierten Gefängnis innerhalb einer Haftstätte der Würzburger Geheimen Staatspolizei. Bewacht von der SS und gekleidet in blau-weiß gestreiften Lagerdrillich marschierten die Häftlinge des Außenlagers morgens und abends von diesem Notgefängnis durch das Würzburger Stadtgebiet zu ihrem Arbeitsort, dem Klinikgelände in der Füchsleinstraße 15, und zurück. Ab Herbst 1943 diente ein mit Stacheldraht gesichertes Kellergeschoss eines Klinikgebäudes als Unterkunft der Häftlinge.

Bombardierung am 16. März 1945

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs griffen Bomber der Royal Air Force Würzburg an. Bei dem 17 Minuten dauernden Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 durch die kamen über 5000 Menschen ums Leben. Die Innenstadt wurde zu neunzig Prozent zerstört. Das Modell der komplett zerstörten Innenstadt und Namen der Getöteten sind in der Gedenkstätte rechts am Eingang zum Grafeneckart dokumentiert. Das Massengrab mit einer Gedenkglocke für die Bombenopfer befindet sich links vor dem Haupteingang zum Hauptfriedhof. In der Marienkapelle findet jeden Freitag um 12 Uhr zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Bombardierung das ökumenische Versöhnungsgebet von Coventry für den Frieden statt. An zahlreichen Gebäuden erinnern Hinweise an den Wiederaufbau nach dem Krieg.

Wiederaufbau

Der US-Kunstschutzoffizier John D. Skilton rettete die Residenz durch Abdichtungsmaßnahmen am Dach trotz des Bauholzmangels vor dem Zerfall durch die Winterfröste.

An die Trümmerfrauen und Trümmermänner, die den Wiederaufbau Würzburgs erst wieder möglich machten, erinnert eine Gedenktafel aus Buntsandstein an der Hochwasserschutzmauer zwischen Altem Kranen und Kranenkai. Dort endeten die fast 30 Kilometer Gleisnetz der Trümmerbahn. Der Trümmerschutt wurde vom Mainufer auf Schiffen abtransportiert. Eine Lore mit Keupersteinen erinnert an diese Zeit. Wegen der Zerstörungen von Wohnraum waren einzelne Zimmer mit bis zu sieben Personen überbelegt. Würzburger ohne Wohnung, die ins Umland geflohen waren, durften als „Außenbürger“ nicht wieder nach Würzburg ziehen.

Würzburg im Regierungsbezirk Unterfranken

Die Stadt Würzburg wurde 1973 mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. Die Residenz wurde 1981 zum Weltkulturerbe erklärt. Die Bayerische Landesgartenschau fand 1990 in Würzburg statt, 2018 soll sie hier ebenfalls wieder ausgerichtet werden. Im Jahr 2004 wurde das 1300-jährige Stadtjubiläum gefeiert.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1930 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Heidingsfeld mit den Gemeindeteilen Heidingsfeld, Heuchelhof, Vogelshof und Zwickerleinshof eingegliedert.

Am 1. Januar 1974 kam die Gemeinde Rottenbauer hinzu.

Unterdürrbach sowie die Gemeindeteile Oberdürrbach, Schafhof und Ziegelhütte aus der Gemeinde Oberdürrbach wurden am 1. Juli 1976 eingegliedert.

Schließlich folgten am 1. Januar 1978 die Gemeinde Lengfeld mit den Gemeindeteilen Holzmühle, Pilziggrund, Riedmühle und Rosenmühle, die Gemeinde Versbach mit den Gemeindeteilen Herrnmühle, Schäfermühle und Straubmühle sowie am 1. Mai 1978 aus der Gemeinde Höchberg der Gemeindeteil Steinbachtal.

Einwohnerentwicklung

Im Jahre 1880 hatte Würzburg 50.000 Einwohner. 1934 überschritt die Einwohnerzahl die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges verlor die Stadt zwischen 1939 (108.000 Einwohner) und 1945 (53.000 Einwohner) rund die Hälfte (55.000) ihrer Bewohner. 1957 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand erreicht. Ende Dezember 2004 lebten in Würzburg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 133.539 Menschen mit Hauptwohnsitz – historischer Höchststand.Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse¹ oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1200 5.000
1512 5.365
1571 8.590
1621 9.782
1703 13.883
1787 18.070
1813 19.925
1. Juni 1830 ¹ 21.672
3. Dezember 1846 ¹ 22.650
3. Dezember 1852 ¹ 29.848
3. Dezember 1855 ¹ 32.598
3. Dezember 1861 ¹ 36.119
3. Dezember 1864 ¹ 41.575
3. Dezember 1867 ¹ 42.185
1. Dezember 1871 ¹ 40.005
1. Dezember 1875 ¹ 44.975
1. Dezember 1880 ¹ 51.014
1. Dezember 1885 ¹ 55.010
Jahr Einwohner
1. Dezember 1890 ¹ 61.039
2. Dezember 1895 ¹ 68.747
1. Dezember 1900 ¹ 75.499
1. Dezember 1905 ¹ 80.327
1. Dezember 1910 ¹ 84.496
1. Dezember 1916 ¹ 71.044
5. Dezember 1917 ¹ 70.923
8. Oktober 1919 ¹ 86.571
16. Juni 1925 ¹ 89.910
16. Juni 1933 ¹ 101.003
17. Mai 1939 ¹ 107.515
31. Dezember 1945 52.999
29. Oktober 1946 ¹ 55.604
13. September 1950 ¹ 78.443
25. September 1956 ¹ 102.950
6. Juni 1961 ¹ 116.883
31. Dezember 1965 122.067
27. Mai 1970 ¹ 117.147
Jahr Einwohner
31. Dezember 1975 112.584
31. Dezember 1980 128.652
31. Dezember 1985 127.997
25. Mai 1987 ¹ 123.378
31. Dezember 1990 127.777
31. Dezember 1995 127.295
31. Dezember 2000 127.966
31. Dezember 2005 129.628
31. Dezember 2006 131.320
31. Dezember 2007 132.354
31. Dezember 2008 132.108
31. Dezember 2010 133.799
9. Mai 2011 ¹ 124.297
31. Dezember 2012 124.577

¹ Volkszählungsergebnis

Religion

Christentum

Würzburg wurde 741/742 Sitz eines Bistums, das sich neben seinem geistlichen Gebiet bald auch ein weltliches Herrschaftsgebiet schaffen konnte (Hochstift Würzburg). Oberster Herr dieses Territoriums war der Fürstbischof.

Die Reformation konnte im Bistum zunächst Fuß fassen, wurde dann aber vor allem durch die Gegenreformation ab 1586 stark zurückgedrängt. Die Anhänger des Luthertums wurden aus der Stadt verbannt. Während der schwedischen Besatzung im Dreißigjährigen Krieg konnten die Protestanten vorübergehend wieder Fuß fassen. 1633 wurde ihnen für ein Jahr sogar der Würzburger Dom zur Benutzung eingeräumt.Doch brachte erst das bayerische Religionsedikt von 1803 eine Gleichbehandlung beider Konfessionen. Im selben Jahr erhielten die Protestanten die Kirche des säkularisierten St.-Stephans-Klosters. Später wurden weitere Gemeinden gegründet.Alle Gemeinden gehören von Anfang an zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und sind Teil des Dekanats Würzburg innerhalb des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg.

Heute haben auch verschiedene Freikirchen in Würzburg ihre Gemeinden gegründet. Hierzu gehört die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, die ihre Wurzeln in Würzburg bis ins Jahr 1907 zurückverfolgen kann. Während der Zeit des Nationalsozialismus kam es zu einer Verschmelzung von Baptisten- und Brüdergemeinde; in der Folge sieht sich diese Gemeinde heute beiden Traditionen zugehörig.

Die meisten freikirchlichen Gemeinden sind in der Evangelischen Allianz vertreten.

Das 1803 säkularisierte Fürstbistum Würzburg wurde 1821 als eigenständiges Bistum innerhalb der Kirchenprovinz Bamberg neu umschrieben. Innerhalb dieses Bistums gehören heute die Pfarrgemeinden der Stadt zum Dekanat Würzburg Stadt. Laut Zensus waren am 31. Dezember 2012 53,3 % der Bürger katholisch, 22,2 % evangelisch, 20,5 % konfessionslos und 4 % Muslime.

Islam

In Würzburg gibt es einige Moscheen, darunter eine Moschee der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DİTİB) in der Äußeren Aumühlstraße, die Moschee der Islamischen Gemeinschaft in der Barbarastraße, zwei weitere des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) in der Erthalstraße und der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland in der Doktor-Maria-Probst-Straße.

Des Weiteren befindet sich in der Edith-Stein-Straße die von der Ahmadiyya-Bewegung 2005 erbaute Moschee Baitul Alim (Haus der Gelehrten).

Jüdische Gemeinde

Würzburg ist Sitz einer alten jüdischen Gemeinde, die erstmals 1147 erwähnt wurde. Ihre Blütezeit hatte sie im 12. und 13. Jahrhundert. Während des Rintfleisch-Pogroms im Jahre 1298 wurden in Würzburg zwischen dem 18. und 23. Juli ca. 900 Juden getötet. Weitere Pogrome ereigneten sich 1336/1337 bei der sogenannten Armledererhebung. 1349 kam es während der Pestepidemie zu Pogromen gegen die jüdischen Einwohner der Stadt und auch des Umlandes. Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert wurden die Juden immer wieder aus der Stadt verwiesen. 1803 konnte sich nach mehr als 150 Jahren wieder eine jüdische Familie in Würzburg niederlassen. Am 2. August 1819 war Würzburg der Ausgangspunkt der Hep-Hep-Unruhen, die sich gegen jüdische Bürger richteten. Um 1900 erreichte die jüdische Gemeinde mit annähernd 2.500 Mitgliedern ihren höchsten Stand.

1933 kam es auch in Würzburg zu Boykottierungen von Geschäften jüdischer Inhaber. Bei den Novemberpogromen 1938 starben in Würzburg mindestens vier Menschen. Einrichtungen der Jüdischen Kultusgemeinde wurden von SA-Männern zerstört, woran eine Gedenktafel an einer Mauer der Domerschulstraße erinnert. Die Inneneinrichtung der 1837 erbauten Hauptsynagoge wurde zerstört (unter Anwesenheit des Universitätsrektors und SA-Führers Prof. Dr. Seifert), das Gebäude selbst wurde jedoch nicht niedergebrannt, wohl aus Rücksicht auf angrenzende „arische“ Häuser. Im Synagogengebäude selbst (das bei der Bombardierung 1945 zerstört wurde) wurde ein NSDAP-Parteibüro eingerichtet. Im November 1941 begann die Deportation der verbliebenen Würzburger Juden in Konzentrationslager. Die jüdische Gemeinde hörte 1943 auf zu existieren. Die Würzburger Juden ahnten nichts von ihrem Schicksal und gingen nach brieflicher Aufforderung freiwillig zur Sammelstelle. 895 Mitglieder der Gemeinde wurden ermordet.

