Stadtplan Bocholt
Stadt Bocholt
Vermessungsamt
Berliner Platz 1
46395 Bocholt

http://www.bocholt.de

Bocholt

160pxAbb. 1 Wappen von Bocholt
Basisdaten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Kreis Borken
Höhe 25 m
Fläche 119.37 km2
PLZ 46361–46399
Vorwahl 02871 (außer Suderwick) 02874 (Suderwick)
Kfz BOR, AH, BOH
Gliederung 13 Stadtteile
Adresse der Verwaltung Berliner Platz 1
46395 Bocholt
Website www.bocholt.de
Bürgermeister Peter Nebelo (SPD)

Die Stadt Bocholt (niederdeutsch: Bokelt) liegt im westlichen Münsterland im Nordwesten des Bundeslands Nordrhein-Westfalen und ist die mit Abstand größte Stadt des Kreises Borken im Regierungsbezirk Münster.Außerdem ist Bocholt die zweitgrößte deutsche Grenzstadt an der deutsch-niederländischen Grenze.

Geographie

Geographische Lage

Bocholt gehört politisch und kulturhistorisch zum westlichen Münsterland, landschaftlich jedoch bereits zum Niederrheinischen Tiefland. Während der Westteil der Stadt mit einer Höhenlage zwischen 15 und 25 Metern über Normalnull dem Naturraum Isselebene zugeordnet wird, gehört der Osten (Stadtteile Barlo, Stenern und Biemenhorst mit bis 48 m ü. NN) zum Naturraum Niederrheinische Sandplatten und markiert den fließenden landschaftlichen Übergang zum Westmünsterland.

Die Stadtgrenze ist im Norden zugleich die Staatsgrenze zu den Niederlanden, im Südwesten zugleich die Grenze zum Kreis Wesel und somit auch die Grenze zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Ebenso bildet sie die Grenze zwischen dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, dem Bocholt über den Kreis Borken angehört, und dem Landschaftsverband Rheinland. Durch Bocholt fließt die Bocholter Aa.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Die Gesamtfläche des Stadtgebietes beträgt rund 119 Quadratkilometer, wovon 65,9 % landwirtschaftlich genutzt werden. 6,7 % sind Waldfläche, 1,8 % Wasserfläche, 2,1 % Erholungs- und Grünanlagen, 15,9 % Hof- und Gebäudeflächen, 6,9 % Straßen, Wege und Plätze und 0,8 % sonstige Flächen.

Gliederung

Amt Liedern-Werth COA.svg|miniatur|100px|Wappen des ''Amtes Liedern-Werth'' (1948–1975)<ref>Artikel ''Amt Liedern-Werth (Kreis Borken) im Portal ''GenWiki'', abgerufen am 30. März 2013</ref> mit der ehemaligen Bockwindmühle von Spork als Symbol">Amt Liedern-Werth COA.svg|miniatur|100px|Wappen des ''Amtes Liedern-Werth'' (1948–1975)<ref>Artikel ''Amt Liedern-Werth (Kreis Borken) im Portal ''GenWiki'', abgerufen am 30. März 2013</ref> mit der ehemaligen Bockwindmühle von Spork als SymbolBocholt ist laut Hauptsatzung in sieben Stadtbezirke unterteilt: Mitte, Nordost, Ost, Südost, Südwest, West, Nordwest.

Für statistische Zwecke unterteilt die Stadt Bocholt das Stadtgebiet in 32 Bezirke. Das Gebiet der Stadt Bocholt in den Grenzen von 1975 wird als „Bocholt alt“ bezeichnet. Darunter sind insgesamt zentrale 21 Bezirke zusammengefasst. Die weiteren 11 Bezirke, vormals Verwaltungsgebiet des Amtes Liedern-Werth, sind in alphabetischer Reihenfolge Barlo, Biemenhorst, Hemden, Holtwick, Lankern, Liedern, Lowick, Mussum, Spork, Stenern, Suderwick.

Nachbargemeinden


Klima

Das Klima des Niederrheinischen Tieflandes ist ein gemäßigtes mit deutlich maritimem Einfluss, sodass die Winter sehr mild und die Sommer mäßig warm ausfallen. Im langjährigen Mittel gibt es jährlich nur zwölf Schneedeckentage, rund fünfzig Frosttage und nur zehn Eistage (Dauerfrosttage). Es gibt außerdem rund 34 Sommertage (Tagesmaximum 25 °C oder mehr) und sechs bis sieben heiße Tage (30 °C oder mehr) im Mittel. Im langjährigen Mittel 1981–2010 liegt die Lufttemperatur bei 10,5 °C und es fallen rund 812 mm Niederschlag.

Geschichte

Mittelalter

In den Annales regni Francorum aus dem 8. und 9. Jahrhundert wurde Bocholt als „Bohholz“ erstmalig erwähnt. Der Ort erhielt 1222 Stadtrechte nach Münsterschem Vorbild durch Dietrich III. von Isenberg, den Bischof von Münster. Bocholt wird traditionell als „Buchenholz“ gedeutet. Auf diese Etymologie deuten die mittelalterlichen Stadtsiegel hin, die als sogenannte redende Siegel sämtlich einen Baum als Siegelbild zeigen, der auf dem Stadtsiegel von 1302 eindeutig als Buche zu identifizieren ist. Von Einheimischen wird die Stadt auf plattdeutsch „Bokelt“ genannt. Der Wahlspruch eingefleischter Bocholter lautet (auf Bocholter Plattdeutsch): „Nörgens bäter as in Bokelt“ (Nirgends besser als in Bocholt).

Im Mittelalter wuchs die Siedlung um eine Anfang des 9. Jahrhunderts gegründete „Urpfarre“ und einen bischöflichen Haupthof an einem Übergang über die Aa. Die Stadterhebung diente der Sicherung der fürstbischöflichen Macht im Westen des Bistums. Die Entwicklung der Stadt verlief gut, im 14. Jahrhundert musste das befestigte Stadtgebiet erweitert werden, eine zweite Kirche wurde errichtet – die jedoch bis ins 20. Jahrhundert keine Pfarrrechte erhielt – und die Stadt wurde landtagsfähig. Im 15. Jahrhundert wurde die Stadtpfarrkirche St. Georg als gotische Hallenkirche neu erbaut, drei Klöster entstanden, am Ende des Jahrhunderts wirkte Israhel van Meckenem († 10. November 1503 in Bocholt) als Goldschmied und Kupferstecher in Bocholt.

