Stadtplan Ritterhude
Gemeinde
Ritterhude
Riesstr.40
27721 Ritterhude

http://www.ritterhude.de

Ritterhude

160pxAbb. 1 Wappen von Ritterhude
Basisdaten
Bundesland Niedersachsen
Höhe 10 m
Fläche 32.86 km2
PLZ 27721
Vorwahl 04292
Kfz OHZ
Gliederung 6 Ortsteile
Website www.ritterhude.de
Bürgermeisterin Susanne Geils (SPD)

Ritterhude (Plattdeutsch ) ist eine niedersächsische Gemeinde im Landkreis Osterholz. Sie liegt nördlich der Stadt Bremen (Freie Hansestadt Bremen) mit einer zehn Kilometer langen gemeinsamen Landes- und Stadtgrenze.

Geographie

Geographische Lage

Ritterhude liegt nördlich/nordöstlich von Bremen, östlich von Schwanewede, südlich von der Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck und westlich von Lilienthal.

Der Naturraum wird durch die Marsch-, Moor- und Schwemmlandschaft der Hamme- und Wümme-Niederung und die eiszeitlich geprägte Geestlandschaft mit ihren Sand- und Lehmböden bestimmt.

Gemeindegliederung

Die heutige Gemeinde Ritterhude besteht aus den ehemals selbstständigen Orten Ritterhude (7700 Einwohner), Platjenwerbe (2300 Einwohner), Ihlpohl (2000 Einwohner), Lesumstotel (800 Einwohner), Stendorf (600 Einwohner) und Werschenrege (400 Einwohner).

Geschichte

Name

1182 wurde Ritterhude als Hude (Plattdeutsch Hu’e) erstmals in einer Urkunde des Klosters Osterholz erwähnt. Die Hude-Orte gehören zu einer Gruppe weniger noch bestehender Ortsnamen wie Hude (Oldenburg) oder Hude (Nordfriesland). Zudem sind einige Hundert Präfixe (Vorsilben) und Suffixe (Nachsilben) zu Ortsnamen gebildet worden, die in Norddeutschland, in den Niederlanden (-hijde) und in England (-hithe) verbreitet sind.

Mittelalter

Das Geschlecht von der Hude wurde 1185 erstmals in einer Urkunde genannt. Die Burg Huda diente 1309, gemäß dem Bremer Urkundenbuch, zur Bewachung der Furt über die Hamme als einzigen Heerweg von Hamburg nach Bremen. 1380 gelobten die Ritter und Knappen von der Hude, dass „unze Slot“ ein offenes Schloss sein soll und so entging es der Zerstörung.

Neuzeit

Nach dem ältesten Register der freien Dämme lebten 1568 auf dem Damthor Hude 52 Familien. Die Zahl stieg gemäß der Schatz- und Contributionsbeschreibung bis 1635 auf 89 Familien.

1712 vernichtete ein Großbrand 56 Gebäude, darunter eine Wasser-Mühle. 1757 wurden Schloss und Dammbrücke im Siebenjährigen Krieg zerstört.

1774, nach dem Tode von Friedrich August von der Hude, dem letzten seines Stammes in Ritterhude, erwarb Georg Gröning, späterer Ratsherr, Senator und Bürgermeister von Bremen, das Dammgut.

1850 wurde das Gericht Ritterhude mit den Orten Ritterhude, Osterhagen-Ihlpohl und Werschenrege (mit Erve, Loge, Ovelgönne), Heilshorn, Hülseberg/Isehorn, Buschhausen und Vor-Scharmbeckstotel mit dem Amt Osterholz vereint. 1854 durfte in Ritterhude erstmals ein Gemeinderat gewählt werden.

20. und 21. Jahrhundert

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden folgende Gebäude erstellt: 1912 die Turnhalle, 1925 die Linden-Apotheke, 1927 das Pfarrhaus mit Konfirmandensaal, 1930 die Riesschule und 1931 das Postamt. Außerdem wurde um 1926/30 die Landstraße zwischen Schlossbrücke und Nordseite ausgebaut.

1999 erfolgte der Umbau der Mehrzweckhalle zu einem Veranstaltungszentrum. Das Rathaus von 1927 wurde 2000 umgebaut. Seit 2004 darf Ritterhude auch den plattdeutschen Ortsnamen Hu’e offiziell auf den Ortseingangstafeln führen.