Bereits wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Würzburg eine neue jüdische Gemeinde gegründet, die im Jahr 1970 in der Valentin-Becker-Straße 11 eine neue Synagoge erhielt, in deren Vorraum eine Gedenktafel an die Verfolgung und Ermordung der Würzburger Juden erinnert. Im ersten Stock des dort befindlichen Jüdischen Altersheims wurde 1987 ein „Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken“ errichtet. Bis zum Holocaust gab es sieben Synagogen in Würzburg. Eine von ihnen, die 1929 in der Sandbergerstraße errichtet wurde, beherbergt heute die David-Schuster-Realschule. In ihrem Innern wird mit einer Gedenktafel an den Leiter dieser ehemaligen Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA), den Pädagogen Jakob Stoll, erinnert, der nach seiner KZ-Haft in die USA emigrierte. Am ehemaligen Standort einer anderen Synagoge in Heidingsfeld in der Zindelgasse / Ecke Dürrenberg wurde 1986 eine Gedenksäule errichtet.

Am 9. Januar 1987 wurden im Würzburger Stadtviertel Pleich beim Abriss eines ehemaligen gewerblichen Gebäudes zahlreiche jüdische Grabsteine gefunden. Die wissenschaftliche Erforschung der insgesamt 1455 Grabsteine haben Karlheinz Müller und seine Kollegen Simon Schwarzfuchs, Rami Reiner und Edna Engel im Jahr 2012 mit der Veröffentlichung des dritten Bandes abgeschlossen. Die weltweit einmalige Sammlung befindet sich in Würzburg im Museum Shalom Europa im jüdischen Gemeindezentrum.

Am 23. Oktober 2006 wurde nach fünfjähriger Bauzeit das neue jüdische Gemeinde- und Kulturzentrum eröffnet, das den Namen Shalom Europa trägt. Die Zahl der Gemeindemitglieder ist durch Kontingentflüchtlinge auf ca. 1.100 gestiegen. Seit August 2001 gibt es wieder einen Rabbiner in Würzburg. Im April 2012 lud die Stadt erstmals frühere Bürger ein, die die nationalsozialistische Judenverfolgung überlebt haben.

Weitere Religionsgemeinschaften

Würzburg ist der Hauptsitz der Glaubensbewegung Universelles Leben.Die Zeugen Jehovas haben ein Gemeindezentrum im Stadtbezirk Rottenbauer.

Politik

Die Stadt wurde schon seit ihrer Gründung vom Rat und vom Bürgermeister verwaltet. Der Rat ist seit 1256 bezeugt. An dessen Spitze stand der Schultheiß. Später gab es einen Alten Rat und einen Neuen Rat. Der Alte Rat, auch Oberrat genannt, war die bischöfliche Aufsichtsbehörde, der neue Rat hatte kaum Befugnisse. Nach den Bauernkriegen wurden die bürgerlichen Freiheiten nahezu ganz eingeschränkt. Ein Denkmal in den Grünanlagen unterhalb der Residenz erinnert an die Bauernkriege. An der Spitze der Stadt stand fortan der vom Bischof eingesetzte Stadtschultheiß. Anfang des 18. Jahrhunderts wurden der innere und der äußere Rat zu einem Kollegium vereinigt. 1818 erhielt die Stadt jedoch durch das Bayerische Gemeindeedikt wieder ihre Selbstverwaltung. An der Spitze der Stadt stand fortan der Erste Bürgermeister, der ab 1920 den Titel Oberbürgermeister erhielt. Der Stadtrat setzt sich aus 50 Abgeordneten zusammen.

Die Regierenden Würzburgs seit 1797:

  • 1797–1820: Georg Ignaz Brock
  • 1821–1832: Wilhelm Josef Behr
  • 1835–1840: Sebastian Benkert
  • 1840–1852: Matthäus Johann Bermuth
  • 1853–1859: Josef Friedrich Treppner
  • 1859–1862: Ludwig Weis
  • 1862–1865: Jakob Hopfenstätter
  • 1865–1884: Georg Zürn, liberal
  • 1884–1899: Johann Georg Ritter von Steidle, Zentrum
  • 1900–1913: Philipp Ritter von Michel, liberal
  • 1913–1917: Max Ringelmann, liberal
  • 1918–1920: Andreas Grieser
  • 1921–1933: Hans Löffler, DDP bzw. DStP
  • 1933–1945: Theo Memmel, NSDAP
  • 1945–1946: Gustav Pinkenburg
  • 1946: Michael Meisner
  • 1946–1948: Hans Löffler, CSU
  • 1948–1949: Karl Grünewald, BP
  • 1949–1956: Franz Stadelmayer
  • 1956–1968: Helmuth Zimmerer, FWG
  • 1968–1989: Klaus Zeitler, SPD
  • 1990–2002: Jürgen Weber, WL
  • 2002–2008: Pia Beckmann, CSU
  • seit 1. Mai 2008: Georg Rosenthal, SPD

Bei der Oberbürgermeisterwahl 2008 kam es zwischen der Amtsinhaberin Pia Beckmann (41,3 %) und ihrem SPD-Herausforderer Georg Rosenthal (24,7 %) zur Stichwahl. Weitere Kandidaten waren Matthias Pilz (Grüne, 16,3 %), Benedikt Kuttenkeuler (Würzburger Liste, 14,6 %) und Uwe Dolata (ÖDP, 3,0 %).

In der Stichwahl konnte der SPD-Kandidat sich dann überraschend gegen Amtsinhaberin Pia Beckmann mit 52,5 % gegen 47,5 % durchsetzen. Die Wahlbeteiligung betrug dabei lediglich 41,0 %. Am niedrigsten fiel sie in Grombühl mit 30,0 %, am höchsten in Rottenbauer mit 52,6 % aus. Die CSU-Kandidatin setzte sich zwar in Heidingsfeld, am Heuchelhof – mit 56,9 % ihr bestes Ergebnis – und Rottenbauer durch, verlor aber in allen anderen Stadtteilen. Georg Rosenthal erzielte sein bestes Ergebnis in der Zellerau mit 59,4 %, sein schlechtestes am Heuchelhof mit 43,1 %.

Bezirk Wahlbeteiligung Pia Beckmann, CSU Georg Rosenthal, SPD
Altstadt 37,3 % 46,5 % 53,5 %
Dürrbachtal 50,5 % 47,5 % 52,5 %
Frauenland 43,7 % 46,4 % 53,6 %
Grombühl 30,0 % 43,0 % 57,0 %
Heidingsfeld 45,9 % 51,2 % 48,8 %
Heuchelhof 33,5 % 56,9 % 43,1 %
Lengfeld 45,0 % 48,8 % 50,2 %
Lindleinsmühle 38,4 % 46,6 % 53,4 %
Rottenbauer 52,6 % 54,6 % 45,4 %
Sanderau 40,0 % 47,6 % 52,4 %
Steinbachtal 50,8 % 45,7 % 54,3 %
Versbach 47,5 % 46,8 % 53,2 %
Zellerau 36,3 % 40,6 % 59,4 %
Gesamt 41,0 % 47,5 % 52,4 %

Stadtrat

Die Verteilung im Stadtrat sieht für die Wahlperiode 2008–2014 folgendermaßen aus:

CSU 18 Sitze
SPD 9 Sitze
Bündnis 90/Die Grünen 9 Sitze
Würzburger Liste-Die Freien Wähler 3 Sitze
FDP 3 Sitze
Bürgerforum Würzburg 3 Sitze
Freie Wählergemeinschaft Würzburg 3 Sitze
Die Linke 2 Sitze

Wappen

Blasonierung:

Das Wappen der Stadt Würzburg zeigt: „In Schwarz eine schräggestellte und beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, von Rot und Gold gevierte Standarte (das „Rennfähnlein“) an silbernem Lanzenschaft.“ Die Stadtflagge ist Rot-Gelb mit aufgelegtem Wappen.

Das Rennfähnlein als Ortswappen taucht seit dem zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts auf. Es handelt sich um die Fahne des alten Herzogtums Franken, jedoch in anderer Farbgebung (statt schwarz blaue, statt golden silberne Tingierung), statt des Lanzenschaftes ist eine Turnierlanze zu sehen. Ferner war die Fahne des Herzogtums nicht geviert. Der Name entstammt der Sitte der Berennung des kaiserlichen Lehens, bei der der zu belehnende Fürst(bischof) bei der Belehnungszeremonie das Sitzgerüst mit dem Lehensherrn (Kaiser) dreimal im vollem Tempo umritt, erst ohne Fahne, dann mit der entsprechenden Rennfahne, zuletzt mit der Lehensfahne mit dem Wappen der Lehensländer. Seit 1570 wird das Rennfähnlein ausnahmslos auch in den Siegeln der Stadt verwendet.

Städtepartnerschaften

Die Stadt Würzburg unterhält mit folgenden Städten, nach denen im Stadtteil Heuchelhof auch einige Straßen benannt sind, eine Städtepartnerschaft:

Caen (Frankreich), seit 1962
Dundee (Vereinigtes Königreich), seit 1962
Rochester (Vereinigte Staaten), seit 1964
Mwanza (Tansania), seit 1966
Ōtsu (Japan), seit 1979
Salamanca (Spanien), seit 1980
Suhl (Deutschland), seit 1988
Umeå (Schweden), seit 1992
Bray (Irland), seit 1999
Trutnov (Tschechien), seit 2008 (Patenschaft seit 1956)

Sport

Würzburg beheimatet den Schwimmverein SV Würzburg 05. Dessen Wasserballmannschaft ist fünfmaliger deutscher Meister und spielt in der deutschen Wasserball-Liga DWL (Saison 2006/2007). Mit Annika Lurz und Thomas Lurz stellt der SVW 05 zwei Ausnahmeathleten der deutschen Schwimmszene.

Würzburg ist durch die Müller Würzburger Hofbräu in der Tischtennis-Bundesliga vertreten. Die Erste Herren-Mannschaft wurde am 19. Juni 2005 erstmals Deutscher Meister.

Basketball wurde in Würzburg 1950 eingeführt. Erste überregionale Erfolge erzielten die Damen der TG 48 Würzburg in den 1960er Jahren. Bei den Herren spielte nach der TG 48 Würzburg die DJK Würzburg auf nationaler Ebene bzw. in der Basketball-Bundesliga (BBL). Im Würzburger Basketball wurden der jetzige NBA-Spieler Dirk Nowitzki und die deutschen Nationalmannschafts-Spieler Robert Garrett und Demond Greene „groß“. Das damalige Erstligateam musste nach sieben erfolgreichen BBL-Jahren in der Saison 2004/2005 sportlich und wirtschaftlich Insolvenz anmelden. Der nachfolgende Versuch des USC Mainfranken Basket, in der Zweiten Basketball-Bundesliga Fuß zu fassen, scheiterte noch in derselben Saison.Nach einem Jahr Pause im höherklassigen Basketball stehen seit der Saison 2007/2008 die SCH Würzburg Baskets, ein von zwei passionierten Managern in Kooperation mit dem örtlichen Verein SC Heuchelhof geführtes Projekt, in den Startlöchern auf dem Weg zurück in den Profibasketball. In der Saison 2008/2009 haben die Würzburg Baskets ungeschlagen als Meister die Regionalliga Südost beendet und sind in die 2. Bundesliga, Pro B, aufgestiegen.In der Saison 2009/2010 wurden die Würzburg Baskets Dritter in der ProB. Da die Hertener Löwen, die sich den zweiten Platz sicherten, nicht die Lizenz für die nächsthöhere Liga, die ProA (Unterbau der BBL), erhalten haben, sind die Würzburg Baskets als Nachrücker der Aufsteiger in die ProA.Somit gingen die Würzburger Basketballer in der Spielzeit 2010/2011 in der zweithöchsten Spielklasse ProA an den Start. Am 23. April 2011 erspielte sich die Mannschaft den Aufstieg in die 1. Basketball-Bundesliga.