Frühe Neuzeit

Mit Beginn der Neuzeit endete der Aufstieg der Stadt. Wegen ihrer Grenzlage litt die Bocholter Wirtschaft unter dem Achtzigjährigen Krieg. Im sogenannten spanischen Winter 1598/1599 war Bocholt monatelang von spanischen Truppen besetzt. Der Bau des Rathauses 1618/24 ist ein Indiz für eine Erholung des städtischen Wohlstands. Danach ruinierte der Dreißigjährige Krieg die Stadt: wiederholte Eroberungen und Plünderungen und eine kostspielige Besetzung durch hessische Truppen von 1635 bis 1650 verarmten Bocholt. Hinzu kamen verheerende Pestjahre. Zum wirtschaftlichen Niedergang kam der politische. Da die Stadt wie andere auch seit der Mitte des 16. Jahrhunderts mehrheitlich zum Protestantismus tendierte und sich allen landesherrlichen Rekatholisierungsversuchen widersetzte, verlor auch sie 1627 faktisch ihre städtische Selbständigkeit und erhielt sie nach erfolgter Gegenreformation nur eingeschränkt zurück.

Die Erholung dauerte Jahrhunderte. Mitte des 16. Jahrhunderts hatte die Stadt Zuzug von Kriegsflüchtlingen aus Brabant, die Kenntnisse in der Baumwollweberei mitbrachten und 1569 eine Baumwollgilde, das „Bomsidenambt“, gründeten. Die manuelle Textilherstellung aus Baumwolle wurde im Laufe der Zeit der wirtschaftliche Schwerpunkt Bocholts, freilich in Abhängigkeit von einem Baumwollimport über die Niederlande, der im 18. und frühen 19. Jahrhundert – speziell im Siebenjährigen Krieg und unter der napoleonischen Herrschaft – immer wieder Störungen unterlag.

Moderne

Durch den Frieden von Lunéville (1801), das Ende des Fürstbistums Münster (1802) und den Reichsdeputationshauptschluss (1803) gelangte die Stadt Bocholt unter die Herrschaft der Fürsten zu Salm-Salm und Salm-Kyrburg (siehe auch Adelsgeschlecht Salm), die in den Gebieten der vormals fürstbischöflichen Ämter Bocholt (einschließlich der Herrschaft Werth) und Ahaus sowie in den Gebieten der Herrschaften Anholt und Gemen das Fürstentum Salm errichteten. Die Stadt Bocholt avancierte zur Landeshauptstadt, indem die Fürsten dort in einem säkularisierten Damenstift die „Fürstlich Salmisch Gemeinschaftliche Regierung“ einrichteten. 1806 gehörte das Fürstentum Salm zu den Gründungsstaaten des Rheinbundes. 1811 wurde das Fürstentum Salm neben anderen Staaten von Frankreich annektiert, 1813 durch Preußen besetzt und wenig später durch den Wiener Kongress (1815) auch völkerrechtlich dem Königreich Preußen zugeordnet. Preußen ordnete Bocholt ein in den Kreis Borken, Regierungsbezirk Münster, Provinz Westfalen.

Die Industrialisierung, die in Bocholt 1852 mit der Aufstellung der ersten Dampfmaschine für eine Spinnerei begann, brachte vor allem ab 1871 einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden mindestens 114 Textilfirmen gegründet. Mit dem Aufstieg der Textilindustrie waren verbunden ein ebenso kräftiger Bevölkerungsanstieg (siehe Tabelle unten) und ein starker Ausbau der Infrastruktur: 1878 Anschluss an das Eisenbahn-, 1913 an das Elektrizitätsnetz; Krankenhausneubau 1875–1878, Schlachthof 1899/1900, Stadtgas 1901, Bahnhof 1904, Feuerwehr 1907, Amtsgericht 1910/11, Wasserleitung/Kanalisation 1911–1913, Friedhofsverlegung 1908, Alten- und Waisenhaus 1909/1910, Walderholungsstätte 1913, Schul-, Kirchen- und Klosterneubauten einhergingen.

Während die Wirtschaftsentwicklung im und nach dem Ersten Weltkrieg stagnierte bzw. stark schwankte, erreichte die städtische Eigenständigkeit 1923 mit der Errichtung des Stadtkreises Bocholt einen Höhepunkt. Politisch war Bocholt wegen der überwiegend katholischen Bevölkerung eine Hochburg des Zentrums. Die NS-Machtergreifung wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Sie wurde maßgeblich vorangetrieben durch den von der NSDAP eingesetzten Bürgermeister Fritz Emil Irrgang, der die Stadtverwaltung von 1934 bis 1939 führte. 1935-38 erhielt die Stadt in dem eigens dafür gebauten „Stadtwaldlager“ eine SA-Garnison der „Österreichischen Legion“, d.h. Emigranten des Dollfuß-Putsches, die 1938 wieder nach Österreich abzogen. Das Lager wurde im Zweiten Weltkrieg als Kriegsgefangenenlager (Stammlager VI F) genutzt, das zwischen 1942 und 1944 von Oberst Hans Jauch, dem Großvater von Günther Jauch, befehligt wurde. Auf dem ehemaligen Lagerfriedhof liegen über 1700 tote Sowjetsoldaten, die Ende 1941 im Lager starben. Die Stadt wurde am 22. März 1945 durch einen Bombenangriff zu ca. 85 % zerstört sowie am 29. und 30. März von britischen Truppen eingenommen.

Nach der Auflösung des Staates Preußen im Jahre 1947 und der Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen gehörte die Stadt zum Landesteil Westfalen-Lippe.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Bocholt zur Britischen Besatzungszone. Die Militärverwaltung richtete in dem vormaligen Kriegsgefangenenlager ein DP-Lager ein, zur Unterbringung so genannter Displaced Persons. Die Mehrzahl von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen, Estland, Litauen und Jugoslawien. Da viele DPs eine Repatriierung in den kommunistischen Machtbereich ablehnten und eine Auswanderung nach Übersee anstrebten, existierte das DP-Lager Bocholt noch bis Anfang der 1950er Jahre und war damit eines der letzten Lager in Westfalen. Später ging die Verwaltung auf das NRW-Sozialministerium über. Im Folgenden wurden Flüchtlinge des Kalten Krieges untergebracht: 1956 Ungarn, später DDR-Flüchtlinge.