Eingemeindungen

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Lesumstotel, Osterhagen-Ihlpohl, Platjenwerbe, Stendorf und Werschenrege eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

Gemeinde, ab 1974 Ortsteil Ritterhude

  • 1949: 5711 Einwohner (davon 2039 Flüchtlinge)
  • 1961: 5944 Einwohner
  • 1970: 7472 Einwohner
  • 1974: 7700 Einwohner (ungefähre Angabe)

Gemeinden, aus denen im Jahr 1974 die Einheitsgemeinde Ritterhude gebildet wurde

Gemeinde 1961 1970 19741
Ritterhude 5944 7472 7700
Lesumstotel 362 445 800
Osterhagen-Ihlpohl 1452 1678 2000
Platjenwerbe 1408 1770 2300
Stendorf 574 546 600
Werschenrege 272 305 400

Anmerkung:
1 1974: ungefähre Angaben

Gemeinde Ritterhude ab 1974

  • 1961: 10.012 Einwohner
  • 1970: 12.216 Einwohner
  • 1974: 13.800 Einwohner (ungefähre Angabe)
  • 1980: 13.006 Einwohner
  • 1990: 13.274 Einwohner
  • 2000: 13.950 Einwohner
  • 2010: 14.658 Einwohner

Politik

Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Ritterhude besteht aus 31 Ratsmitgliedern (30 Ratsfrauen und Ratsherren sowie der hauptamtliche Bürgermeister/die hauptamtliche Bürgermeisterin).

Sitzverteilung:Kommunalwahl SPD CDU Grüne FDP WG Ritterhude Bürgerfraktion
Ritterhude
Gesamt
9. September 2001 12 11 3 1 3 - = 30 Sitze
10. September 2006 13 10 3 2 2 - = 30 Sitze
11. September 2011 12 7 6 1 1 3 = 30 Sitze

Städtepartnerschaften

Die Gemeinde Ritterhude unterhält Partnerschaften

  • seit 1989 mit der Stadt Val de Reuil im Kanton Val-de-Reuil in Frankreich,
  • seit 1994 mit der Stadt Sztum in Polen,
  • seit 1991 mit der brandenburgischen Stadt Bad Belzig,
  • seit 1967 mit der Gemeinde Scheemda in den Niederlanden, die nicht urkundlich verbrieft ist.
  • Außerdem besteht eine Patenschaft mit Ortsteilen der philippinischen Stadt Sagay (Camiguin).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Im Zentrum der Gemeinde prägen denkmalgeschützte Gebäude in Backsteinarchitektur das Ortsbild, welche von den in Ritterhude gebürtigen und Ende des 19. Jahrhunderts in die USA ausgewanderten Gebrüdern Ries gestiftet wurden. Es handelt sich um die Turnhalle (1912), die Apotheke (1926), das Rathaus (1928), das Pfarrhaus (1929), die Ries-Schule (1930) und die Post (1932).

Die evangelische St.-Johannes-Kirche wurde 1792 anstelle eines Vorgängerbaus aus Fachwerk errichtet und 1908 sowie 1929 umgebaut. Unter anderem wurde das Fachwerk der Außenwände durch Backsteinmauern ersetzt. Der Turm in Ziegelbauweise wurde 1892 angebaut und 1936 aufgestockt.

Die baulichen Ursprünge des von einer Graft umgebenen Hauptgebäudes des Dammgutes, eines Adelssitzes, reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück.

Die im Ortszentrum befindliche ehemalige Windmühle, von der der 1876 bis 1880 errichtete Unterbau erhalten ist, wurde nach der im April 2006 begonnenen Instandsetzung am 3. August 2007 eingeweiht und wird seitdem für kulturelle Zwecke genutzt.

Die Ritterhuder Schleuse an der Hamme wurde 1874/75 errichtet und steht seit 1985 unter Denkmalschutz.

Auf dem jüdischen Friedhof an der Ecke Am Schafkoven/Lesumstoteler Straße, der von 1780 bis 1938 belegt wurde, sind 29 Grabsteine vorhanden. Der Friedhof ist ein geschütztes Baudenkmal.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich in der Gemeinde ausgerichtet werden das Hammefest am ersten September-Wochenende auf der Riesstraße, das Osterfeuer am Schützenplatz, das Schützenfest, das Erntefest in Lesumstotel/Werschenrege und der Beaujolais-primeur-Anstich im Rathaus.

Seit 2006 gibt es die Ritterhuder Torfnacht, ein Open-Air-Konzert auf dem Außengelände des Hamme Forum (ehemals Ritterhuder Veranstaltungszentrums) und den Internationalen Ritterhuder Judo-Hamme-Pokal der Mädchen und Jungen.

Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft

Ritterhude ist Teil der europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg. Von den 3549 Beschäftigten kommen aus den Bereichen Produzierendes Gewerbe 33 Prozent, Handel, Gastgewerbe und Verkehr 31 Prozent sowie Dienstleistungen 36 Prozent. Ritterhude verzeichnet 2930 Einpendler und 4491 Auspendler; vornehmlich aus und nach Bremen (alle Zahlen aus 2010).

Von dem Netz von Gewerbegebieten mit Flächen von 1,3 bis 27,1 Hektar sind zu nennen

  • der Gewerbepark Ritterhude,
  • das Gewerbegebiet Ihlpohl,
  • das Gewerbegebiet Auf dem Radberg/Stendorfer Straße,
  • sowie die kleineren, in die Siedlungsstruktur integrierten, Gewerbegebiete Kiepelbergstraße, Am Großen Geeren, An der Ihle, Lesumstotel und
  • das Sondergebiet Heidkamp für den Einzelhandel.

Als größere und ältere Firmen sind in Ritterhude zu nennen

  • die Linpac Packaging GmbH in der chemischen Industrie,
  • die Lubrizol Deutschland GmbH in der chemische Industrie,
  • die Hoefs Maschinenbau GmbH für Metall-, Maschinen- und Stahlbau sowie Autokran- Baumaschinenvermietung
  • die Thiele & Fendel Bremen GmbH & Co. KG für Heizungs-, Sanitär- und Klimaanlagen,
  • die Klenke Elektrotechnik GmbH & Co. KG für Elektro- und Sicherheitstechnik
  • die Kähler Baumaschinen GmbH & Co.KG
  • die BKE Jens Fislage Büro- und Kommunikationseinrichtungen.

Verkehr

  • Ritterhude ist Haltepunkt der S-Bahnen auf der Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven. Für den praktisch (nicht verwaltungstechnisch) eher mit Bremen verflochtenen Ortsteil Platjenwerbe ist der nähergelegene Haltepunkt Bremen-Lesum an der Bahnstrecke Bremen-Vegesack–Bremen relevanter.
  • Die Gemeinde liegt verkehrsgünstig an der A 27 (Cuxhaven–Bremerhaven–Bremen–Walsrode) und der B 74 (Bremen–Stade). Die Anschlussstelle Ritterhude Süd der A27 befindet sich auf Höhe des Autobahndreiecks zur A 281, welche als zukünftige Weserquerung eine wichtige Rolle in der verkehrstechnischen Anbindung des nordwestdeutschen Raumes (z. B. Richtung Oldenburg) einnimmt.

Öffentliche Einrichtungen

Allgemein

  • Rathaus Ritterhude
  • Freiwillige Feuerwehr in Ritterhude mit den Ortsfeuerwehren Ihlpohl, Lesumstotel/Werschenrege, Platjenwerbe, Ritterhude und Stendorf sowie der Jugendfeuerwehr Ritterhude
  • Polizei Ritterhude

Bildung

  • Grundschule Ritterhude
  • Grundschule Ihlpohl
  • Grundschule Platjenwerbe
  • Schulzentrum Moormannskamp: Haupt- und Realschule Ritterhude
  • Gymnasium Ritterhude, seit 2007/2008 auch Oberstufe
  • Riesschule: seit 2008 Oberstufe des Gymnasiums
  • Zivildienstschule Bremen/Ritterhude

Sozialeinrichtungen

  • Krankenhauswesen: nächstgelegene Akutkrankenhäuser: Klinikum Bremen-Nord, Residenz-Klinik Lilienthal und Kreiskrankenhaus Osterholz.
  • Kindertagesstätte Goethestraße
  • Kindergarten Lehmbarg
  • Kindertagesstätte Stendorf
  • Jugendfreizeitheim Ritterhude
  • Sozialstation der Gemeinde Ritterhude
  • Bellvita Sozialeinrichtungen
  • Seniorenzentrum Haus Christian
  • Wohnpark Am Dammgut

Kirchen

  • Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Johannes
  • Ev.-luth. Kirchengemeinde Werschenrege
  • Kath. Kirchengemeinde St. Birgitta

Sport

  • BSG Hüderbeek
  • TSV Lesumstotel
  • ASV Ihlpohl
  • SG Platjenwerbe
  • RSG Platjenwerbe
  • FSC Stendorf
  • DLRG-Ortsgruppe Ritterhude
  • RC Tempo Ritterhude
  • TuSG Ritterhude
  • ASC Ritterhude
  • Frauensportclub in Ritterhude

Persönlichkeiten

  • Karl-Heinz Geils (* 20. Mai 1955), ehemaliger deutscher Bundesliga-Fußballspieler.

Weblinks

  • http://www.ritterhude.de/
  • http://www.heimatverein-platjenwerbe.de/

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ritterhude

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