Im Fußball ist der traditionsreiche F. C. Würzburger Kickers hervorzuheben, der bereits in der 2. Fußball-Bundesliga gespielt hat und zurzeit in Unterfranken in der Regionalliga Bayern (4. Spielklasse) spielt. Am höchstklassigen hingegen wird derzeit von der Frauenfußballabteilung des ETSV Würzburg Fußball gespielt, welche in der 2. Fußball-Bundesliga (Frauen) antritt.

In und um Würzburg wird erfolgreich Ju-Jutsu betrieben. So werden in Heidingsfeld Wettkämpfe bestritten, die Ju-Jutsu-Abteilung des Sportverein Oberdürrbach hat gar zwei Weltmeister und einen Vizeweltmeister hervorgebracht.

Der Radsport wird von der Radsportgemeinschaft Würzburg gefördert. Neben einer regulären Radtourenfahrt, der Mainfrankentour wird jährlich die Kiliani Radeltour ausgerichtet, die vor allem Gelegenheitsfahrer ansprechen soll. Ansonsten zeichnet sich der Verein durch regelmäßige öffentliche Trainingstreffs für Rennrad und Mountainbike aus.

Die Abteilung Rhönrad der Turngemeinde Würzburg konnte sich neben zahlreichen Erfolgen bei Landes- und Bundesklassewettkämpfen auch international behaupten. Claudia Renz wurde 1997 Weltmeisterin im Geradeturnen mit Musik. Isabell Gramß schaffte es in der Jugendklasse, sich auf den 3. Platz der Rhönrad-Weltmeisterschaft 2005 zu turnen.

Alljährlich im Frühjahr locken zwei etablierte Laufveranstaltungen jeweils mehrere tausend Läufer in die Stadt. Der Würzburger Residenzlauf findet regelmäßig im April statt und führt auf zehn Kilometern in vier Runden um die Residenz. Im Mai findet der Würzburg-Marathon statt. Die Marathondistanz führt in zwei unterschiedlichen Runden durch die Stadt.

Zur Fußball-WM 2006 in Deutschland war Würzburg Gastgeber des Nationalteams von Ghana.

Öffentliche Hand

Die Stadt ist durch ihre Hochschulen, die Julius-Maximilians-Universität, die Musikhochschule und die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt geprägt, die über 5.500 wissenschaftliche und technische Angestellte und Beamte sowie Versorgungs- und Verwaltungspersonal beschäftigen (Stand: 2003). Davon entfallen ca. 4.100 Mitarbeiter alleine auf die Universität. Größter Arbeitgeber mit etwa 5.000 Mitarbeitern ist die Stadtverwaltung Würzburg.

Wirtschaft

Beschäftigungsstruktur

Wirtschaftszweig Sozial-
versicherungs-
pflichtig
Beschäftigte
Anteil an den
Gesamt-
Beschäftigten
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 131 0,17 %
Produzierendes Gewerbe 10.615 13,69 %
Baugewerbe 1.997 2,58 %
Handel, Verkehr und Gastgewerbe 16.918 21,82 %
Information und Kommunikation 2.874 3,71 %
Finanz- und Versicherunsdienstleistung 3.057 3,94 %
Grundstück und Wohnungswesen 635 0,82 %
Freiberufliche und sonst. wirtschftl. Dienstl. 9.984 12,88 %
Öffentl. Verwaltung u.ä. 27.525 25,50 %
Kunst, Unterhaltung und sonst. Dienstl. 3.795 4,89 %
Summe 77.531 100 %

Stadtgebiet Würzburg-Beschäftigte 30.Juni 2010;

Industrie und Gewerbe

Größter industrieller Arbeitgeber ist die Koenig & Bauer AG (KBA), einer der größten Hersteller von Druckmaschinen weltweit. Würzburg ist ebenso der Produktions- und Verwaltungsstandort von NKM Noell Special Cranes, einem der führenden deutschen Brückenkranhersteller. Weiterhin hat die Firma MERO, bekannt für die Raumfachwerke und Stahl-Glaskonstruktionen, ihren Hauptsitz in Würzburg. Mit der Sektkellerei J. Oppmann AG ist eine weitere Aktiengesellschaft ansässig. Die Börsennotierung der Würzburger Hofbräu wurde nach der Übernahme durch die Kulmbacher Brauerei AG und die Umwandlung in eine GmbH eingestellt. Als größeres Handelsunternehmen ist die Duttenhofer Gruppe zu nennen. Die Vogel Medien Gruppe hat ihren Hauptsitz in Würzburg. Auch die Fürstlich Castell’sche Bank, eine kleine Privatbank für die Region, hat ihren Sitz in Würzburg. Die a+f GmbH mit Sitz in Würzburg ist im Bereich Regenerative Energien tätig.

Industrie und Gewerbe sind zumeist kleine und mittelständische Betriebe in den Industriegebieten Hafen, Aumühle und Würzburg-Ost.

Anders als im benachbarten Bereich Schweinfurt, wo eher Großindustrie und Maschinenbau sesshaft wurden, ist Würzburg das Dienstleistungszentrum der Region. Die Arbeitslosenquote lag im März 2012 bei 3,4 Prozent.

Radio

In Würzburg unterhält der Bayerische Rundfunk (BR) seit 1977 das Regionalstudio Mainfranken des Studio Franken und auf der Frankenwarte eine Sendeanlage für UKW, Mittelwelle, DAB+ und DVB-T mit einem 125 Meter hohen Stahlgittermast ("kleiner Eiffelturm"). Das Regionalstudio beherbergt zwei Hörfunk- und ein Fernsehstudio und befindet sich im zweiten und neunten Stockwerk des Posthochhauses am Würzburger Bahnhofsvorplatz. Von Montag bis Freitag wird von dort für Unterfranken das Regionalprogramm „Mittags in Mainfranken“ und von Montag bis Samstag die „Regionalnachrichten um halb“ für Bayern 1 produziert. Dienstags und donnerstags kommt aus Würzburg die „regionalZeit“ für die „Nordkette“ Franken von Bayern 2. Weitere Berichte aus der Region werden nach Bedarf von Würzburg nach Nürnberg, München oder andere ARD-Studios für die weiteren Hörfunkprogramme zugeliefert. Zudem liefert das mainfränkische Fernsehstudio des BR Bilder für die ARD.

Bis 1999 wurde für den Mittelwellensender die Sendefrequenz 520 kHz genutzt. Diese Frequenz liegt nicht im offiziellen Mittelwellenband und somit konnte der nur 200 Watt starke Würzburger Sender, der zusammen mit dem gleich starken Sender in Hof im Gleichwellenbetrieb betrieben wurde, gut zum Test der Ausbreitungsbedingungen im Mittelwellenbereich genutzt werden. Da viele moderne Radios die Frequenz 520 kHz nicht mehr empfangen konnten, erfolgte 1999 eine Frequenzänderung auf 729 kHz.

Ferner besteht dort die private Funkhaus-Würzburg-Studiobetriebs-GmbH (Funkhaus Würzburg), welche die beiden Hörfunkprogramme 106,9 Radio Gong sowie Radio Charivari Würzburg mit Radio Opera veranstaltet. Sie versorgen die Region Mainfranken mit regionalen Informationen.

Bis 1992 gab es in Würzburg auch noch einen dritten Lokalsender mit dem Namen Radio W1. Er startete am 8. Mai 1987 und teilte sich die UKW-Frequenz mit Main-Radio (heute: Charivari.fm) und Radio Mainland (heute: 106,9 Radio Gong). Eine beliebte Rubrik war der wöchentliche Szenebericht „Kai war dabei“. Dieser Sender bekam später die eigenständige Frequenz 95,8 MHz zugewiesen. Der Sendebetrieb wurde zum 1. Oktober 1992 unter anderem aus finanziellen Gründen eingestellt. Zunächst war auf dieser Frequenz bis zum 31. März 2008 das 24 Stunden-Volksmusikprogramm Radio Melodie zu hören. Am 21. November 2008 startete das Jugendradio egoFM vom Sendestandort München und liefert teilweise auch auf Würzburg zugeschnittene Programminhalte. Der Sender, der nur in fünf bayerischen Großstädten zu empfangen ist, richtet sich an Jugendliche und Studenten.

Zusätzlich ist Klassik Radio in Würzburg über UKW auf 92,1 MHz terrestrisch empfangbar.

Als Rundfunksender der amerikanischen Streitkräfte sendete bis Juli 2008 AFN (American Forces Network) ebenfalls in Würzburg von einem kleinen, gegen Erde isolierten, abgespannten Stahlfachwerkmast auf dem Areal der US-Streitkräfte auf Mittelwelle 1143 kHz und UKW 104,9 MHz. Eine UKW-Frequenz (87,7 MHz) besteht nur noch im 50 Kilometer entfernten Schweinfurt. AFN ist damit in Würzburg nur noch über auswärtige Mittelwellensender, wie den Sender Weiskirchen (873 kHz) zu empfangen.

Daneben existieren zahlreiche Internetradios. Die Studenten der Universität Würzburg senden ehrenamtlich ein eigenes Programm für ihre Kommilitonen, das Hochschulradio UR Würzburg. Auch der ehemalige dritte Lokalsender Würzburgs, Radio W1 existiert im Internet weiter. Aus dem Funkhaus Würzburg kommen die Webradios Radio Gong In The Mix und Stars on Radio Gong.

TV

Neben dem Studio des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders Bayerischer Rundfunk gibt es seit 1987 noch einen lokalen Fernsehsender namens TV touring, der nicht nur im regionalen Kabelnetz, sondern auch über Franken-SAT zu empfangen ist. Ehemals waren es sogar zwei Lokalsender, die Würzburg abwechselnd mit Lokalfernsehen versorgten. In den Anfangsjahren war auch noch die RTU (Radio Television Unterfranken) zu sehen, deren Gesellschafter die Zeitungsgruppe Main-Post war.

Seit 2002 besteht das Online-Medienmagazins Quotenmeter.de mit Redaktionssitz in Würzburg. Das Medienmagazin hat sich auf Einschaltquoten, Kino- & Fernseh-Kritiken und aktuelle Nachrichten spezialisiert.