Der Wiederaufbau in der Mitte des 20. Jahrhunderts gelang sehr rasch, was vornehmlich dem rasanten Wirtschaftsaufschwung der 1950er und 1960er Jahre zu verdanken war. Die Bocholter Textilindustrie konnte nur anfänglich an diesem Aufschwung teilnehmen und geriet zunehmend in Konkurrenz zu billigeren Auslandsprodukten. Folge war ein starker Rückgang dieses Industriezweigs. Dagegen prosperierten die Metall- und die Elektroindustrie, welche heute die lokale Wirtschaft bestimmen. Im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 stieg die Einwohnerzahl durch Eingemeindung von zehn Umlandgemeinden von ca. 49.000 auf ca. 65.000; die Fläche wuchs von 18,4 km² auf 119,4 km². Infolge dieser Erweiterung konnten der Industriepark Bocholt als weiträumiges Industriegebiet südwestlich der bebauten Stadtfläche im Stadtteil Mussum eingerichtet und das Krankenhaus aus dem Stadtkern ausgelagert werden.

Trotz erfolgreichen Wiederaufbaus und wirtschaftlichen Ausbaus konnte die Stadt ihre zentrale Stellung im Umland nicht beibehalten. Die Bahnverbindungen wurden bei Ausbau des Straßenverkehrsnetzes in den 1960er und 1970er Jahren bis auf die Rheinschienenanbindung nach Wesel stillgelegt, die Kreisfreiheit ging 1975 verloren, was u. a. das Aus des „BOH-Kennzeichens“ nach sich zog. Aufgrund einer Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung 2012 und einer Entscheidung des Kreistages vom 6. Dezember 2012 können Fahrzeughalter seit dem 1. Februar 2013 unabhängig von Ihrem Wohnort aber wieder das alte BOH- oder ein BOR- oder AH-Kennzeichen auswählen. Mit der Privatisierung von Bundesbahn und Bundespost in den 1990er Jahren wurden Bahnhof und Postamt zurückgestuft, das Gewerbegericht wurde verlegt. Durch die Fertigstellung eines Justizzentrums für Arbeits- und Amtsgericht sowie Staatsanwaltschaft Ende 2006 konnte der drohende Abzug der Justizbehörden abgewendet werden.

Ehrungen für die Stadt Bocholt

  • 1972 Verleihung der Ehrenfahne durch den Europarat in Straßburg als Anerkennung für das europäische Engagement der Stadt Bocholt; Ehrenbezeichnung „Gemeinde Europas“.
  • 1991 Verleihung der Ehrenplakette durch den Europarat.
  • 1993 Verleihung des Europapreises durch den Europarat.
  • 2004 und 2005 - Verleihung des Titels: „Virtuelles Rathaus Münsterland“
  • 2005 Verleihung des „European Energy Award“
  • 2005 - Gewinn des Titels „Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands“ unter 100.000 Einwohnern. Der Titel wird im Rahmen des vom Umweltbundesamt geförderten ADFC/BUND-Projektes „Umweltentlastung durch mehr Radverkehr“ verliehen.
  • 2006 Verleihung des Titels „Virtuelles Rathaus NRW 2006“
  • 2009 Klimakommune der Zukunft - Verleihung durch das Land NRW
  • 2009 „Logistik-Standort des Jahres in NRW“, verliehen durch den Verkehrswirtschaftsverbund „LogistikCluster NRW“
  • 2012 Gewinn des Titels „Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands“ unter 100.000 Einwohnern.
  • 2013 Gewinn des Titels „Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands“ unter 100.000 Einwohnern.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1975 wurde die bisher eigenständigen Gemeinden Barlo, Biemenhorst, Hemden, Holtwick, Liedern, Lowick, Mussum, Spork, Stenern und Suderwick eingegliedert. Auch ein Teil der aufgelösten Gemeinde Dingden kam hinzu.

Einwohnerentwicklung

Im Mittelalter hatte Bocholt nur wenige hundert und in der frühen Neuzeit einige tausend Einwohner. Die Bevölkerung wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So sank die Einwohnerzahl 1448 während der Soester Fehde, als Bocholt bombardiert wurde. Während einer Pestepidemie 1636/37 starben etwa die Hälfte der Bewohner. Auch im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) wurde die Stadt durch Heerzüge und Plünderungen in Mitleidenschaft gezogen. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1831 erst 4000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits über 20.000.

Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Bis Kriegsende wurden durch die alliierten Luftangriffe 85 Prozent der Gebäude zerstört. Die Bevölkerungszahl sank von 35.000 im Jahre 1939 auf nur noch 8000 im März 1945. Im Jahre 1974 lebten rund 48.000 Menschen in der Stadt. Durch zahlreiche Eingemeindungen von Ortschaften in der Umgebung stieg die Bevölkerungszahl am 1. Januar 1975 auf 66.000. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Bocholt nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 73.762 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern) - historischer Höchststand.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1789 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1498 1.800
1618 2.400
1637 1.200
1789 3.000
1. Dezember 1831 ¹ 4.000
1. Dezember 1840 ¹ 4.713
3. Dezember 1855 ¹ 5.016
1. Dezember 1871 ¹ 6.125
1. Dezember 1875 ¹ 7.000
1. Dezember 1880 ¹ 8.534
1. Dezember 1885 ¹ 10.600
1. Dezember 1890 ¹ 13.034
2. Dezember 1895 ¹ 16.273
Jahr Einwohner
1. Dezember 1900 ¹ 21.278
1. Dezember 1905 ¹ 23.912
1. Dezember 1910 ¹ 26.404
1. Dezember 1916 ¹ 22.474
5. Dezember 1917 ¹ 21.831
8. Oktober 1919 ¹ 24.934
16. Juni 1925 ¹ 30.182
16. Juni 1933 ¹ 33.441
17. Mai 1939 ¹ 35.099
31. Dezember 1945 29.443
29. Oktober 1946 ¹ 30.188
13. September 1950 ¹ 37.674
25. September 1956 ¹ 43.568
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 45.675
31. Dezember 1965 47.730
27. Mai 1970 ¹ 48.852
31. Dezember 1975 65.460
31. Dezember 1980 65.352
31. Dezember 1985 66.105
25. Mai 1987 ¹ 67.028
31. Dezember 1990 68.936
31. Dezember 1995 70.424
31. Dezember 2000 72.138
31. Dezember 2005 73.790
31. Dezember 2007 73.560
31. Dezember 2010 73.170
¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Stadtrat