Zeitschriften und Zeitungen

Als Tageszeitungen erscheinen die Main-Post und das Volksblatt (welches aber nur eine Auflage von etwa 12.000 hat), vertrieben durch die Main-Post-Verlagsgruppe (gehört seit 1.Mai 2011 zur Augsburger Allgemeinen Zeitung mit Sitz in Würzburg-Heuchelhof). Aus diesem Hause erschien am 29. Januar 2004 auch die erste lokale Wochenzeitung Europas im Tabloid-Format, Boulevard Würzburg, die am 1. März 2007 in neun7 umbenannt wurde. Die Main-Post-Verlagsgruppe gibt auch markt, das größte Verbrauchermagazin in Unterfranken mit einer Gesamtauflage von über 625.000 Exemplaren, das jeden Mittwoch kostenlos an alle mainfränkischen Haushalte verteilt wird, heraus. Am 31. März 2011 startete zudem das neue Magazin Tiepolo.

Weitere kostenlose Anzeigenblätter sind wob (mittwochs in Stadt und Landkreis Würzburg) und primaSonntag (sonntags nur im Stadtgebiet).

Die einzige katholische Tageszeitung wird in Würzburg produziert. Die Tagespost trägt den Untertitel „Katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur“, hieß früher Deutsche Tagespost und ist eine dreimal wöchentlich erscheinende Zeitung. Sie erscheint im Verlag Johann Wilhelm Naumann.

Religiöse Zeitschriften (unter anderem Feierabend, Geist und Leben und Zeitschrift für katholische Theologie) werden vom Echter Verlag verbreitet.

Der Verlag Vogel Business Media veröffentlicht Print- und Online-Medien verschiedener Fachbereiche. Zu den Fachmedien zählen unter anderem die erste deutsche Computerzeitschrift Chip (Computerzeitschrift), MM MaschinenMarkt, kfz-betrieb, IT-Business, Elektronikpraxis, Process, bike und business sowie die Informationsdienste des zur Gruppe gehörenden IWW Instituts für Wirtschaftspublizistik. Mit dem Ziel der multimedialen Vermittlung von Fachinformationen wandte sich die Vogel Business Media ab 2005 verstärkt der Digitalisierung zu. Die zu diesem Zweck gegründete Vogel Future Group wurde mit der Entwicklung eines digitalen Geschäftsmodells beauftragt. 2005 trennte sich das Unternehmen von seiner Beteiligung an der Motorpresse Stuttgart (heute Gruner und Jahr) und vom Druckgeschäft (heute arvato). In den dadurch zur Verfügung stehenden ehemaligen Produktionsstätten des Verlagsunternehmens entstand 2006 das Vogel Convention Center (VCC), ein Tagungs- und Kongresszentrum.

Über kulturelle Veranstaltungen im Raum Mainfranken informiert monatlich das Magazin Leporello. Ferner gibt es FRIZZ Das Magazin (seit 2003, früher unter den Namen Trend und Fritz), das mit einer IVW-geprüften Auflage monatlich erscheint. Für den Leser ist es kostenlos und liegt an rund 700 Auslagestellen in und um die Stadt aus. Es ist Mitglied im Bewegungsmelderverbund, informiert über sämtliche Veranstaltungen aus den Bereichen Lifestyle, Kultur, Musik usw. und enthält unter anderem den offiziellen Mensaplan der Uni-Mensa. Daneben erscheint noch das Xity-Magazin, das seit dem 25. Januar 2007 mit einem kostenlosen TV-Programm erscheint. Es informiert die Leser auch über Events, News und Angebote über die Stadt und bietet für sie zudem noch eine kostenlose Heftreservierung an.

Vier Mal pro Jahr (Januar, April, Juli und Oktober) erscheint kostenlos für Mitarbeiter, Studierende und die Öffentlichkeit Blick, die Zeitschrift der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, die unter anderem über Themen aus der Forschung informiert. Bis Juli 2006 wurde die Hochschulzeitung Julius kostenlos verteilt, deren Herausgeber ebenfalls die Universität war. Jedoch ist der Julius nach zwei Jahren, unter Protest der Studierenden, aus finanziellen Gründen eingestellt worden. Daher initiierte die Studierendenvertretung im Dezember 2006 den studentischen Nachfolger dieser Hochschulzeitung, die gewürzt!, die sich nun als „Erste Würzburger Studentenzeitung“ bezeichnete. Aufgrund von internen Meinungsverschiedenheiten löste sich der Großteil der gewürzt!-Redaktion jedoch nach rund zwei Jahren von ihrem Herausgeber, der Studierendenvertretung, und gründete im Januar 2008 zusammen mit dem Verein Junge Presse Würzburg (Regionalgruppe des Dachverbands Junge Presse Bayern) das inoffizielle Nachfolgermagazin Max & Julius. Wie ihre Vorgängerin informiert sie die Würzburger Studenten regelmäßig über das Hochschulgeschehen, Politik, Kultur und andere wichtige Themen in der Stadt. Die Studierendenvertretung gründete ihrerseits die Zeitung Sprachrohr, die ihren Themenschwerpunkt jedoch mehr auf Hochschulpolitik legt. Das Sprachrohr erscheint für alle Hochschulen in Würzburg. Außerdem erschien bis 2008 das Hochschulmagazin UnimaxX. Heute gibt es allerdings nur noch den UnimaxX-Guide, der einmal pro Semester an allen Hochschulen verteilt wird.

Verkehr

Würzburg ist historisch ein bedeutender Knotenpunkt für den Verkehr. Diese ursprünglich durch den Main hervorgerufene verkehrszentrale Lage wird heute durch die Autobahnen und die Deutsche Bahn bestimmt.

Straßenverkehr

Grenze Niederlande – Ruhrgebiet – Frankfurt am Main – Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Passau – Grenze Österreich
Grenze Dänemark – Hamburg – Hannover – Kassel – Fulda – Würzburg – Ulm – Füssen – Grenze Österreich
Würzburg – Heilbronn – Stuttgart – Singen (Hohentwiel)
Grenze Niederlande – Ruhrgebiet – Frankfurt am Main – Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Grenze Österreich
Würzburg – Ansbach – Eichstätt – Ingolstadt – Unterschleißheim – München – Bad Tölz – Sylvensteinstausee
Eisenach – Meiningen – Werneck – Würzburg – Ulm – Oberstdorf – Grenze Österreich
Würzburg (Mainfrankenpark) – Bamberg – Bayreuth – Weiden in der Oberpfalz – Cham
Blankenburg – Göttingen – Fulda – Würzburg – Ludwigsburg – Stuttgart – Tübingen – Villingen-Schwenningen – Grenze Schweiz

Einige größere Projekte stehen auf der Warteliste, zum Beispiel die geplante B 26n von der A 3, Anschlussstelle Helmstadt über Karlstadt, Arnstein bis zur A 7, Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck.

Öffentlicher Personennahverkehr

Das Stadtgebiet von Würzburg ist ebenso wie der Landkreis in den Verkehrsverbund Mainfranken eingegliedert. Innerhalb dieses Tarifverbundes können alle Linien des öffentlichen Personennahverkehrs zu einheitlichen Preisen genutzt werden. Zum 1. Februar 2009 wurde der Tarifverbund um das Gebiet des Landkreises Kitzingen erweitert. Eine Ausdehnung auf weitere, benachbarte Landkreise ist beabsichtigt, jedoch noch nicht konkretisiert. Es besteht eine Übergangsregelung mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN).

Das Rückgrat des ÖPNV in Würzburg sind fünf Straßenbahnlinien, die ein Streckennetz von 19,7 Kilometern Länge bedienen. Zuletzt wurde 1989 eine Neubaustrecke in den Stadtteil Heuchelhof eröffnet sowie 1996 deren Fortsetzung in den Stadtteil Rottenbauer. Eine verbesserte Straßenbahnanbindung des Universitätsklinikums soll mittels einer weiteren Neubaustrecke in absehbarer Zeit erfolgen. Über die Anbindung weiterer Stadtteile und Umlandgemeinden wird ebenfalls nachgedacht; konkrete Planungen bestehen für die Linie sechs zum Hubland. Betreiber des Straßenbahnnetzes ist die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH.

Weiterhin verkehren in Würzburg zahlreiche Stadt- und Regionalbuslinien, die von der Omnibus-Betriebsgesellschaft (NVG), einem Tochterunternehmen der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB), der Omnibusverkehr Franken GmbH sowie einer Reihe weiterer privater Omnibusunternehmen versorgt werden. Hauptknotenpunkt des Omnibusverkehrs ist der Busbahnhof am Hauptbahnhof.

Schienenverkehr

Würzburg ist überregionaler Knotenpunkt im Personenverkehr der Deutschen Bahn. Es kreuzen sich eine Nord-Süd-Verbindung von Hamburg, Bremen, Hannover, Göttingen und Kassel nach Nürnberg und München sowie die von Nordwest nach Südost verlaufende Trasse aus dem Ruhrgebiet, dem Rheinland und Frankfurt am Main nach Regensburg, Passau, Wien und weiter nach Budapest. Richtung Norden, Westen und Osten bestehen mindestens stündliche Verbindungen im Fernverkehr. Am Hauptbahnhof bestehen pro Stunde zwei Taktknoten mit Anschlüssen in alle Richtungen.

Das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes stammt aus den 1950er Jahren. Eine Modernisierung war demzufolge notwendig geworden und wurde von der Stadt bereits seit den 1990er Jahren geplant. Zwischenzeitlich wurden die Renovierungsarbeiten begonnen. Neben dem Hauptbahnhof existieren in Würzburg noch die Stationen Süd und Zell, die allerdings nur eine untergeordnete Bedeutung haben und lediglich im Regionalverkehr bedient werden.

Im Güterzugverkehr hat Würzburg seine frühere Knotenpunktfunktion mit der Stilllegung seines Rangierbahnhofes im Februar 2005 vollständig verloren.

Luftverkehr

Sportflieger starten und landen auf dem 3,5 Kilometer nordwestlich vom Stadtzentrum gelegenen Verkehrslandeplatz Würzburg-Schenkenturm oder dem 5 km entfernten Sonderlandeplatz Hettstadt, der von der „Fluggruppe Hermann Köhl e. V.“ betrieben wird. Geschäftsreisejets können den rund 20 Kilometer südlich gelegenen Flugplatz Giebelstadt im Landkreis Würzburg anfliegen. Dieser Flugplatz wurde bis 2006 von den US-Streitkräften genutzt. Er soll von einer privaten Betreibergesellschaft u. a. unter Beteiligung der Firma Knauf betrieben werden.

Wege

  • Jakobsweg: Eine der Routen aus dem Netz der Jakobswege nach Santiago de Compostela führt, von Veitshöchheim und Margetshöchheim kommend, über die Kirche Don Bosco zur Alten Mainbrücke, wechselt dort von linksmainisch nach rechtsmainisch und verläuft am Mainufer Richtung Randersacker. Er ist Teil des Fränkischen Wegs, der von Fulda über Würzburg, Ochsenfurt, Uffenheim nach Ulm geht.
  • Der Main-Radweg entlang des Mains von der Quelle bis zur Mündung in Mainz-Kastel führt über Würzburg.