Die Sitze im Stadtrat verteilen sich nach den Ergebnissen der Kommunalwahlen 1999, 2004 und 2009 folgendermaßen, wobei wegen der jeweils unterschiedlichen Größe des Stadtrats (50 Sitze ab 1999, 44 Sitze ab 2004, 46 Sitze ab 2009) die absoluten Zahlen nur eingeschränkt vergleichbar sind:

Partei 50 Sitze
1999
44 Sitze
2004
46 Sitze
2009
CDU 28 22 21
SPD 15 13 14
GRÜNE 3 3 4
Stadtpartei 2 3 3
FDP 1 2 3
UWG 1 1
LINKE 1

Bürgermeister

Bisherige Oberbürgermeister:

  • Otto Schmitz (Zentrum) 1921 bis 1933
  • Wilhelm Brockhoff, kommissar. 1933 bis 1934
  • Fritz Emil Irrgang (NSDAP) von 1934 bis 1939
  • Franz Rottmann (NSDAP) 1939 bis 1945
  • Wilhelm Benölken (CDU) von 1945 bis 1946
  • Wilhelm van Laak (CDU) von 1946 bis 1947
  • August Göwert sen. (CDU) von 1947 bis 1948
  • Otto Kemper (CDU) von 1948 bis 1964
  • Günther Hochgartz (CDU) von 1964 bis 1974

Bisherige Bürgermeister:

  • Günther Hochgartz (CDU) von 1975 bis 1983
  • Bernhard Demming (CDU) von 1983 bis 1994
  • Christel Feldhaar (CDU) von 1994 bis 1999

Hauptamtliche Bürgermeister:

Seit 1999 gibt es in Nordrhein-Westfalen einen hauptamtlichen, durch Volkswahl bestimmten Beamten, der der städtischen Verwaltung vorsteht und die Sitzungen des Stadtrates mit Stimmrecht leitet, ohne ihm jedoch anzugehören. Er führt in kreisabhängigen Städten und Gemeinden den Titel Bürgermeister.

  • Klaus Ehling (CDU) von 1999 bis 2004
  • Peter Nebelo (SPD) seit Oktober 2004

Wappen und Flagge

Wappen

Die amtliche Wappenbeschreibung (Blasonierung) lautet: Die Wappengenehmigung wurde am 6. März 1930 durch das preußische Staatsministerium erteilt. Vorlage des Wappens ist das große Stadtsiegel, dessen Gebrauch erstmals 1302 nachweisbar ist. Schon 1284 ist auf einem nicht vollständig erhaltenen Stadtsiegel ein Baum zu erkennen. Auf einem nur rudimentär erhaltenen Stadtsiegel von 1259 sind sechs Blätter an langen glatten Zweigen erkennbar.

Banner und Flagge

Beschreibung der Flagge: „Die Stadtflagge besteht aus zwei Längsbahnen in den Farben weiß und grün. Sie kann in der Mitte das Stadtwappen tragen.“ Diese ungenaue Beschreibung der Hauptsatzung der Stadt Bocholt gibt keine Auskunft ob ein Banner, eine Flagge oder beides geführt wird.

Städtepartnerschaften

Die Stadt unterhält Städtepartnerschaften mit der gleichnamigen belgischen Gemeinde Bocholt (seit 1980), mit der französischen Stadt Aurillac (seit 1972) und mit Rossendale (seit 1977) in Großbritannien.

Zudem besteht seit 1985 eine Partnerschaft auf wirtschaftlicher Basis mit der chinesischen Stadt Wuxi.

Patenschaften

Patenschaften bestanden für das Schnellboot S-68 „Seeadler“ (1967–2007) und für den Airbus A300B4-603 (D-AIAU) „Bocholt“ der Lufthansa (1992–2009). Dieser hat nun einen Nachfolger: Zur Zeit fliegt ein Airbus A321-231 (D-AISO) der Lufthansa als „Bocholt“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Archive

  • Stadtarchiv
  • Pfarrarchiv St. Georg
  • Archiv der evang. Kirchengemeinde
  • Archiv der Firma Borgers
  • Archiv der Stadtsparkasse Bocholt

Museen

  • LWL-Industriemuseum, TextilWerk Bocholt mit Spinnerei und Weberei
  • Stadtmuseum Bocholt - Geschichte, Archäologie, Kunst und Kultur der Stadt in überwiegend gegenständlicher Überlieferung.
  • Handwerksmuseum
  • Kunsthaus - bildende Kunst, jährl. etwa zehn wechselnde Ausstellungen
  • Kunstkammer St. Georg - wertvolle, religiöse Kunstgegenstände
  • Schulmuseum St.-Georg-Gymnasium - Einblick in die 200-jährige Schulgeschichte, naturwissenschaftliche Abteilung

Bauwerke

  • St.-Georg-Kirche, spätgotischer Hallenbau (1415–86)
  • St.-Agnes-Kapelle, spätgotische ehemalige Augustinerinnenklosterkirche (1484)
  • Historisches Rathaus, im Stil der Niederländischen Renaissance (1618–24).
  • Pfarrkirche Liebfrauen, ehemals Klosterkirche der Minoriten, (1785–92), spätbarocker Stil, baulich erweitert 1912/13, umfangreich renoviert von 2006 bis April 2009
  • Haus Woord, (1792–95), Bürgerhaus im klassizistischen Stil.
  • Wasserturm Bocholt (1913)
  • Heilig-Kreuz-Kirche, entworfen von Dominikus Böhm (1936/1937)
  • St.-Paul-Kirche, entworfen von Gottfried Böhm 1966
  • Neues Rathaus mit Kulturzentrum am Berliner Platz, Architekt Gottfried Böhm (1977)
  • Neutorplatz und Shopping-Arkaden an der Aa, städtebauliches Großprojekt der 1990er Jahre.
  • Medienzentrum im alten Bahnhof mit Wandbildern von Fritz Baumgartner.
  • Schloss Diepenbrock - Barockes Wasserschloss im Stadtteil Barlo;
  • Herz-Jesu-Kirche (Bocholt), entworfen von Heinrich Bartmann 1960
  • Apostelkirche (Bocholt) mit der ehemals evangelischen Melanchthonschule (heute: Teil der Biemenhorster Grundschule), entworfen von der Architektengemeinschaft Hübotter-Ledeboer-Busch aus Hannover und Poelzig

Parks und Friedhofsanlagen

  • Bürgerpark Mosse
  • Langenbergpark mit dem Meckermann
  • Park am Kloster vom Guten Hirten
  • Ostpark an der Münsterstraße
  • Jüdischer Friedhof am Stadtwald
  • Russischer Kriegsgräber-Friedhof am Stadtwald
  • Städtischer Friedhof, Anlage mit Rondell und Wegestern, entworfen nach Gestaltungsprinzipien der „Reformgartenbewegung“ 1904

Natur und Freizeit

Natur

  • Stadtwald Bocholt
  • Hohenhorster Berge
  • Der Bocholter Aasee ist ein künstlicher See mit Freizeitanlagen. Das Gelände hat eine Gesamtfläche von 74 ha, die Wasserfläche beträgt 30 ha. Fertiggestellt wurde er 1983, die ausgehobene Erde wurde als Untergrund für den Bau der Bundesstraße 473 verwendet.
  • Naturschutzgebiet „Holtwicker Bach“ im Norden der Stadt

Freizeiteinrichtungen

  • Stadttheater
  • Spaß- und Freizeitbad Bahia
  • Tonwerke, privates Freibad des Bocholter Wassersportvereins
  • Shopping Arkaden (Bild rechts)
  • Alte Molkerei mit dem „Kulturort Alte Molkerei e. V.“
  • Musicscool, freie Musik- und Schauspielschule
  • Kinodrom, ein Kino mit neun Sälen und einer Jazzbar
  • Bowlingcenter 2000 direkt am Aasee
  • Kartbahn Cockpit in Bocholt (im Industriegebiet "Robert-Bosch-Straße" zwischen Bocholt und Rhede)
  • Stadtwaldsportpark, mit Indoor-Soccer und überdachten Tennis- und Squash-Anlagen

Sport

  • 1. FC Bocholt, TuB Bocholt und FC Olympia Bocholt 1911 e. V., die drei bekanntesten Fußballvereine Bocholts
  • Die 1. Volleyball-Männermannschaft vom TuB Bocholt spielt in der 2. Bundesliga Nord.
  • Der TC Watt Extra Bocholt spielt mit seiner Damenmannschaft in der 1. Tennis-Bundesliga.
  • Die 1. Triathlon-Herrenmannschaft das Team Roseversand Bocholter WSV startet in der 2. Bundesliga der DTU.
  • Die 1. Fußball-Damenmannschaft des BV Borussia Bocholt 1960 spielt in der Regionalliga West.
  • Der TuB Bocholt gehört mitgliedsmäßig zu den größten Vereinen in Nordrhein-Westfalen.
  • Der SC Budokan Bocholt ist einer der größten Judovereine in Nordrhein-Westfalen.
  • Die Tanzsportgarde des TSV Bocholt nahmen 2010, 2011, 2012 und 2013 an den Deutschen Meisterschaften teil.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Karnevalszug am Rosenmontag
  • Bocholt blüht: verkaufsoffener Sonntag (letzter Aprilsonntag) mit großem Oldtimertreffen
  • Bands in Town (30. April), Live-Musik in mehr als 15 Kneipen der Innenstadt
  • Bocholter Citylauf am ersten Samstag (außer 1.) im Mai
  • Aasee-Triathlon an einem Sonntag Mitte Juni
  • Bocholter Stadtfest (verkaufsoffener Sonntag im Juni)
  • Bocholter Weinfest an einem Wochenende im Juli mit Krönung der Bocholter Weinkönigin
  • Großes Bocholter Kürbisfest an einem Wochenende im September
  • Bokeltsen Treff: verkaufsoffener Sonntag Ende September
  • Bocholter Herbstkirmes (Freitag bis Montag um den dritten Sonntag im Oktober)
  • Bocholter Sankt-Martins-Zug Anfang November
  • Unheiliger Morgen am 24. Dezember (traditionelles Treffen zahlreicher Bocholter im Ravardiviertel der Innenstadt)

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Bocholt ist eine Industrie- und Einkaufsstadt. Durch ausgedehnte Fußgängerzonen und zwei Einkaufszentren in der Innenstadt werden viele Gäste aus dem Umland, besonders aus den Niederlanden, in die Stadt gezogen.

Der Siemens-Konzern ist der größte Arbeitgeber in Bocholt. Zum Siemens-Konzern gehört die ehemalige Flender AG, die im Jahr 2005 von Siemens übernommen wurde und heute Teil der Division Drive Technologies im Siemens Sector Industry ist. Darüber hinaus hat die Gigaset Communications GmbH (ehemals SHC) in Bocholt ein Werk für die Herstellung von Schnurlostelefonen (Gigaset).

Weitere große Arbeitgeber in Bocholt sind die Firmen Borgers, die Duvenbeck Unternehmensgruppe, die GILDE-Gruppe, Benning, LB-GmbH (ehem. WM-Group) mit div. Unternehmen in und um Bocholt, Olbrich, Sinnack, Elsinghorst, Pieron, Pergan, die Meier-Group, Verfahrenstechnik Hübers, die Scholten-Gruppe, die Grunewald-Group, die Bocholter-Transport-Gesellschaft und Roseversand.

Der Bocholter Industriepark im Südwesten der Stadt mit einer Bruttofläche von 235 ha ist das größte zusammenhängende, voll erschlossene Gewerbeflächenareal in ganz Nordrhein-Westfalen. Er zählt 200 Betriebe mit über 6000 Beschäftigten. Der Industriepark verfügt über einen direkten Anschluss an die B 67 und damit an die A 3 Arnheim/Oberhausen. Daneben existiert über das Industriestammgleis der Stadt Bocholt eine Gleisverbindung zum Bocholter Bahnhof. Bis Mitte 2010 ist eine Vergrößerung des Industrieparks um 20 ha nach Süden vorgesehen.