Bildung und Forschung

Hochschulen und verwandte Einrichtungen

  • Julius-Maximilians-Universität, Erstgründung 1402, Neugründung 1582, eine der ältesten und traditionsreichsten Universitäten Deutschlands, seit 1802 bayerische Universität. Mit über 30 Studentenverbindungen zählt Würzburg in diesem Bereich zu den „Verbindungshochburgen“.
  • Hochschule für Musik Würzburg, gegründet 1804 als öffentliche Musikanstalt an der Universität, ist sie die älteste Musikausbildungsstätte Deutschlands. 1821 wurde sie Königliches Musikinstitut, 1875 Königliche Musikschule, 1912 Königliches Konservatorium der Musik, 1921 Bayerisches Staatskonservatorium und anschließend Bayerische Fachakademie für Musik. 1973 erhielt sie den Namen Hochschule für Musik. 2001 wurde die Fachakademie für Musik Würzburg eingegliedert.
  • Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt; gegründet 1971 aus einem Polytechnikum mit Abteilungen in Würzburg und Schweinfurt. Ab 1995 wurde die Abteilung Aschaffenburg angegliedert, die jedoch am 1. Oktober 2000 wieder eigenständig wurde.
  • Würzburger Dolmetscherschule; private, staatlich anerkannte Schule für Fremdsprachenberufe (Fachakademie und Berufsfachschule für Dolmetscher, Übersetzer und Fremdsprachenkorrespondenten sowie eine Berufsfachschule für Europasekretärinnen)
  • Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC)
  • Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e. V. (ZAE Bayern)
  • Innovations- und Gründerzentrum Würzburg (IGZ Würzburg)
  • Studienambulanz Würzburg Hämatologisch/Onkologische Studienambulanz des Universitätsklinikums Würzburg

Schulen

Würzburg verfügt über zahlreiche Schulen, darunter eine städtische und eine am 1. August 2013 neu gegründete staatliche Berufliche Oberschule sowie neun Gymnasien.

Gymnasien

  • Deutschhaus-Gymnasium
  • Friedrich-Koenig-Gymnasium
  • Matthias-Grünewald-Gymnasium
  • Evangelisches Dag Hammarskjöld Gymnasium Würzburg (seit 1. August 2011, vorher Mozart- und Schönborn-Gymnasium)
  • Riemenschneider-Gymnasium
  • Röntgen-Gymnasium
  • Siebold-Gymnasium
  • Wirsberg-Gymnasium
  • St.-Ursula-Schule (Gymnasium)

Realschulen

  • David-Schuster-Realschule
  • Jakob-Stoll-Realschule
  • Maria-Ward-Schule
  • St.-Ursula-Schule (Realschule)
  • Wolffskeel-Realschule

Seit Ende der 1990er Jahre kommt es in der Schullandschaft zu größeren Veränderungen, zum einen durch den gesellschaftlichen Wandel (sinkende Schülerzahlen an Grund- und Hauptschulen), zum anderen durch den schrittweisen Rückzug der Stadt Würzburg als Schulträger aufgrund zu hoher finanzieller Belastungen durch den Schulbetrieb.

Sonstige Bildungseinrichtungen

  • Sing- und Musikschule
  • Volkshochschule

US-Streitkräfte

Von 1945 bis September 2008 war Würzburg Garnisonsstadt der US-Streitkräfte. Es existierten vier Kasernen, die Emery Barracks (bis 1990), die Hindenburg-Kaserne (bis 1990), die Faulenberg-Kaserne (bis 2006) und die Leighton Barracks (bis 2008), in denen bis zum Jahr 2006 circa 6000 Soldaten mit 3000 Familienangehörigen angesiedelt waren. Die Leighton Barracks waren von 1945 bis 1955 und von 1996 bis 2006 der Sitz des Hauptquartiers der 1. US-Infanteriedivision, der „Big Red One“, eines gepanzerten Großverbandes in Stärke von vier Brigaden, von denen zuletzt drei in Franken und der Oberpfalz (u. a. Schweinfurt, Kitzingen, Vilseck) und die 4. Brigade in Fort Riley in Kansas stationiert waren. Zuvor waren Teile der 3. US-Infanteriedivision von 1958 bis 1996 sowohl in Würzburg als auch in Schweinfurt, Kitzingen sowie anderen ehemaligen Standorten der US-Streitkräfte in Deutschland stationiert.

Weitere Verbände und Dienststellen, die in den beiden Kasernen zuletzt in Würzburg stationiert waren:

  • 98th Area Support Group (Faulenberg Kaserne)
  • 417th Base Support Battalion (Leighton Barracks)
  • diese beiden sind aufgegangen in die U.S. Garrison Franconia
  • 101st Military Intelligence Battalion (Leighton Barracks)
  • 1st Military Police Company
  • 69th Signal Battalion (Leighton Barracks)

Im Rahmen der Reorganisierung der amerikanischen Landstreitkräfte kam es auch zu tiefgreifenden Änderungen in Würzburg. Die Umstrukturierungen betrafen vor allem die 1. US-Infanteriedivision, die zu einem großen Teil in die Heimat, nach Fort Riley im US-Bundesstaat Kansas, zurückverlegt wurde. Infolgedessen wurde die Faulenberg-Kaserne (Nürnberger Straße) geschlossen und Ende 2006 erfolgte die Rückgabe der Liegenschaft an Deutschland, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Offiziell erfolgte der Abzug am 6. Juli 2006 mit einem Appell. Die Streitkräfte der US-Armee zogen sich bis September 2008 vollständig aus Würzburg zurück. Die Verabschiedung fand am 13. Mai 2008 mit dem Einholen der amerikanischen Flagge statt. Die Übergabe der letzten Schlüssel fand in einer Zeremonie am 14. Januar 2009 statt. Seit Oktober 2007 ist das Gelände bereits im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Ähnlich wie in Kitzingen finden auch in Würzburg bereits konkrete Überlegungen für eine sinnvolle Konversion der Liegenschaften statt (Gewerbe, Wohnen, Startup-Firmen, Universität etc.). Es soll der neue Stadtteil mit dem Namen Hubland entstehen. Deshalb wird für die weitere Nutzung des Geländes von der Größe der Altstadt (135 ha) zurzeit ein Ideenwettbewerb veranstaltet. Nach einer gescheiterten Bewerbung für die Landesgartenschau 2016 erhielt die Stadt nun den Zuschlag für die Landesgartenschau 2018, bei der dieses Gelände genutzt werden soll. Das ehemalige amerikanische Wohngebiet wird seit dem Sommersemester 2011 von der Universität genutzt.

Weiterhin gab es bis Oktober 2007 ein Krankenhaus der US Army, das Würzburg Hospital, das eines der drei Hospitäler im Verantwortungsbereich des US Army European Command war. Das Gebäude befindet sich nur zehn Gehminuten von den Leighton Barracks entfernt. Hieraus entsteht derzeit eine Wohnanlage, der sogenannte Mönchberg Park.

Da die Soldaten mit ihren Familien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind und das Militär auch als ein nicht unbedeutender Arbeitgeber fungiert, wird die Schließung von der Stadt mit großer Sorge vor allem im Hinblick auf die mittelständischen Betriebe betrachtet.

Kultur

Theater und Bühnen

Das Mainfranken Theater besitzt als Dreispartenhaus ein Schauspiel-, ein Musiktheater- und ein Ballettensemble. Diesen stehen mit dem „Großen Haus“ und den „Kammerspielen“ zwei Auftrittsorte zur Verfügung, die beide im Gebäude des Mainfrankentheaters in der Würzburger Altstadt liegen.

Im Kulturspeicher, einem ehemaligen Hafengebäude am Rande der Altstadt, sind neben einem Museum auch das „Bockshorn“ und der „tanzSpeicher“ zu finden. Ersteres hat sich vor allem den Bereichen Kabarett, Chanson und Musik verschrieben, wobei sich die meisten der hier auftretenden Künstler schon zuvor durch Fernsehauftritte oder diverse Auszeichnungen einen Bekanntheitsgrad erarbeitet haben. Der tanzSpeicher dient als Veranstaltungsort sowohl für externe Tanzvorführungen als auch für Auftritte des eigenen Ensembles.

Das Boulevardtheater „Chambinzky“ liegt im Frauenland und präsentiert vor allem Komödien, manchmal auch Volksstücke, Krimis und Musicals, in eigenen Produktionen. Für diese Zwecke stehen eine große und eine kleine Bühne zur Verfügung. Darüber hinaus ist das Chambinzky auch eine Musikkneipe – dieses Gastronomiekonzept hat sich seit der Gründung 1983 bewährt.

Dem Experimentaltheater haben sich sowohl das „Theater am Neunerplatz“ als auch das „theater ensemble“ verschrieben, wobei beide daneben auch noch einige andere Sparten bieten: Das Theater am Neunerplatz, in der Zellerau gelegen, präsentiert außerdem politische und satirische Stücke sowie Kindertheater. Das theater ensemble befindet sich ebenfalls in der Zellerau und widmet sich ferner dem Absurden Theater, Dramen und Komödien und bietet außerdem Theaterkurse für jedermann an.

Entsprechend seiner historischen und kulturellen Bedeutung besitzt Würzburg eine Vielzahl weiterer Bühnen, die sich mit den verschiedensten Sparten des Theaters beschäftigen. Im Einzelnen sind dies das Kinder- und Jugendtheater „Spielberg“, die „Werkstattbühne“, das „Plastische Theater Hobbit“, das „Würzburger Kasperhaus“, das Tanztheater „blackboX“, das Theater „Augenblick“ der Mainfränkischen Werkstätten und der „Kunstkeller Würzburg“.

Zudem verfügt Würzburg eine Vielzahl von Improvisationstheater-Gruppen, darunter mit den Würzburger Beutelboxern eine der ältesten Gruppen Deutschlands (seit 1990), sowie die sehr aktive Gruppe "Die Kaktussen", die unter anderem das jährliche Würzburger Improtheaterfestival veranstaltet.

Museen und Galerien

  • Das Museum am Dom stellt ca. 300 Bilder und Plastiken aus einem Jahrtausend aus. Christliche Themen, die durch moderne und zeitgenössische Künstler dargestellt wurden (Ernst Barlach, Joseph Beuys, Willi Dirx, Otto Dix, Dina Draeger, Lars Käker, Käthe Kollwitz, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke, Andy Warhol) werden direkt der Themenbehandlung durch alte Meister gegenübergestellt (unter anderen Tilman Riemenschneider, Georg Anton Urlaub, Johann Peter Wagner, Johann Zick)
  • Domschatz – Museum der Diözese Würzburg (Grabbeigaben, Goldschmiedearbeiten und liturgische Gewänder)
  • Fürstenbaumuseum – fürstbischöfliche Wohnräume, Schatzkammer und Abteilung Stadtgeschichte Würzburgs
  • Historischer Saal der Fischerzunft
  • Hofspitalkirche „Spitäle“ – in der spätgotischen 1789 umgebauten Kapelle des ehemaligen Hofspitals befindet sich die Galerie Spitäle mit Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler
  • Das Museum im Kulturspeicher am alten Hafen verfügt über 3.500 m² Ausstellungsfläche für die Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Unter einem Dach präsentiert es die städtische Sammlung (ehemals Städtische Galerie), u. a. mit Werken von Stephan Balkenhol, Carl Grossberg, Magdalena Jetelová, Camill Leberer, Wilhelm Leibl, Hans Purrmann, Emy Roeder und Max Slevogt und die Sammlung Peter C. Ruppert, Konkrete Kunst in Europa nach 1945, u. a. mit Werken von Josef Albers, Hans Arp, Max Bill, Anthony Caro, Günter Fruhtrunk, Auguste Herbin, Richard Paul Lohse, Bridget Riley und Victor Vasarely. In der Städtischen Sammlung im zweiten Obergeschoss befinden sich Bilder von Würzburg vor der Bombardierung, darunter von Erich Heckel der „Blick auf die Veste Marienberg“. Ein kontinuierliches Programm an Sonderausstellungen begleitet beide Sammlungen im Museum im Kulturspeicher, das im Jahr 2005 den Bayerischen Museumspreis der Versicherungskammer Bayern erhielt.
  • Kunstschiff „Arte Noah“ – Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler
  • Das Mainfränkisches Museum auf der Festung Marienberg beherbergt in 45 Räumen eine Sammlung fränkischer Kunstwerke, darunter die größte Sammlung von Skulpturen und Arbeiten vom Bildhauer Tilman Riemenschneider, aus seiner Werkstatt und auch von seinen Schülern. Darunter sind auch die Sandsteinfiguren der Marienkapelle. Weiter werden gezeigt Gemälde von Lucas Cranach und Giovanni Battista Tiepolo, Grabdenkmäler, Fayencen, eine vorgeschichtliche Sammlung mit Steinpfeilen, Rüstungen, Zeugnisse der Römerzeit, Zeugnisse fränkischer Weinkultur sowie Sammlungen zur Volkskunde.
  • Das Martin-von-Wagner-Museum der Universität befindet sich im Südflügel der Residenz und umfasst die Antikenabteilung, die Gemäldegalerie und die Graphische Sammlung. Die Antikenabteilung beherbergt eine große Auswahl von griechischen und etruskischen Vasen, Korkmodelle der italienischen antiken Bauwerke, aber auch Mumien-Sarkophage.
  • Mineralogisches Museum Würzburg – Museum der Universität – Edelsteine, Mineralien, Gesteine, Erze und Meteoriten
  • Röntgen-Gedächtnisstätte – zeigt das Originallabor, in dem Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannten Röntgenstrahlen entdeckte
  • Siebold-Museum – Ständige Sammlung und Wechselausstellungen unter anderem mit Exponaten aus dem Nachlass des Würzburger Japanforschers Philipp Franz von Siebold
  • Shalom Europa – Jüdisches Museum der Jüdischen Gemeinde Würzburgs
  • Staatsgalerie Würzburg – Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Chöre

  • Bachchor Würzburg
  • CAPPELLA HERBIPOLENSIS – Chor der Hofkirche der Residenz
  • Cappella St. Stephan
  • cappella vocale würzburg
  • collegium musicum vocale
  • Jazzchor Würzburg
  • Kammerchor am Würzburger Dom
  • Kammerchor der Universität
  • Kammerchor Pfarreiengemeinschaft Hl. Kreuz und St. Elisabeth
  • Kammerchor Würzburg
  • Mädchenkantorei am Würzburger Dom
  • Männergesangverein Zellerau-Harmonia 1889 (aufgelöst Anfang 2010)
  • Monteverdichor Würzburg
  • Kirchenchor Lengfeld (St. Laurentius und Lioba)
  • New Future
  • Chor der Akademisch-Musikalischen Verbindung Würzburg
  • Oratorienchor Würzburg
  • Polizeichor Würzburg
  • Sängergesellschaft Heimgarten 1925
  • Sotto Voce
  • Vocalensemble Würzburg
  • Valentin-Becker-Chor
  • Würzburger Madrigalchor
  • Würzburger Domchor
  • WVV Männerchor
  • WVV Singers
  • Würzburger Domsingknaben
  • Xanxgrubbe Versbach (Teil der Faschingsabteilung des Sportbundes Versbach)

Alternative Rockmusikszenen

Mit den Musikinitiativen FreakShow Würzburg und Psychedelic Network verfügt Würzburg über zwei alternative Rockmusikszenen, die innerhalb der durch sie präsentierten Genres – Progressive Rock bei FreakShow, Psychedelic-/Space Rock bei Psychedelic Network – zu den wichtigsten Veranstaltungen in Deutschland gezählt werden können. Dies wird insbesondere von den Festivals der beiden Musikinitiativen unterlegt, deren weitläufige Bedeutung durch eine oftmals internationale Interpretenauswahl und eine stark überregional geprägte Besucherzusammensetzung gekennzeichnet ist. Das Kulturangebot Würzburgs erfährt hierdurch weitere Wahrnehmung über die Grenzen Mainfrankens hinaus.

Fränkische Mundart

Die fränkische bzw. unterfränkische Mundart wird überall in Würzburg gesprochen und verstanden. In der Närrischen Weinprob, die im Januar zu Beginn der Fastnachtszeit im Staatlichen Hofkeller unter der Würzburger Residenz stattfindet, werden kritische Beiträge zum Jahresgeschehen in allen fränkischen Mundarten vorgetragen. Diese mundartliche Sitzung wird auch im Dritten Programm des Bayrischen Fernsehens übertragen.

Erinnerungskultur

In Würzburg erinnern seit dem Jahr 2006 Stolpersteine an Opfer aus der Nationalsozialistischen Zeit, zum Beispiel vor dem Kaufhof an die früheren Eigentümer des Kaufhauses sowie vor der Kiliansgruft an einen katholischen Pfarrer, der für seine Überzeugung einstand.

Neben den Gedenkorten zu jüdischem Leben (→siehe dort) erinnert ein Gedenkstein am Geschwister-Scholl-Platz / Ottostraße an die christlichen Widerstandskämpfer Hans und Sophie Scholl, die 1943 ermordet wurden. Im Gewerbegebiet von Heuchelhof halten mehrere Straßennamen die Erinnerung an Verfolgte und Opfer der NS-Gewaltherrschaft aufrecht. In Heidingsfeld erinnert der Herta-Mannheimer-Weg an die jüdische SPD-Stadträtin Herta Mannheimer, die im KZ Auschwitz ermordet wurde.

Der katholische Pfadfinder Fred Joseph wurde 1943 in Auschwitz ermordet, er führte – als Halbjude diffamiert – trotz Verbots die Pfadfinderarbeit in der „Gemeinschaft St. Georg“ weiter. Nach ihm nennt sich heute ein Stamm der St.-Georgs-Pfadfinder im Stadtteil Sanderau.

Bibliotheken und Archive

Bibliotheken

  • Universitätsbibliothek der Julius-Maximilians-Universität.
  • Bibliothek der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt.
  • Institut für Hochschulkunde.
  • Stadtbücherei Würzburg. Öffentliches Bibliothekssystem mit Zentralbücherei im Falkenhaus am Marktplatz und Zweigstellen in den Stadtteilen Heidingsfeld, Heuchelhof, Lengfeld und Versbach. Kulturell überregionale Bedeutung durch Autorenlesungen mit namhaften Persönlichkeiten (z. B. Nobelpreisträger Imre Kertész). Durch die Rokoko-Stuckfassade auch touristisch interessant. Aktive Teilnahme an einem EU-Projekt, mehrere Auszeichnungen.

Archive

  • Das Staatsarchiv Würzburg ist für den Regierungsbezirk Unterfranken zuständig und verwahrt rund 21.350 lfd. Meter Akten zur Geschichte des Regierungsbezirks und der auf dessen Gebiet liegenden ehemaligen Territorien.
  • Das Stadtarchiv Würzburg verwahrt die Urkunden- und Aktenüberlieferung der städtischen Dienststellen, das Archiv des Bürgerspitals, das Archiv der Stadt Heidingsfeld und die Archive der eingemeindeten Orte sowie ca. 90 Nachlässe von Würzburger Persönlichkeiten und eine umfangreiche Foto-, Plakat- und Kartensammlung.
  • Das Diözesanarchiv in der Domerschulstraße verwahrt die Schriftgutüberlieferung des alten und des 1821 geschaffenen neuen Bistums Würzburg sowie Sondersammlungen und ca. 250 Nachlässe und personenbezogene Sammlungen. Es wurde bereits 1339 erwähnt und befand sich damals auf der Marienburg. Heute umfasst es Urkunden, Matrikelbücher der Pfarreien und Schriftverkehr der Dekanate. Etwa ein Drittel der ursprünglichen Bestände ist noch erhalten. Diese Einbußen im Bestand gab es durch die Auswirkungen der Reformation, der Säkularisierung und der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg.
  • Das Universitätsarchiv verwahrt die Überlieferung der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität.
  • Bis 2005 befand sich das Archiv der ehemaligen Reichsstudentenführung und des ehemaligen Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) als Depositum im Staatsarchiv Würzburg und wurde von dort aus betreut. Es befindet sich jetzt als Leihgabe im Bundesarchiv Berlin.
  • Das 1987 eröffnete Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte ist die zentrale Auskunftsstelle für jüdische Geschichte in der Region.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Februar: Würzburger Fasching
  • März: Frühjahrsmesse und -volksfest, Gedächtnis- /Hoffnungslauf
  • März/April: Internationales Filmwochenende Würzburg
  • April: ShuttleParty, Residenzlauf
  • Mai: Africa Festival, Würzburger Stadtmarathon, Barockfeste
  • Mai/Juni: Würzburger Weindorf
  • Juni: Umsonst und Draußen
  • Juni/Juli: Mozart-Fest, Christopher Street Day, Hofgarten-Weinfest
  • Juli: Festungsflimmern - Open-Air-Kino, Kiliani-Volksfest
  • Juli/August: Würzburger Hafensommer, Barbarossa Spectaculum (alle zwei Jahre)
  • August/September: Weinparade am Marktplatz
  • September: Straßenmusikfestival, Stadtfest und Theaterfest, Mainfranken-Messe (alle zwei Jahre)
  • Oktober: ShuttleParty, Würzburger Improtheaterfestival, Würzburger Jazz-Festival
  • Oktober/November: Würzburger Kabarett-Tage, Literarischer Herbst, Allerheiligenmesse
  • November: Würzburger Wirtschaftssymposium, Würzburger Bachtage
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Bauwerke

Baudenkmäler

Stadtplanung

Das Gebiet der Kernstadt, das durch Main, Juliuspromenade, Theaterstraße, Balthasar-Neumann-Promenade und Neubaustraße begrenzt ist, wird wegen seines Aussehens auf Karten als „Bischofsmütze“ bezeichnet.