Das St. Agnes-Hospital Bocholt (Mitglied im Klinikverbund Westmünsterland) stellt mit 470 Planbetten die medizinische Versorgung in und um Bocholt sicher. Das Hospital ist einer der größten Arbeitgeber vor Ort. Angegliedert ist die Zentralschule für Gesundheitsberufe mit 150 Ausbildungsplätzen, die gemeinsam mit dem St.-Marien-Hospital Borken betrieben wird.

Die „Bocholter Energie- und Wasserversorgung GmbH“ (BEW) ist eine Gesellschaft der „Stadtwerke Bocholt GmbH“ und versorgt Bocholter Privat- und Geschäftskunden aus einer Hand mit Energie und Trinkwasser. Zudem gehören die „Bocholter Bädergesellschaft“, die das Erlebnisbad Bahia und das Fildekenbad betreibt, sowie die „Stadtbus Bocholt GmbH“ zur Gesellschaft. Wegen ihres stetigen Wachstums werden mittlerweile mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Logistikkonzern Kühne + Nagel unterhält in Bocholt ebenfalls eine Niederlassung.

Verkehr

Schienenverkehr

Der Bahnhof Bocholt liegt ungefähr 500 m südöstlich des Stadtzentrums an der Bocholter Bahn, die im Schienenpersonennahverkehr von der Regionalbahn „Der Bocholter“ (RB 32) Wesel–Bocholt mit Anschluss an den Rhein-Express (RE 5) in Wesel bedient wird. Früher war die Stadt der Endpunkt der grenzüberschreitenden Bahnstrecke Lichtenvoorde–Bocholt.

Zudem zweigt am Südkopf des Bahnhofs das Industriestammgleis der Stadt Bocholt zum Industriepark ab, ein Reststück der ehemaligen Bahnstrecke Empel-Rees–Isselburg–Bocholt–Coesfeld–Münster.

Busverkehr

Im Straßenpersonennahverkehr erschließendie Schnellbuslinie S75 nach Münster über Rhede, Borken,die Regionalbuslinien 61 nach Rees über Isselburg und 64 nach Wesel über Hamminkeln,die stündlich verkehrende Regionalbuslinie R51 nach Coesfeld,zwei internationale Buslinien nach Dinxperlo (NL) und Doetinchem (NL, TaxiBus (Bedarfslinie)) sowieein Stadtbusnetz der Stadtbus Bocholt GmbH, die halbstündlich (Mo-Sa, kein Abendverkehr) verkehren,die Region und das Stadtgebiet.Darüber hinaus gibt es bedarfsorientierte Anrufbus-Linien.

Zudem gibt es Verbindungen nach Vreden und Rees-Millingen.

Ein Nachtbus verkehrt an Wochenenden zwischen Bocholt und Legden.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Münsterland (VGM), auf der RB 32 der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Straßen

Bocholt ist über die B 473 an die A 3 (E 35) angebunden. Durch das Stadtgebiet führte die ehemalige B 67. Um diese zu entlasten, wurde die B 67n gebaut. Zunächst wurde sie bis Rhede fertiggestellt. Seit 2010 ist diese Schnellstraße fertig ausgebaut und verbindet die A 3 mit der A 31. Sie ist auch Teil des geplanten „äußeren Rings“ von Bocholt, bestehend aus dem Ostring, der B 67 als Südring, der L 602 als Westring und dem noch zu planenden Nordring.

Die alte Siedlungsstruktur kann man anhand der Straßenführung innerhalb Bocholts erkennen. So führen aus allen Himmelsrichtungen große Einfallstraßen in Richtung Innenstadt, die vom mehrspurigen Innenstadtring umgeben wird. Innerhalb des Stadtrings sind vorwiegend Fußgängerzonen und Einbahnstraßen ausgewiesen. Da Bocholt wegen der Shoppingcenter viele Tagestouristen aus dem Umland anzieht, wurde ein elektronisches Parkleitsystem installiert. Es informiert die Autofahrer beim Befahren des Innenstadtrings, wo wie viele Parkplätze noch frei sind und leitet gegebenenfalls den Verkehr weiter.

Der Verkehr in Richtung Niederlande wird seit Sommer 2006 von der B 473/L 602 kommend durch den Westringtunnel an der Innenstadt vorbeigeführt.

Fahrradstadt Bocholt

Bocholt ist eine ausgesprochene Fahrradstadt, fast jeder Bürger besitzt ein oder mehrere Räder, das Radwegenetz ist weitläufig und komfortabel ausgebaut.Im Sommer müssen auswärtige Autofahrer auf der Hut sein wegen des starken Radverkehrs in der Stadt, und selbst im Winter benutzen viele Bürger ausschließlich ihren Drahtesel. Gruppenausflüge mit dem Fahrrad, so genannte „Pättkestouren“, sind besonders im Frühjahr beliebt.

In den Jahren 2005, 2012 und 2013 gewann die Stadt Bocholt den vom ADFC und BUND verliehenen Titel „Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands“ in der Kategorie der Städte unter 100.000 Einwohner. Bocholt ist die erste Stadt Deutschlands, die eine bewachte Fahrradstation an einem Bustreff und nicht an einem Bahnhof errichten ließ. Eine zweite Radstation am Bocholter Bahnhof ist 2008 in Betrieb gegangen.

Im September 2010 gab Landrat Kai Zwicker den Startschuss für die Fahrradstaffel der Polizei Bocholt. Insgesamt acht Polizeibeamte versehen seither ihren Dienst auf Trekkingbikes. Ziel der Polizeiradstaffel ist es, das Fahrradfahren in Bocholt sicherer zu machen. Die Unfallzahlen verunglückter Radfahrer liegen hier, im Vergleich zu anderen Städten, auf einem ungewöhnlich hohen Niveau. Grund hierfür ist, dass der Radfahrverkehr insgesamt etwa 40 % des gesamten Verkehrsaufkommens der Stadt Bocholt ausmacht.

Zeitungen

Die Bocholter Presse ist dominiert von der einzigen Tageszeitung „Bocholter-Borkener Volksblatt“ (BBV). Zweimal pro Woche erscheinen die Anzeigenblätter „Bocholter Report“ und „Stadt-Kurier“, Letzteres aus dem gleichen Hause wie das BBV. Monatlich erscheint das kostenlose Stadtmagazin „PAN“ sowie „just.bocholt“!