Wahrzeichen

  • Alte Universität mit Neubaukirche: Der Gebäudekomplex aus der Renaissance wurde 1591 fertiggestellt, neun Jahre nach der Wiedergründung der Universität durch Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Optisch und architektonisch herausragend ist die Universitätskirche (Neubaukirche) die heute von der Universität als Aula genutzt wird. Sie wurde Ende des 17. Jahrhunderts von Antonio Petrini umgestaltet und von Josef Greising vollendet. Die Wiederherstellungsarbeiten nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs dauerten bis 1985.
  • Alter Kranen am Kranenkai. Erbaut 1772/73 von Balthasar Neumanns Sohn Franz Ignaz Michael Neumann.
  • Bürgerspital zum Heiligen Geist
  • Falkenhaus, auch „Haus zum Falken“: Das Gebäude am Oberen Markt stammt aus dem 18. Jahrhundert. 1751 wurde die Fassade mit überreichen Rokoko-Stuckdekorationen versehen.
  • Die Festung Marienberg (auch Marienfeste genannt) ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Sie ist mit städtischem Bus ab Residenz, zu Fuß ab Alter Mainbrücke über die Tellsteige bzw. ab der Friedensbrücke über das Gelände der Landesgartenschau oder per Auto zu erreichen. Nach dem Passieren mehrerer Tore der imponierenden Befestigungsanlage erreicht man das Mainfränkische Museum, dann eine wegen ihrer Dimensionen kaum zu identifizierende Pferdeschwemme aus Buntsandstein, einen 100 m tiefen Brunnen, die Marienkirche und den Fürstengarten. Eine Umrundung der Festung zu Fuß ergibt erste Eindrücke. Das wahre Ausmaß der Befestigungsanlagen erschließt sich beim Rückweg durch die Weinberge zu St. Burkard und zum Mainufer. Die Festung wurde von den Fürstbischöfen als Sitz gewählt, später aber zu Gunsten der neu erbauten, repräsentativeren Residenz aufgegeben.
  • Grafeneckart und Rathaus mit Vierröhrenbrunnen
  • Höfe und Bürgerhäuser liegen im Bereich Unterer Markt und Gressengasse. In der Gressengasse befindet sich der Gasthof Zum Stachel, der heute ein Weinlokal ist und zur Zeit der Bauernkriege ein Treffpunkt der Aufständischen war. In der Bronnbacher Gasse befindet sich der Fichtel’sche Hof, dessen Eingang durch das Fichtel’sche Wappen, eine grüne Fichte im roten Feld, geziert wird. Bemerkenswert ist das steinerne Geländer im Treppenhaus.
  • Juliusspital mit einer Rokoko-Apotheke und einer Kellerführung (im Innenhof)
  • Das Käppele wurde von Balthasar Neumann erbaut. Es ist von weither als Silhouette sichtbar. Erreicht werden kann diese Wallfahrtskapelle über eine steil hinauf führende Prozessionstreppe. Die Aussicht von oben erstreckt sich auf den Main, die langgestreckte Festungsanlage und die Stadt Würzburg mit ihren vielen Kirchtürmen. Die Innenausstattung ist in barockem Stil. Häufig werden Konzerte aufgeführt. Vom Querschiff aus gibt es einen Zugang zu den hinteren Räumen, in denen die Dankesgaben der Wallfahrer für die Heilung von Krankheit und Leid ausgestellt sind.
  • Die Würzburger Residenz, wurde 1981 als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuft. Sie ist im Barockstil 1720–1744 im Auftrag von Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn nach Plänen von Balthasar Neumann erbaut worden. Das Treppenhaus wird durch ein 600 m² großes freitragendes Gewölbe überspannt, das von Giovanni Battista Tiepolo in Fresko-Technik ausgemalt wurde. Die Einfahrtshalle (Vestibül) wurde so konstruiert, dass bis zu sechsspännige Kutschen vorfahren konnten. In der Residenz sind auch Institute und Museen der Universität untergebracht. In den Südwesten des Residenzgebäudes ist die Hofkirche integriert. Die Weinkeller des Staatlichen Hofkellers liegen unter dem Nord- und Südflügel. Der Hofgarten mit den schmiedeeisernen Toren von Johann Georg Oegg und einem Denkmal von Fried Heuler an Oegg am Rennweg liegt hinter der Residenz.
  • Beim Heizkraftwerk am alten Hafen wurde im Zuge der Umrüstung von Kohle- auf Erdgasfeuerung auch das äußere Erscheinungsbild gründlich überarbeitet. Für die Fassadengestaltung wurde dem Architekturbüro Brückner & Brückner 2007 die Auszeichnung „best architects 08“ in Gold verliehen. In die Umgestaltung einbezogen wurde auch das Becken des alten Hafens, insbesondere durch die Errichtung einer großen Freitreppe am Ort des ehemaligen Kohlebunkers.
  • Kamin der Wäscherei des Universitätsklinikums Grombühl (Höhe: 66 Meter, Baujahr: 1917)
  • Huttenschlösschen, erbaut von Christoph Franz von Hutten (* 1673; † 1729), seit 1884 Corpshaus des Corps Rhenania Würzburg
  • Neue Universität
  • Kulturspeicher
  • Rückermainhof
  • Roter Bau

Kirchen

Bedeutende romanische Kirchen sind der Dom St. Kilian, das Neumünster und die Kirche St. Burkard. Die bedeutendste Kirche der Gotik ist die Marienkapelle. Aus der Renaissancezeit stammt die Neubaukirche. Darüber hinaus gibt es in der Stadt zahlreiche Barockkirchen, die größte ist Stift Haug, am prominentesten das Käppele. Weitere Kirchen sind im Artikel Kirchen in Würzburg beschrieben.

Mainbrücken

  • Die Alte Mainbrücke war bis 1886 der einzige Flussübergang. Sie wurde von 1476 bis 1703 erbaut und zeichnet sich durch Heiligenfiguren aus, die um 1730 hinzugefügt wurden.
  • Die Brücke der Deutschen Einheit (auch Talavera-Brücke genannt, nach dem großen Volksfest- und Parkplatz auf der linken Mainseite) ist die jüngste Brücke. Die Schrägseilbrücke überquert den Main und ein Hafenbecken.
  • Die Friedensbrücke wurde 1888 als Luitpoldbrücke erbaut und nach dem Zweiten Weltkrieg umbenannt.
  • Die Konrad-Adenauer-Brücke ist die südlichste der vier Straßenbrücken. Die Spannbetonbrücke wurde von 1965 bis 1967 erbaut.
  • Die Ludwigsbrücke wurde 1895 erbaut und ist in der Bevölkerung wegen der vier Löwenstatuen an den beiden Auffahrten zur Brücke auch als Löwenbrücke geläufig.
  • Die Laurentiusbrücke, auch als Zeller Brücke bekannt, verbindet Würzburgs neuen Hafen mit Zell am Main.
  • Der Sebastian-Kneipp-Steg wurde am 22. Juli 1978 eingeweiht und ist eine reine Fußgängerbrücke.

Brunnen

  • Frankoniabrunnen vor der Residenz
  • Vierröhrenbrunnen am Grafeneckart, der von Balthasar Neumann 1727 entworfen und gemeinschaftlich von Jacob von der Auvera und Johann Peter Wagner ausgeführt wurde. Auf dem Obelisk des Brunnens steht Frankonia mit Herzogschwert und Fahne. Oberhalb der Brunnenschale werden die vier Tugenden Tapferkeit, Weisheit, Mäßigkeit und Gerechtigkeit dargestellt. Mit einem Kanalsystem zu diesem Brunnen wurde von Balthasar Neumann erstmalig die Frischwasserversorgung von Würzburg hergestellt.
  • Kiliansbrunnen am Bahnhof

Modelle der Bauwerke für Blinde

Vor einzelnen markanten Bauwerken stehen abtastbare Modelle. Sie sind profiliert und aus Metall gefertigt und erleichtern es den Blinden, sich eine Vorstellung von den Größenverhältnissen, Innenhöfen, Dachneigungen, Türmen und Zinnen zu machen. Standorte der Tastmodelle:

  • Rathaus: Südeingang beim Grafeneckart
  • Dom: Kiliansplatz, zwischen Dom und Dom-Museum
  • Residenz: Zwischen dem Eingang der Hofkirche und dem Tor zum Hofgarten
  • Alte Mainbrücke: Linksmainisch (Festungsseite) am Brückenaufgang
  • Kirche St. Adalbero im Stadtteil Sanderau

Öffentlich zugängliche Würzburger Gärten und Parks

Jedem Besucher sofort ins Auge fallend ist der Ringpark, der anstelle der früheren Befestigungsanlage halbkreisförmig um die Altstadt von Mainufer (Friedensbrücke) zu Mainufer (Ludwigsbrücke) verläuft. Er ist 3,3 km lang und bis zu 240 m breit. Er wird von Hauptbahnhof und Berliner Platz unterbrochen, grenzt an den Hauptfriedhof und ist von der Residenz durch eine hohe Mauer getrennt. Markante und exotische Bäume im Park sind mit deutscher und lateinischer Bezeichnung spezifiziert.

Der Hofgarten liegt hinter der Residenz und vor der ehemaligen Stadtbastion (heute Ringpark). Er bietet Buchen, Laubengänge, Brunnen und Blumen und steigt über drei Terrassen an. Im „Südgarten“ ist das Wasserbassin der Mittelpunkt. Im östlich an der Residenz gelegenen Gartenteil ist der Hang zur ehemaligen Stadtbastion durch Treppen zu ersteigen. Laubenartige Gänge führen bogenförmig um das Areal.

Das Lusamgärtchen am übrig gebliebenen Kreuzgangflügel des Neumünsterstifts ist eine sehr kleine Oase der Ruhe mitten in der Stadt. Dort wird von den Besuchern auch des Walther von der Vogelweide gedacht.

Der Garten hinter dem Juliusspital ist zur Erholung der Patienten, aber auch über den Torbogen der Zehntscheuer für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier befand sich 1696 bis 1854 der Alte botanische Garten, von dem noch Teile des Baumbestands zeugen.

Das ehemalige Landesgartenschaugelände von 1990. Es besteht aus zwei Teilen: dem unteren Teil mit der markanten Pyramide, dem Sieboldgarten und dem Ökohaus, von der Dreikronenstraße bis zum Nautiland, sowie dem oberen Teil, der sich vom Zeller Tor aus, unter der Zellerstraße durch, den Festungsberg hoch und über die Schrebergartensiedlung bis zur Festung Marienberg erstreckt. Im oberen Teil findet sich unter anderem ein Wasserspielplatz sowie Teilbereiche, die von Würzburgs Partnerstädten angelegt wurden.

Die Leonhard-Frank-Promenade (linksmainischer Grünstreifen am Ufer zwischen Alter Mainbrücke und Talavera) ist an heißen Sommerabenden ein erfrischender Aufenthaltsort.