Hörfunk

In Bocholt sendet der lokale Radiosender Radio WMW mit Sitz in Borken. Im Stadtgebiet kann er auf UKW 88,4 MHz empfangen werden.

Fernsehen

Der Regionalsender wm.tv hatte bis zum Jahr 2012 sein Studio im „Logistikzentrum City“ der WM-Group nahe der Bocholter Innenstadt. Das Programm war im gesamten Münsterland, am Niederrhein sowie im Kreis Recklinghausen zu empfangen. Damit war er der größte Regionalsender Deutschlands. Inzwischen ist wm.tv in Center-TV übergegangen und wird von Münster aus gesteuert.

Das Bocholter-Borkener Volksblatt zeigt eine täglich aktuelle Newssendung im Internet. Außerdem liefert es die Inhalte für das Shopping-Center-TV „Mallvision“, das seit 2007 in den Arkaden ausgestrahlt wird.

Bildung

  • Grundschulen: Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule, Biemenhorster Schule, Clemens-August-Schule, Clemens-Dülmer-Schule, Grundschulverbund Diepenbrock, Josefschule, Klaraschule, Kreuzschule, Grundschulverbund Liebfrauen, Ludgerusschule, Grundschulverbund St. Bernhard
  • Hauptschulen: Arnold-Janssen- Schule (AJS), Hohe-Giethorst-Schule (HGS), Melanchthonschule, Norbertschule und Thonhausenschule.
  • Realschulen: Israhel-van-Meckenem-Realschule (IvM), Werner-von-Siemens-Realschule (WvS), Albert-Schweitzer-Realschule(ASR) und Abendrealschule
  • Gesamtschule: Gesamtschule Bocholt
  • Gymnasien: Bischöfliches St.-Josef-Gymnasium (ehemals St.-Josef-Gymnasium der Kapuziner) „Kapu“, St.-Georg-Gymnasium „Georgs“, Euregio-Gymnasium „Euro“, Mariengymnasium „Marien“, und Abendgymnasium
  • Berufskollegs: Berufskolleg "Bocholt-West" als gewerb- und handwerkliche Berufsschule in Trägerschaft des Kreises Borken, Berufskolleg "Am Wasserturm" als wirtschaftliche und kaufmännische Berufsschule ebenfalls in Trägerschaft des Kreises Borken und August-Vetter-Berufskolleg in Trägerschaft des Bistums Münster, Zweijährige höhere Berufsfachschule für Sozial- und Gesundheitswesen, Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen sowie Fachschule für Sozialpädagogik
  • Förderschulen: Overbergschule - Städt. Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen und Bischof-Ketteler-Schule - Private Förderschule des Caritas-Verbandes mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
  • Hochschule: Die Westfälische Hochschule Bocholt bietet seit 1992 einige, vor allem technische, Studiengänge an. Der Hauptsitz befindet sich in Gelsenkirchen - die Abteilung Bocholt umfasst die zwei Fachbereiche Wirtschaft und Informationstechnik und Maschinenbau (mit Bionik).
  • Erwachsenenbildung: Im August 2008 wurden Abendrealschule und Abendgymnasium zum Weiterbildungskolleg Westmünsterland zusammengefasst. Für die breite Bevölkerung hält die Volkshochschule Bocholt-Rhede-Isselburg ein umfangreiches Kurs- und Weiterbildungsangebot bereit.
  • Sonstige schulische Einrichtungen: In Bocholt ist auch der Sitz der Musikschule Bocholt, Isselburg, Rhede. Außerdem gibt es die freie Musikschule "musicscool" (Musik- und Schauspielunterricht). Zudem befindet sich eines von bundesweit 17 Bildungszentren des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (Bundesfreiwilligendienst) an der Adenauerallee.
  • Bibliotheken: Im alten Bahnhofsgebäude ist die Stadtbibliothek untergebracht. Außerdem existieren Büchereien verschiedener Kirchengemeinden.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die in Bocholt geboren wurden:

  • 1769, 6. Oktober, Aloys Franz Bernhard van Langenberg, († 26. August 1843 in Münster), Geheimer Regierungsrat und Anwalt, Ehrenbürger von Bocholt
  • 1798, 6. Januar, Melchior von Diepenbrock, († 20. Januar 1853 in Johannisberg/Schlesien), 1845 Fürstbischof von Breslau, 1848 Mitglied des Paulskirchenparlaments, 1850 Kardinal
  • 1799, 13. November, Apollonia Diepenbrock, († 4. Juli 1880 in Regensburg), Altenpflegerin und Krankenhausgründerin
  • 1826, 11. August, Johannes Heisterkamp (genannt Pannemann), († 1930 in Bocholt) als damals ältester Deutscher
  • 1842, 22. Dezember, Otto Sarrazin, († 6. Juni 1921 in Berlin), Ingenieur und Vorsitzender des Allgemeinen deutschen Sprachvereins
  • 1859, 13. September, Hermann Döring, († 17. Dezember 1951 in Poona, Indien) war Jesuit und Bischof von Poona, ausgezeichnet mit dem Ehrentitel eines Titularerzbischofes
  • 1876, 18. September, Helene Drießen, († 30. Mai 1938 in Bocholt), Politikerin (Zentrum), Reichstagsabgeordnete
  • 1886, 3. August, Friedrich Senger, († 3. August 1936 in Wuppertal), Gewerkschafter und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • 1888, 24. Juli, Hermann von Bönninghausen († 26. Januar 1919 in Düsseldorf), Leichtathlet und Olympiateilnehmer 1908 und 1912
  • 1888, 22. Juni, Jeanette Wolff, († 19. Mai 1976 in Berlin), Stadtverordnete (SPD) 1919–32, Verfolgung als Jüdin und Sozialdemokratin 1933–1945, KZ 1942–1945, Stadtverordnete von Berlin 1946–1951, MdB 1952–1961, Vorstandsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland
  • 1895, 6. Dezember, Josef Fenneker, († 9. Januar 1956 in Frankfurt am Main), Theatermaler und Bühnenbildner in Berlin, Duisburg, Hamburg, Frankfurt am Main
  • 1904, 30. Januar, Laurenz Böggering, († 10. Januar 1996), Weihbischof im Bistum Münster
  • 1904, 24. November, Wilhelm Langheinrich jr., († 30. Juli 1987 in Zimmern unter der Burg), Komponist, Musikpädagoge, Dirigent und Autor
  • 1905, 6. Januar, Leonie Reygers († 1985), deutsche Kunsthistorikerin und Museumsdirektorin
  • 1910, 21. Januar, Hermann „Manes“ Schlatt, († 1. Dezember 2004 in Bocholt) bildender Künstler (Skulpturen, Gemälde), zahlreiche Werke im Bocholter Stadtraum, Träger des Bundesverdienstkreuzes
  • 1910, 6. August, Werner Warsinsky, († 24. Juni 1992 in Münster) Schriftsteller, 1. Europäischer Literaturpreis 1953
  • 1922, 20. Juli, Josef Lammers, († 15. Oktober 2012 in Schwerte) ehemaliger Fußballspieler, u. a. TSV 1860 München und Preußen Münster
  • 1923, 19. März, Fritz Pitz († 1. Februar 2006 in Bocholt), international bekannter Photograph, Mitglied des Clubs internationaler Photographen, der Royal Photographic Society of Great Britain, der Deutschen Gesellschaft für Photographie und der Freien Deutschen Akademie der Wissenschaften und Künste
  • 1928, 25. Juni, Hermann Buschfort, (SPD), († 13. September 2003 in Bocholt), von 1974 bis 1982 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung
  • 1932, Ansgar Paus OSB, 1975 bis 2000 Universitätsprofessor für Philosophie an der Universität Salzburg
  • 1934, 1. Juni, Hermann Josef Pottmeyer, bis 2000 Ordinarius für Fundamentaltheologie an der Ruhr-Universität Bochum
  • 1953, 14. November, Georg Unland, Rektor der Bergakademie Freiberg und seit 2008 Finanzminister des Freistaats Sachsen (CDU)
  • 1955, 7. Mai, Ludwig Evertz, Journalist, Redakteur, Fernsehmoderator und Reporter
  • 1955, 24. Mai, Heiner Kamps, Gründer der Bäckereikette Kamps AG
  • 1956, 7. Januar, Karl-Heinz Petzinka, Architekt
  • 1959, 15. Oktober, Hermann-Josef Pelgrim, Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Hall
  • 1962, Ursula Lehmkuhl, Historikerin und Professorin (Freie Universität Berlin)
  • 1963, 11. Januar, Roland Wohlfarth, ehemaliger Fußballspieler, u. a. MSV Duisburg, Bayern München und VfL Bochum
  • 1964, 10. Januar, Jutta Niehaus, Radrennfahrerin
  • 1972, 7. Juli, Harald Katemann, ehemaliger Fußballspieler, bekannt wegen seiner ungewöhnlich weiten Einwürfe, u. a. Fortuna Düsseldorf und Austria Lustenau
  • 1975, 5. Dezember, Peter Hyballa, Fußballtrainer bei Sturm Graz
  • 1975, 15. Mai Puck Lensing, Musiker, derzeit Kontrabassist der englischen Band Frantic Flintstones
  • 1976, 21. Mai, Carlo Ljubek, Schauspieler, derzeit festes Engagement am Schauspiel Köln
  • 1982, 3. Mai, Kathrin Patzke, Fußballspielerin beim Hamburger SV
  • 1982, 4. September, Benjamin Weigelt, Fußballspieler, derzeit beim Rot-Weiß Oberhausen
  • 1984, 10. April, Katrin Holtwick, deutsche Beachvolleyballspielerin
  • 1987, 1. Februar, Leonie Giessing, Deutsche Leichtathletin und Ökonomin,
  • 1990, 17. April, Marina Hegering, Fußballspielerin, U-20-Weltmeisterin, von der DJK Lowick spielt derzeit für den Bayer 04 Leverkusen
  • 1990, 26. September, Pascal Testroet, Fußballspieler, derzeit bei Arminia Bielefeld
  • 1991, 23. Oktober, Ana Cristina Oliveira Leite, Fußballspielerin, portugiesisch-deutsche Nationalspielerin und deutsche Jugendnationalspielerin
  • 1991, 12. Februar, Maurice Exslager, Fußballspieler, 2. Bundesliga 1 FC Köln
  • 1993, 10. Juli, Lennart Bevers, Volleyballspieler

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben

Personen, die in Bocholt gelebt haben und zugleich dort ihre Wirkungsstätte hatten, ohne dort geboren zu sein:

  • Israhel van Meckenem der Jüngere, Goldschmied und Kupferstecher, * 1440/45 in Meckenheim, † 10. November 1503 in Bocholt.
  • Jan (oder Johan) van Lintelo, ca. 1585–1632 Malermeister, Zeichner und Glasemaker für Kabinettscheiben. Wurde im Zuge der Wirren des dreißigjährigen Krieges unter Zurücklassung seiner Frau Stinneken und seiner zwei Kinder 1628 „wegen der religion“ mit seinem Bruder Derick, einem Schöffen der Stadt, aus Bocholt vertrieben und verstarb vermutlich in Holland 1632.
  • Arnold Janssen, * 5. November 1837 in Goch; † 15. Januar 1909 in Steyl, Gymnasiallehrer in Bocholt 1861–1873, Gründer der Steyler Missionare
  • Marcus Krüsmann, * 11. April 1879 in Bergisch-Gladbach; † 25. Februar 1964 in Münster, Jurist und Beigeordneter der Stadt Bocholt, später, bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten, langjähriger Bürgermeister der Stadt Limburg an der Lahn
  • Hermann Kunst, * 21. Januar 1907 in Ottersberg, besuchte in Bocholt das Gymnasium, evangelischer Militärbischof, erster Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • Taşkın Oymacı, * um 1938 in der Türkei, Migrantenbetreuer der Arbeiterwohlfahrt in Bocholt
  • Michael Roes, * 7. August 1960 in Rhede; Schriftsteller und Filmemacher; verbrachte seine Kindheit und Jugend in Bocholt, machte am St.-Georg-Gymnasium sein Abitur; lebt seit 1979 in Berlin.

Lokale Spezialitäten

  • Panhas
  • Knockepott
  • Buchweizenpfannkuchen

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bocholt

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.

Deutschlandkarte
Stadtplan Bocholt