Der Fürstengarten der Festung Marienberg entstand auf einer früheren Geschützplattform der Festung und bietet deswegen eine besondere Aussicht auf die Stadt. Er wurde nach Vorbild der italienischen „giardini secreti“ angelegt.

Der Botanische Garten der Universität am Dallenberg umfasst Bauerngarten, exotische Nutzpflanzen und unterschiedliche Baumarten.

Aussichtspunkte

  • Aussichtsturm Frankenwarte, 1894 durch den Verschönerungsverein Würzburg erbauter Turm auf dem Nikolausberg
  • Bismarckturm im Bismarckswäldchen oberhalb des Weinberges am Stein (in der Nähe liegt der Sender Würzburg-Stadt)
  • Im Stadtteil Keesburg befindet sich die Volkssternwarte Würzburg

Nachtleben

Als Studentenstadt besitzt Würzburg ein aktives und vielfältiges Nachtleben mit einigen Diskotheken, Clubs, Bars, Kneipen und anderen gastronomischen Betrieben.

Weit über den fränkischen Raum hinaus bekannt ist in Würzburg die Diskothek Airport, eine der ältesten Großraumdiskotheken Deutschlands, die im Oktober 1983 eröffnet wurde.

An nicht-kommerziellen Nachtangeboten sind städtische Einrichtungen wie die Jugendeinrichtungen „Cairo“ und „Bechtolsheimer Hof“ (kurz: B-Hof) sowie das in evangelischer Trägerschaft befindliche „Immerhin“ erwähnenswert.

Persönlichkeiten

Bekannte Söhne und Töchter Würzburgs sowie weitere mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten sind in der Liste von Persönlichkeiten der Stadt Würzburg aufgeführt. Die zu Ehrenbürger ernannten Personen werden in der Liste der Ehrenbürger von Würzburg genannt.

Würzburg in Reiseberichten

Der 1917 in der Schweiz erschienene Band Poetenleben enthält einen launigen Bericht Robert Walsers über einen Aufenthalt in der Stadt. Darin wird unter anderem der Freizeitwert mainfränkischer Weinlokale in der Altstadt und auch einschlägiger Lokalitäten in den erwanderbaren Weinbergen um Würzburg herum lobend erwähnt. Auf seiner Reise von München nach Berlin hatte der junge Schweizer Poet im Sommer 1901 bei seinem Würzburger Freund, dem Dichter Max Dauthendey, einen achttägigen Unterwegshalt eingelegt.

Im 1927 veröffentlichten Reisebericht Das Wirtshaus im Spessart von Kurt Tucholsky (Pseudonym: Peter Panter) wird ein Ausflug mit Besuch auf der Festung Marienberg und Konsum des Steinweins erzählt.

Im Frühjahr 2008 berichtete der Schriftsteller Wladimir Kaminer im Monatsmagazin „Cicero“ in der Rubrik „Kaminers Reisen“ über einen Aufenthalt in Würzburg. Er beschrieb seine Wahrnehmungen rund um den Wahlkampf anlässlich der Kommunalwahl.

Lokale Spezialitäten

Würzburg ist das Zentrum des Frankenweins; auf dem Stadtgebiet befinden sich die bekannteste Frankenweinlage Würzburger Stein und die drei großen, traditionsreichen Weingüter mit jeweils saalartigen Weinstuben:

  • der Staatliche Hofkeller Würzburg (staatlich, früher fürsteigen) am Residenzplatz 3
  • das Juliusspital (kirchlich) in der Klinikstraße 1
  • das Bürgerspital zum Heiligen Geist (bürgerlich) in der Theaterstraße 19

Alle drei Weingüter bieten Führungen durch die Weinkeller und direkten Weinverkauf an.

Bekannte Weinlagen (Einzellagen) sind neben dem Stein die Lagen Abtsleite, Innere Leiste (südlich der Festung Marienberg), Kirchberg, Pfaffenberg, Schloßberg sowie Stein/Harfe (oberhalb des Hauptbahnhofs).

Eine weitere Besonderheit der Würzburger Trinkkultur sind die Bäcken, Weinstuben, in denen mitgebrachtes Essen verzehrt werden darf.

Außerdem hat Würzburg seit den 1980er Jahren seine eigene Würzburger Bratwurst.

Beinamen und Mottos

Bemerkenswert sind die verschiedenen Beinamen oder Mottos, die Würzburg in den letzten Jahrzehnten hatte:

  • Mitte der 1970er Jahre warb die Stadt mit dem Motto „Würzburg – Das Weinfaß an der Autobahn“, welches in großen Lettern auf hochkant gestellten Weinfassböden zu lesen war, die an allen Ausfallstraßen Würzburgs postiert wurden. Dieser Beiname wurde schnell von etlichen Reiseführern adaptiert und gab öfter Anlass für spöttische Bemerkungen.
  • Seit einigen Jahren nennt sich die Stadt „Europastadt Würzburg“ und verweist in diesem Zusammenhang auf die Verleihung des Europapreises durch den Europarat im Jahr 1973. Der Titel Europastadt ist jedoch kein offizieller Titel und hat nichts mit dem Europapreis zu tun, auch handelt es sich nicht um einen geschützten Begriff, auch wenn es auf einigen offiziellen Publikationen der Stadt den Anschein erwecken mag.
  • Der 1986 aus Vertretern von Handel, Gastronomie und Dienstleistung gegründete Förderkreis Würzburg macht Spaß e. V., 2005 umbenannt in Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ e. V., wirbt mit dem gleichnamigen Motto für seine Aktionen.
  • Zur 600-Jahr-Feier der Universität Würzburg im Jahre 2002 erhielten alle Ortsschilder den Zusatz Universitätsstadt. Dieser Zusatz wurde zeitweise auch bei Durchsagen am Würzburger Hauptbahnhof verwendet.
  • „Würzburg. Provinz auf Weltniveau“ lautet 2010 der Motto-Vorschlag der Würzburg AG. Dieser fiel allerdings bei der Bevölkerung und schließlich auch im Stadtrat durch.

Sonstiges

  • In Würzburg wurde am 13. Oktober 1945 die Christlich-Soziale Union in Bayern e. V. (CSU) gegründet.
  • Der Airbus A321-100 D-AIRU der Lufthansa ist auf den Namen der Stadt getauft worden.
  • Der ICE-Triebzug 406 080 trägt seit 2002 ebenfalls den Namen „Würzburg“. Es handelt sich hierbei um ein Mehrsystem-Fahrzeug, das auch für die Stromsysteme in der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und Frankreich ausgerüstet ist.
  • Das Eisenbahnmuseum Würzburg gab der Dampflok 52 7409 den Namen „Stadt Würzburg“. Sie trägt das Würzburger Wappen auf den Windleitblechen.
  • Der Würzburg-Riese (FuMg 65) und ''Würzburg'' (FuMg 39) waren Radar-Anlagen, die im Zweiten Weltkrieg das Eindringen alliierter Bomber und Jäger in den von Deutschland kontrollierten Luftraum anzeigen konnten.
  • 1946 wurde der Pfadfinderstamm Schwarzer Haufen Würzburg gegründet, dies war nur mit der Genehmigung der amerikanischen Besatzungsmacht möglich.
  • 1971 bis 1975 fand in Würzburg die sogenannte Würzburger Synode statt.
  • Das Würzburger Leitungswasser besitzt wegen des muschelkalkhaltigen Bodens eine äußerst hohe Wasserhärte.
  • Würzburg ist der Produktionsort für Teile der Außenaufnahmen des Filmes Lammbock.
  • „Würzburger Schlüssel“ wird eine Klassifikation psychischer Störungen aus dem Jahr 1933 genannt, die zu einer Differenzierung der psychischen Krankheiten führte und von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie entwickelt wurde.
  • Im Rahmen einer fränkischen Krimi-Nacht produzierte der Bayerische Rundfunk den in Würzburg spielenden Krimi Freiwild.
  • Ebenfalls in Würzburg und Umgebung produziert wurde das Jugenddrama Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung unter der Regie von Oliver Kienle.
  • Am 13. September 2010 begannen die Dreharbeiten für den Hollywood-Film Die drei Musketiere u. a. mit Orlando Bloom und Milla Jovovich in der Würzburger Residenz, der Festung Marienberg und auf der Alten Mainbrücke.
  • Auf der letzten Serie der D-Mark-Banknoten fand sich auf der 50-D-Mark-Banknote, links neben dem Porträt des Baumeisters Balthasar Neumann, eine Collage verschiedener historischer Bauwerke von Würzburg. Dort sind die Residenz, das alte Rathaus, die Festung Marienberg, die Schönbornkapelle am Dom, der Stift Haug, das Holztor und die Alte Mainbrücke zu sehen.

Spaziergänge in Würzburg

Stein-Wein-Pfad

Die bekannte Weinlage Stein wird durch diesen Spaziergang durch die Reben erschlossen. Der Startpunkt beim Weingut am Stein wird erreicht über Rotkreuz Straße und Rotkreuz Steige. Auf 20 Informationstafeln werden Rebsorten, Weingüter (Bürgerspital, Juliusspital, Staatlicher Hofkeller, private), Gesteinsarten, Terroir, altfränkische und neue Pflege der Weinstöcke vorgestellt. Der Weg führt über die Steinburg, den Pavillon Moltekeruh bis zum Bismarckturm und dann steil abwärts zum Ausgangspunkt beim Weingut am Stein. Würzburg ist neben Stuttgart und Wien die dritte Stadt, wo sich auf Stadtgebiet ein Weinberg befindet.

Planetenweg Würzburg

Der Weg durch die Gartenstadt Keesburg beginnt mit der Sonne, dem Zentralgestirn unseres Sonnensystems, am Spielplatz am Oberen Neubergweg und endet nach der Kettelerstraße am Sieboldswäldchen mit dem Planeten Pluto. Auf 2,5 Kilometern Länge werden die Entfernungen zwischen den Planeten ( Merkur, Venus, Erde, Mars, Asteroiden, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto) im Maßstab 1 zu 1,2 Milliarden beschritten. Auf Steinstelen mit Metalltafeln werden die Eckdaten zu dem jeweiligen Planeten vermittelt.

Wege zur Festung Marienberg

  • Der direkte Weg von der Alten Mainbrücke über die Tellsteige führt am Bauernkriegsdenkmal vorbei durch das Neutor. Er vermittelt die Steillage der Festung und weist starke Steigungen auf.
  • Über den Ost- und Südhang des Marienbergs führt von der Kirche St. Burkard der "Weinwanderweg Schlossberg und Leiste" durch die Weinlagen zur Festung. Er vermittelt die Bauweise der äußeren Bastionen und führt am Maschikuliturm vorbei.
  • Von der Friedensbrücke führt ein Weg durch die Parkanlage des Landesgartenschaugeländes von 1990 zur Festung. Er vermittelt die Dimensionen der Burg- und Befestigungsanlage (Höhe und Länge der Schutzmauern).

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Würzburg

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